Stand Up Paddling ist ein toller Sport für den Sommer, da er nicht nur unglaublich viel Spaß macht, sondern auch gleichzeitig noch ein hervorragendes Fitnesstraining darstellt. Wer sich etwas intensiver mit diesem Sport beschäftigt und anfangen möchte ist meistens erst einmal von der Vielfalt und Fülle der unterschiedlichen Boards erschlagen. Was für ein Board brauche ich als Anfänger? Race, Touring, Allround oder Wave? Wie unterscheiden sich die unterschiedlichen Board-Typen beim Stand Up Paddling? Ich stand selber mal ganz am Anfang und habe mich seitdem viel mit der Materie auseinandergesetzt. Dieser Beitrag soll primär für die Stand Up Paddling Anfänger sein, die jetzt ihr erstes Board kaufen möchten. Ihr erfahrt ihr alles über die unterschiedlichen Board-Typen beim SUP und ich habe einige Fragen, mit denen ihr euch vor dem Kauf auseinandersetzen solltet.

Wie viel möchte ich für das Board ausgeben?

Alle, die mit einem neuen Sport, in diesem Fall dem Stand Up Paddling, beginnen möchten haben sich meist ein maximales Budget gesetzt. Umso wichtiger ist es, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Wie viel Geld steht für ein Stand Up Paddling Board zur Verfügung? Bei Stand Up Paddling Boards gibt es von „extrