Die Samsung Gear Sport

Die Samsung Gear Sport (SM-R600) ist eine Smartwatch mit umfangreichen Sportfunktionen. Neben  GPS (+Glonass), zur genauen Standort-Bestimmung, verfügt die Sportuhr auch über einen Beschleunigungssensor, für Indoor-Sportarten, und eine optische Herzfrequenzmessung direkt am Handgelenk. Es handelt sich bei der Gear Sport im Grunde um eine neu aufgelegte Samsung Gear S3, die eine Wasserdichtigkeit bis zu 50 Meter hinzubekommen hat und dadurch auch für das Schwimmen geeignet ist. Die Samsung Gear Sport soll vor allem Sportler ansprechen, die eine Kombination aus Smartwatch und Sportuhr bevorzugen. Ich hatte die Möglichkeit die Samsung Gear Sport über insgesamt vier Wochen ausgiebig zu testen und in meinem sportlichen Alltag auszuprobieren. Ob mich die angepriesenen Sportfunktionen überzeugen konnten, erfahrt ihr in diesem sehr ausführlichen und detaillierten Testbericht. Preislich liegt die Samsung Gear Sport bei ungefähr bei 340€ [Stand Nov’17], was für eine robuste Sportuhr mit umfangreichen Funktionen ein gängiger Preis ist. Mit diesem Preis ordnet sich die Gear Sport in einer Reihe mit der neuen Apple Watch Series 3 und der Garmin Vivoactive 3 ein.

Design und Verarbeitung

Die Samsung Gear Sport ist von den Abmessungen nur 44,6 x 42,9 x 11,6 mm groß und wirkt, auch aufgrund des sehr schmalen Armbands (20 mm), sehr dezent und stylisch am Handgelenk. Durch das geringe Uhren-Gewicht (50 g) stört die Gear Sport in keinerlei Weise am Handgelenk und hat einen sehr hohen Tragekomfort. Geliefert wird die Sportuhr mit zwei unterschiedlich langen Silikon-Armbändern für schmale und breite Handgelenke. Durch das dezent wirkende Armband ist diese Uhr auch etwas für kleinere schmalere Handgelenke. Um das Design der Gear Sport individuell anzupassen, können optional noch eine ganze Reihe von zusätzlichen Armbändern (Leder, Silikon – kombiniert) erworben werden. Die Grundversion der Uhr gibt es in klassischem schwarz und auffälligerem blau. Ich habe mich für die unauffälligere schwarze Version entschieden.

Stylisch, robust und sportlich zugleich

Beim Design hat es Samsung geschafft, eine tolle Kombination aus sportlicher und hochwertig wirkender Uhr zu schaffen. Mit dem glänzenden Edelstahlgehäuse macht die Gear Sport sowohl im Büro, als auch beim Sport eine gute Figur. Der Unterboden der Gear Sport besteht allerdings nur aus Kunststoff, was aber im Alltag nicht auffällt, da die Kunststoffseite immer auf dem Handgelenk aufliegt. Trotz Kunststoffboden ist die Gear Sport in jeder Hinsicht hochwertig und robust verarbeitet. Die Uhr weist keinerlei Spaltmaße auf und hat die vier Wochen Testzeitraum, trotz intensiver Nutzung, ohne einen einzigen Kratzer überstanden.

Die Samsung Gear Sport ist eine Kombination von sportlich und schick

Technische Features

Auf dem Papier hat die Samsung Gear Sport einiges zu bieten. Im Innern der Uhr arbeitet ein 1-GHz Dual-Core Prozessor zusammen mit dem Betriebssystem Tizen 3. Dieses Zusammenspiel funktioniert hervorragend und lässt einen ohne ruckeln oder lange Ladezeiten durch die Menüs scrollen. Als Arbeitsspeicher stehen 0,75 GB zur Verfügung, was für eine Smartwatch, wo selten viele Funktionen gleichzeitig ausgeführt werden, absolut ausreichend ist. Die Uhr verfügt lediglich über einen internen Speicher von 4 GB. 2,5 GB davon nimmt das Betriebssystem in Beschlag, 1,5 GB stehen noch für zusätzliche Apps und Musik zur Verfügung. Ein 300mAh Akku versorgt die Gear Sport mit Energie. Dieser hätte ruhig etwas mehr Kapazität bekommen können. Doch dazu später im Testbericht etwas mehr. Als Verbindungsmöglichkeit verfügt die Samsung-Uhr über WLAN, Bluetooth und NFC. Letzteres ermöglicht ein kontaktloses Bezahlen in Kombination mit entsprechender App. Außerdem hat die Gear Sport eine Vibrations-Funktion, welche bei eingehenden Nachrichten, Sport-Benachrichtigungen oder beim Wecker zum Einsatz kommen kann. Ein optischer Herzfrequenzsensor auf der Unterseite des Gehäuses kann über LEDs, die unter die Haut leuchten, den Puls direkt am Handgelenk messen. Eine Fotozelle fängt das reflektierende Licht wieder auf und berechnet daraus einen Puls.

Helles und gut ablesbares Display

Auf der Oberseite verfügt die Uhr über ein 1,2″ (30,2 mm) Super-AMOLED Display, welches eine Auflösung von 360 x 360 Pixeln vorweisen kann. Es handelt sich hier ein sehr präzises und gut reagierendes Touch-Display. Beim ersten Blick auf das Display fällt auf, das dieses etwas tiefer im Gehäuse eingelassen ist und von einem vergleichsweise dicken Glas geschützt wird. Die Kante der Lünette, die das Display rundum umgibt, schützt das Display im Alltag vor Kratzern und versehentlichen Bedienen des Touch-Displays. Es lassen sich beim Display bis zu 10 Helligkeitsstufen einstellen. Auf der hellsten Stufe ist das Display auch bei Sonnenlicht im Outdoor-Bereich noch hervorragend ablesbar, was für eine Sportuhr ein MUSS ist. Die Blinkwinkelstabilität ist trotz des tief eingelassenen Displays gut.

Die Samsung Gear Sport

Bedienung und Handhabung

Die Gear Sport lässt sich sowohl über das Touch-Display, als auch über zwei haptische Buttons an der linken Gehäuseseite bedienen. Die obere Taste ist hierbei die „Zurück“-Taste und die untere die Taste, um in das Home/App-Menü zu gelangen. Außerdem verfügt die Sportuhr über eine drehbare Lünette rund um das Display. Über diese lässt sich wunderbar präzise durch Menüs oder die Apps scrollen. Im Alltag kam es vor, dass versehentlich an der Lünette gedreht wurde. Dieses hat aber keine ungewollten Einstellungen an der Uhr vorgenommen, sondern scrollt lediglich durch das Aktivitätsmenü. Die Lünette ist lediglich für die Navigation da. Das Bestätigen einzelner Menüpunkte muss immer durch ein tippen auf das Touch-Display erfolgen. Diese Kombination habe ich in den ersten Tagen als etwas gewöhnungsbedürftig empfunden. Einfacher wäre sicherlich auch eine mögliche Bestätigung durch die Lünette gewesen. Aus oben genannten Gründen kann ich den Wechsel von Lünette auf Touch aber nachvollziehen. Alles in allem bleibt deshalb ein durchweg positives Fazit, was die Bedienung betrifft. Diese wirkt insgesamt sehr innovativ und ausgereift und hat während des Tests viel Spaß gemacht.

Die Bedienung über die Lünette ist innovativ

Durchdachtes Menü mit vielen Einstellungen

Das Einstellungs- und App-Menü der Samsung Gear Sport ist sehr komplex und umfangreich. Bei einer Uhr mit diesem Funktionsumfang lassen sich viele Einstellmöglichkeiten nicht verhindern. Trotzdem muss nach gesuchten Einstellungen nicht endlos durch Menüs und Untermenüs gescrollt werden. Die Uhr verfügt nämlich über ein schnelles Einstellungsmenü, über welches der Akkustand abgerufen und die Verbindungen in wenigen Sekunden aktiviert und deaktiviert werden können. Das Menü lässt sich durch ein Scrollen vom oberen Bildschirmrand nach unten öffnen (wie beim Smartphone). Aber auch sonst werden gesuchte Einstellungen ohne Aufwand gefunden, da die Menüs sinnvoll und logisch strukturiert sind. Sollte eine gesuchte Einstellung in mehr als einen Unterpunkt passen schlägt einem die Uhr weitere Einstellungen mit der Überschrift „Suchen Sie danach?“ vor. Hierbei ist in vielen Fällen genau die Einstellung dabei, die gerade gesucht wird.

Schickes hochwertiges Design

Mikrofon Ja, Lautsprecher Nein

Die Samsung Gear S3 verfügt sowohl über ein Mikrofon, als auch über einen Lautsprecher. Bei der neuen Gear Sport wurde aufgrund der Wasserdichtigkeit auf den Lautsprecher verzichtet. Es sind zwar Sprachbefehle durch die S Voice App möglich, die Uhr kann aber nur bei gekoppeltem Bluetooth-Lautsprecher oder Kopfhörern antworten. Den fehlenden Lautsprecher habe ich persönlich nicht vermisst, da ich vorher keine Gear S3 hatte. Wer von dieser auf die Gear Sport umsteigt, wird diesen eventuell vermissen. Das Mikrofon befindet sich zwischen den beiden Bedien-Buttons an der linken Gehäuseseite.

Funktionen

Der Funktionsumfang der Samsung Gear Sport ist gigantisch. Das liegt in erster Linie daran, dass die Uhr eine Kombination aus Sportuhr und Smartwatch ist. In Kombination mit einem Smartphone und der Samsung Health- und Gear-App eine ganze Reihe von zusätzlichen Apps und Auswertefunktionen. Außerdem kann einen die Gear Sport bei eingehenden Messenger-, E-Mail-, Social-Media-, und Fitnessnachrichten benachrichtigen. Außerdem kann sie eingehende Anrufe auf dem Display anzeigen. Bei einer Kopplung mit einem Android-Gerät ist sogar ein direktes Antworten der Whats-App Nachrichten möglich. Bei iOS-Geräten zumindest ein Lesen. Um Funktionsumfang der Gear Sport in ihrer Gänze zu nutzen, ist aber die Kopplung mit einem Android-Smartphone Pflicht. iOS-Nutzer müssen sich mit leicht abgespeckten Funktionen zufrieden geben. Über die Smartwatch können bequem Wetter- und Kalenderinformationen oder durch den barometischen Höhenmesser der Luftdruck abgerufen werden.

Fitness-Tracking mit Zielen über den Tag

Die Samsung Gear Sport sammelt verschiedene Daten über den Tag und setzt hierbei auf typische Fitness-Tracking Funktionen, die einen Fitnesstracker überflüssig machen. Dazu gehören täglich gelaufene Schritte, der Puls und die Kalorien am Tag. Außerdem werden auch hochgestiegene Etagen und die zurückgelegte Distanz von der Gear Sport erfasst. Der sportliche Alltag wird anhand von aktiven Minuten zusammengefasst. Dieses können entweder Minuten durch Sport, oder einfach nur durch Bewegung (Gehen/Spaziergang) sein.

  • Schritte
  • Etagen (ein Stockwerk ist mit einer bestimmten Höhe definiert)
  • Kalorien (Aktive und Grundumsatz)
  • Distanz (berechnet aus den Schritten)
  • Puls 24/7 (Messintervall kann individuell angepasst werden)
  • Aktive Minuten (Woche)
  • Schlaf

Es können persönliche Ziele für die gesammelten Daten festgelegt werden. So kann beispielsweise ein Schritteziel von 10.000 Schritten (gesunder Lebensstil) oder ein Kalorienverbrauch von 3.000 kcal am Tag als Ziel definiert werden. Dieses soll einen motivieren und zur Bewegung animieren. Bei zu langem Sitzen (nach 55 min) erinnert einen die Gear Sport, dass es wieder Zeit für Bewegung wird. Sie schlägt dann auch gleich eine „Torso-Drehung“ als Übung vor. Aufstehen und ein bisschen Arm schwenken reicht allerdings um die Uhr für die nächste Stunde wieder zufrieden zu stellen.

Schritte, Kalorien, Etagen uvm….

Schlaf-Tracking

Die Samsung Gear Sport erfasst völlig automatisch den Schlaf. Ihr braucht die Uhr nicht in einen Schlaf-Modus zu versetzten. Die Uhr ist hierbei meiner Meinung nach sehr zuverlässig und überraschend genau. Die Einschlaf- und Aufstehzeit wird hierbei meist minutengenau erfasst. Der Schlaf wird unterteilt in Tief- und Leichtschlafzeiten. Außerdem wird morgens der Schlaf direkt auf der Uhr angezeigt und die Effizienz vom Schlaf bewertet. Die Schlafaufzeichnung hat mich insgesamt sehr positiv überrascht.

Wecker, Termine und News

Natürlich könnt ihr euch mit der Gear Sport auch dezent am Handgelenk wecken lassen. Der Vibrationsmotor ist leise und brummt nicht unangenehm laut. Trotzdem reicht die Stärke aus, um einen morgens zuverlässig zu wecken, ohne dass der Partner ebenfalls aufrecht im Bett hockt. Außerdem könnt ihr euch bei täglichen Terminen benachrichtigen lassen, euren Kalender abrufen und Nachrichten aus aller Welt auf der Gear Sport abrufen. Eine gekoppelte Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone wird hierfür allerdings vorausgesetzt. Die Uhr selber kann mit WLAN eingeschränkt auch autark Informationen beziehen, macht aber in Kombination mit einem gekoppelten Smartphone erst so richtig Spaß.

Auch „Spielen“ funktioniert mit der Gear Sport

Sportarten und deren Aufzeichnung

Die Samsung Gear Sport soll schon in der Werbung speziell Sportler ansprechen und für diese gedacht sein. Aus diesem Grund habe ich bei den Sport-Funktionen einiges erwartet und wurde, zumindest bei einigen Punkten, nicht enttäuscht. Die Samsung Gear Sport verfügt über ein kleines Sportmenü, bei welchem die wichtigsten und gängigsten Sportarten angeboten werden (Laufen, Gehen, Radfahren und Schwimmen). Insgesamt stehen aber viele unterschiedliche Sportarten- und -profile auf der Uhr zur Verfügung. Dazu zählen auch einige spezielle Übungen, bei denen die Gear Sport die Wiederholungen erfassen kann.

Eine ganze Reihe von Sportarten sind installiert

  • Heimtrainer
  • Laufen
  • Gehen
  • Radfahren
  • Wandern
  • Schwimmen
  • Ellipsentrainer
  • Sternsprung
  • Pilates

  • Stepper
  • Laufband
  • Ausfallschritt
  • SitUps
  • Kniebeuge
  • Yoga
  • Rudermaschine
  • Anderes Workout

Neue Sportarten können auf der Samsung Gear Sport nicht installiert werden. Ihr müsst mit den vorhandenen Sportprofilen auskommen. Ihr könnt das Training im Fitnessstudio oder Krafttraining aber problemlos als „Anderes Workout“ tracken, was fehlende Sportarten perfekt ersetzt. Allerdings habt ihr später nicht die Möglichkeit dieses in der Samsung Health App noch zu bearbeiten oder umzubenennen. Zur meiner Meinung nach enttäuschenden Health App erfahrt ihr später im Test noch etwas mehr.

Aktivität starten

Einstellmöglichkeiten beim Sportprofilen

Bei einer Sportuhr werden meist auch einige Einstellmöglichkeiten, wie beispielsweise das festlegen von Zielen, erwartet und gefordert. Die Samsung Gear Sport bietet zumindest einige, meiner Meinung nach für einen Hobbysportler ausreichende, Einstellmöglichkeiten. So kann beim Laufen eine „automatische Pause“ beim Anhalten oder auch ein bestimmtes Ziel festgelegt werden. Das Ziel kann eine bestimmte Strecke, verbrannte Kalorien oder einfach nur eine bestimmte Dauer sein. Außerdem habt ihr die Möglichkeit zwischen verschiedenen Laufarten (ua. Tempoerhöhung, Ausdauerlauf, Kalorienverbrauch…) zu wählen. Hierbei erhaltet ihr vorgegebene Workouts mit einem Warm-Up, dem Workout und einem Cool-Down. Auch eine Anpassung der angezeigten Datenfelder während des Workouts ist bei der Gear Sport möglich. Beim „Anderen Workout“ habt ihr auch die Möglichkeit die Intensität vorab schon manuell festzulegen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die verbrannten Kalorien nicht nur anhand der Herzfrequenz während des Workouts bestimmt werden, sondern auch anhand der Angabe der Intensität. Bei einer Angabe von „mäßiger Intensität“ waren die Kalorienwerte meist unrealistisch und viel zu niedrig (vgl. mit Fenix 5X und Brustgurt). Ich empfehle hier ganz klar die Angabe von „heftig“, denn da stimmten die Kalorien am Ende ungefähr. Zur Genauigkeit der Gear Sport erfahrt ihr später im Test noch etwas mehr.

GPS und Herzfrequenz während des Workouts

Bevor ihr eure Lauf-Einheit startet, müsst ihr warten bis die Gear Sport „Standort erkannt“ anzeigt. Denn erst dann wird die Strecke auch aufgezeichnet und ist am Ende wieder ganz genau und detailliert abrufbar. Es dauert je nach Region bis zu 60 Sekunden bis die Uhr ein GPS-Signal hat. Auch bis die Herzfrequenz erfasst wird, vergehen einige Sekunden. Ihr erkennt dieses an einem Standort bzw. Herz-Symbol im oberen Bildschirmrand. So wisst ihr, wann ihr das Workout starten könnt. Solltet ihr die Aktivität starten bevor ihr beide Signale habt, wird die Distanz und auch der Puls falsch oder gar nicht gemessen.

Herzfrequenz und Kalorien während des Workouts werden aufgezeichnet

Keine Kopplung eines Brustgurts möglich

Leider besteht bei der Samsung Gear Sport nicht die Möglichkeit einen Brustgurt zu koppeln. Trotz vorhandener Bluetooth-Anbindung und Kopplungsmöglichkeit eines Audiogerätes, kann kein Brustgurt direkt mit der Uhr gekoppelt werden. Das ist gerade aufgrund oft fehlerhafter oder ungenauer Messwerte bei der optischen Herzfrequenzmessung etwas schade. So ist die Uhr für Sportler, die auf genaue Pulswerte großen Wert legen, leider nur eingeschränkt empfehlenswert. Ich war von der fehlenden Kopplungsmöglichkeit mehr als enttäuscht, da ich die Daten direkt mit denen eines Brustgurts verglichen und starke Messunterschiede festgestellt habe. Im Winter, wenn die Uhr unter dicker Kleidung vergraben ist, ist ein Ablesen der Uhr leider nicht möglich. Ich trage die Sportuhren im Winter immer gerne ÜBER der Kleidung. Da hier dann der Puls aber nicht mehr gemessen werden kann, ist das bei der Gear Sport nicht möglich – für mich ist das leider ein großer Minuspunkt und ich hoffe auf Nachbesserung und ein Update für die Kopplung eines Brustgurts.

Anleiten während des Trainings

Egal ob ihr Laufen geht, eine Runde auf dem Fahrrad dreht oder einfach nur euer Training im Fitnessstudio macht. Die Samsung Gear Sport kann euch während des Trainings direkt ein Feedback geben. Wenn ihr Bluetooth-Kopfhörer gekoppelt habt, sagt euch die Sportuhr direkt etwas zur Geschwindigkeit, Distanz und den verbrannten Kalorien. Ihr könnt die Häufigkeit des Feedbacks individuell anpassen und erhaltet so Informationen, ohne dass ihr einen Blick auf die Uhr werfen müsst. Gerade im Winter, wenn die Uhr unter der Kleidung getragen wird, macht das Anleiten während des Workouts viel Sinn. Denn ansonsten würde es während des Trainings kein Feedback geben.

Automatische Aktivitäten

Ihr habt auch die Möglichkeit dass die Samsung Gear Sport Aktivitäten wie Laufen, Gehen oder Radfahren automatisch erkennt und dann ein Workout startet. Allerdings kann ich die Aktivierung dieser Funktion nur eingeschränkt empfehlen. Es kam nämlich tatsächlich vor, dass beim Wäsche aufhängen oder beim Autofahren ein Sonstiges Workout gestartet wurde. Die motivierenden Anzeigen wie „Weiter so“ oder „Gesundes Tempo“ haben dann eher verwundert als motiviert. Ein starkes Schwingen oder Arbeiten mit dem Arm kann also zum ungewollten Starten eines Workouts führen, was am Ende in die Tagesstatistik mit einfließt.

Anzeige der Herzfrequenz nach dem Workout

Vorgegebene Workout-Programme

Über die Samsung Health App habt ihr auch die Möglichkeit euch vorgegebene Workout-Programme direkt auf die Gear Sport zu laden. Hierbei müsst ihr euer Fitness-Level- und Ziel angeben und erhaltet dann Workout Empfehlungen. Diese arbeiten alle auf ein bestimmtes Ziel hin, welches zum Beispiel „Muskelaufbau“, „Balance-Training“, „Fettverbrennung“ oder „Gewichtsabnahme“ sein kann. Nachdem ihr das Programm in der App gestartet habt, bekommt ihr auf der Uhr ein neues „Sportprofil“ dazu, welches immer genau euer Workout-Programm ist. Ihr könnt euch dann entweder alleine mit der Uhr, oder in Kombination mit dem Smartphone und detaillierten Übungs-Videos durch euer Programm hangeln. Eine tolle Funktion, wenn ihr keine eigenen Ideen oder Vorgaben habt, und nach einem individuellen Programm sucht. Leider lässt sich eine auf der Samsung Gear Sport gestartete Aktivität nicht abbrechen, ohne dass diese gespeichert wird. Solltet ihr ausversehen ein Workout gestartet haben, könnt ihr es nur abbrechen, indem ihr es speichert. Hier wäre ein „Verwerfen“-Funktion sinnvoll gewesen, damit keine Workouts über ein paar Sekunden in der Tagesstatistik auftauchen.

Musik auf der Gear Sport – einfach genial

Auf der Gear Sport stehen noch ca. 1,5 GB Speicher für Apps und Musik zur freien Verfügung. Ein ganz großer Pluspunkt ist das Herunterladen der Spotify-App auf die Gear Sport. Solltet ihr bei Spotify über einen Premium-Account verfügen, könnt ihr von dort die Musik direkt auf eurer Samsung Uhr abspielen und sogar downloaden. So steht euch die Musik auch offline, beispielsweise während des Laufens, zur Verfügung. So kann das Smartphone endlich zu Hause bleiben, da die Uhr alleine ALLES mitbringt, um völlig autark zu trainieren und trotzdem alles dabei zu haben (GPS für Standort, Musik, Herzfrequenz…). Das Abspielen der Musik kann entweder über einen Bluetooth-Lautsprecher, oder über Bluetooth-Kopfhörer erfolgen. Die Kopplung funktionierte mit allen getesteten Geräten problemlos und in wenigen Sekunden. Die Musik kann bequem über die Uhr gesteuert werden. Lieder weiterschalten, Lautstärke anpassen oder pausieren. Alles funktioniert auch während des Trainings mit wenigen Handgriffen. Die Musikfunktion der Samsung Gear Sport macht, gerade in Kombination mit Spotify, einfach nur Spaß.

Genauigkeit der Samsung Gear Sport

Ich wollte es genau wissen und habe die Genauigkeit der Samsung Gear Sport mit einer anderen Sportuhr direkt beim Training verglichen. Außerdem habe ich über mehrere Wochen die Fitness-Tracking-Daten gesammelt und verglichen. Die Vergleichsuhr war hierbei die Garmin Fenix 5X, die ich persönlich als sehr genau einstufe. Diese habe ich während der Workouts mit einem Brustgurt gekoppelt, um hier ganz genaue Werte zu bekommen. Das Ergebnis der Samsung Gear Sport war, gerade in Hinblick auf die Puls-Werte, nicht wirklich überzeugend. Der Puls der Gear Sport war bei den Workouts und auch beim konstanten Laufen leider sehr ungenau. Die maximal erfasste Herzfrequenz bei der Gear Sport war meist 10-15 Schläge höher als bei den Brustgurt-Werten. Auch die Durchschnitts-Herzfrequenz war oft über 10 Schläge höher und damit fast nicht mehr zu gebrauchen. Bei den erfassten Kalorien während des Workouts lagen die beiden Uhren überraschenderweise trotzdem dicht zusammen. Zumindest wenn bei der Gear Sport beim Workout „heftig“ angegeben wurde.

Vergleich bei Workouts

Auch bei der Distanz beim Laufen oder Gehen gab es große Abweichungen. Ich hatte vorab schon von GPS-Problemen der Gear S3 gehört und hatte auf eine Besserung bei der Gear Sport gehofft. Doch auch hier hatte ich, trotz vorhandenem GPS-Signal, immer zu niedrige Werte bei der Gear Sport.

Laufen mit der Samsung Gear Sport

Bei einer Distanz von 10 km betrug die Abweichung meist schon 300-400 Meter. Bei einem Halbmarathon betrug die Abweichung teilweise bis zu einem Kilometer. Wer keinen direkten Vergleich hat, dem wird die Ungenauigkeit nicht auffallen. Mir persönlich ist sie aber aufgrund der Vergleichsmöglichkeit direkt ins Auge gefallen.

Vergleich beim Laufen

Ungenauigkeit bei den Aktivitätsdaten

Auch bei den Schritten war die Samsung-Uhr an manchen Tagen deutlich großzügiger als die Garmin-Uhr. Die Abweichung betrug hier an einigen Tagen 2000-3000 Schritte. Bei den Etagen wiederum hat die Gear Sport am Ende des Tages meist deutlich weniger auf der Uhr gehabt. Ebenso bei den Gesamt- und Aktivkalorien.

Vergleich der Fitness-Tracking Daten

Ich wollte euch mit den gezeigten Daten und Tabellen nur einmal offenlegen, wie sich die unterschiedlichen Uhren voneinander unterscheiden. Wer keine Vergleichsmöglichkeit hat, wird auch keinen Unterschied feststellen. Welche Uhr letztendlich die genauere ist, kann jeder für sich selber entscheiden. Mal war es sicherlich die Gear Sport, mal die Fenix 5X.

Software-Update der Gear Sport

7. Dezember 2017: Einen Tag nach Veröffentlichung dieses Testberichts wurde mir ein Update auf der Gear Sport und in der Samsung Gear App angezeigt.  Dieses soll u.a. die Genauigkeit der Entfernungsmessung beim Training erhöhen. Es scheint so, als sei ich nicht der Einzige, dem die ungenauen Distanzen beim Training aufgefallen sind. Ob die neue Softwareversion R600XXU1AQK4 die erhofften Verbesserungen bei der Genauigkeit bringt, werden die Tests zeigen. Die Gear Sport scheint zumindest mit Updates noch weiter verbessert zu werden, was mich insgesamt positiv in die Zukunft blicken lässt. Vielleicht folgt auch noch die Kopplungsmöglichkeit eines Brustgurts?

Samsung Health-App verbesserungswürdig

Enttäuscht war ich von der Samsung Health App. In dieser App laufen alle Daten zusammen, die ihr mit der Gear Sport erfasst und trackt. Hier habt ihr Vergleichsmöglichkeiten und könnt zusätzlich noch die Menge an Koffein und Wasser angeben, die ihr über den Tag zu euch nehmt. Ich persönlich finde die App sehr unübersichtlich und schlecht gestaltet. Es gibt beispielsweise keine Ansicht, in welcher übersichtlich der aktuelle Tag mit allen Aktivitäten, Kalorien und Schritten dargestellt wird. Außerdem ist die App insgesamt sehr unübersichtlich und komplex gestaltet. Ich habe es in den vier Wochen nicht geschafft mit der App warm zu werden und dieser positives abzugewinnen. Das können andere Sportuhren-Hersteller deutlich besser. Ein weiterer negativer Punkt ist, dass es keine Web-Plattform von Samsung gibt und eine Auswertung ausschließlich über die App oder direkt auf der Uhr erfolgen kann. Wer keine App installieren möchte, muss auf einen Vergleich der Daten und die ausführliche und detaillierte Auswertung von Trainingsdaten verzichten. Auch hat es Samsung nicht geschafft, obwohl ein Profil angelegt wird, die bisher gesammelten Daten bei einem Smartphone-Wechsel ebenfalls anzuzeigen. Alle in der Vergangenheit gesammelten Daten sind verloren und werden nicht mehr aufgezeigt. Die Samsung Gear Sport muss zudem bei einer Kopplung mit einem neuen Smartphone komplett zurückgesetzt werden. Das geht definitiv besser! Auch können gemachte Workouts oder Aktivitäten nicht umbenannt oder geändert werden. Wer viele unterschiedliche Aktivitäten als „Anderes Workout“ trackt, verliert hier schnell den Überblick.

Die Samsung Health App ist sehr komplex

Akkulaufzeit für eine Sportuhr zu gering

Über die Akkulaufzeit der Samsung Gear Sport lässt sich sicherlich streiten. Ich habe meine eigenen Erfahrungen mit der Uhr gemacht und habe im Laufe der Zeit auch gelernt, wie der Akku möglichst lange durchhält. Beim Laufen mit GPS-Signal und Herzfrequenzmessung verbraucht die Samsung Gear Sport ca. 12-15% von der Akku-Kapazität. Solltet ihr parallel noch Musik hören erhöht sich der Verbrauch auf bis zu 17-20% pro Stunde. Die Musikfunktion ist zwar vom Ding her genial, aber für den Akku eine absolute Belastung. Wer täglich viel Musik hört und auch noch einige sportliche Aktivitäten tracken möchte, wird mit der Uhr nicht über den Tag kommen. Wer sich bei der Musik etwas zurückhält, wird 1,5 Tage schaffen. Die angegeben 6 Tage schafft die Gear Sport nur, wenn ihr sie nachts in den Flugmodus versetzt und kein Training trackt oder Musik hört. Außerdem solltet ihr die Benachrichtigungsfunktion deaktivieren. Denn diese verbraucht auch zusätzliche Energie. Bei Aktivierung aller Funktionen wird die Gear Sport einen langen Arbeitstag womöglich nicht schaffen. Viele loben die lange Akkulaufzeit der Samsung Smartwatch. Mir persönlich ist es für eine Sportuhr einfach viel zu wenig. Eine Sportuhr muss auch lange intensive Sporteinheiten durchhalten und muss trotzdem am Ende des Tages noch genug Energie haben, um meinen Schlaf in der Nacht aufzuzeichnen. Dieses schafft die Samsung Gear Sport nicht, wenn ihr sehr aktive Menschen seid. Für den normalen Alltag mit einer kleinen Sporteinheit ist die Akkukapazität von 300mAh aber ausreichend. Sollte die Energie aufgebraucht sein, kann die Uhr in einen Energiesparmodus versetzt werden.

Ladezeit der Samsung Gear Sport (0-100%) fast 2 1/2 Stunden

Ladestation mit praktischer Magnethalterung

Als sehr positiv habe ich die mitgelieferte Ladestation empfunden. Die Uhr kann hier einfach aufgelegt werden und wird mittels eines Magnetes in der Halterung gehalten. Eine Status-LED zeigt den Ladevorgang an. Direkt auf der Uhr wird die Restladezeit angezeigt. Ein kompletter Ladevorgang dauert allerdings geschlagene 2,5 Stunden! In Zeiten der Schnell-Ladekabel und Stationen empfinde ich das persönlich als viel zu lang. Hier hätte ich mir eine schnellere und effizientere Lösung gewünscht. Denn so bringt es nichts, wenn ihr die Uhr abends vor dem Schlafengehen an die Station dockt und dann der Schlaf nicht getrackt wird.

Fazit

Nach meinen vier Wochen mit der Samsung Gear Sport bin ich hin- und hergerissen. Grundsätzlich bin ich von der tollen Verarbeitung und dem genialen hochwertigen Look der Sportuhr echt angetan. Außerdem weiß ich die flüssige und einfache Bedienung sehr zu schätzen. Auch vom Funktionsumfang kann ich eigentlich nur positives berichten. Die Uhr ist eine echte Smartwatch, die keinerlei Wünsche offen lässt. Das klare brilliante Super-AMOLED Display weiß ebenso zu überzeugen. Auch das Sportmenü und die vorinstallierten Sport-Profile sind für einen Hobbysportler absolut ausreichend und zufriedenstellend. Genial ist hierbei die Kopplungsmöglichkeit eines Bluetooth-Headsets und das Abspielen von Musik direkt von der Uhr. Die Strecke wird dank des GPS-Sensors, mal mehr mal weniger genau, aufgezeichnet, genau wie die Herzfrequenz direkt am Handgelenk. Einzig und allein die fehlende Kopplungsmöglichkeit eines Brustgurt bremst meine Euphorie an dieser Stelle wieder etwas aus. Die Pulswerte vom optischen Sensor waren teilweise sehr ungenau und für mich, der großen Wert auf einen genauen Puls legt, absolut nicht zu gebrauchen. Auch beim Akku hätte ich mir etwas mehr Power gewünscht, die den hohen Ansprüchen an eine Sportuhr gerecht werden. Sehr lange und intensive Trainingseinheiten in Kombination mit Musik zwingen den Akku der Samsung Gear Sport zu schnell in die Knie. Die extrem lange Ladezeit bis zu 100% macht diesen negativen Punkt nicht wieder wett. Auch die Samsung Health App konnte mich im Test nicht wirklich überzeugen. Hier fehlt es an Übersichtlichkeit und Bedienfreundlichkeit. Zudem fehlt mir als mögliche Alternative eine Web-Plattform, bei welcher ich die Daten auch ohne Smartphone-App auswerten kann. Die Samsung Gear Sport ist in meinen Augen eine tolle robuste Smartwatch mit einem schicken Design und guten Ansätzen im Bereich der Sportuhren. Für einen Gelegenheitssportler reicht die Uhr allemal, wer viel Sport macht und großen Wert auf genaue Werte legt, sollte zu einem „richtigen“ Sportuhren-Hersteller greifen.

Fazit der Samsung Gear Sport: Mehr Smartwatch als Sportuhr?

Ihr habt die Samsung Gear Sport ebenfalls getestet? Schreibt eure Meinung gerne als Kommentar unter diesen Beitrag und bewertet die Sportuhr aus dem Hause Samsung. Ich freue mich über euer Feedback zur Uhr und euren Erfahrungen, die ihr mit der Uhr gemacht habt.

Samsung SM-R600 Gear Sport Fitnesswatch schwarz


Features: Smartwatch im sportlichen Design, Wasserdicht bis zu 5 ATM*, Detailliertes Schwimmtracking über Speedo On-App**, GPS und MP3-Player integriert, Spotify-Musik auch offline hören***

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Hey! Ich bin Steffen, 28 Jahre und Autor dieses Beitrags. Hier einige Infos zu mir: Ich bin schon seit ich denken kann vom Sport fasziniert. Ich liebe außergewöhnliche Sportarten, die einem körperlich alles abverlangen und an meine Grenzen bringen. So stecke ich meine sportlichen Ziele immer wieder höher! Ich verbringe viel Zeit bei sportlichen Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur – ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Ich liebe Hindernis- und Extremläufe. Im Jahr 2016 habe ich meinen ersten Marathon mit Hindernissen und ersten 100 km Marsch gefinisht. Ich fahre auch in meiner Freizeit viel Fahrrad, gehe viel laufen und mache seit knapp zwei Jahren Bodyweight-Training. Ich liebe es mich in der Natur (Berge, Seen) zu bewegen, um neue Orte und landschaftliche Highlights zu entdecken. Die Sommer-Monate verbringe ich meist auf dem Stand Up Paddling Board. Auf dem SUP-Board erkunde ich sportlich Flüsse, Seen und Kanäle rund um Hamburg. Sport ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Hier fülle ich meine Energiereserven wieder auf, finde einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und entwickle neue Ideen für diese Seite und meine YouTube-Kanal (FitnessBox). Über Kommentare und Nachrichten von euch hier auf der Seite freue ich mich immer sehr!

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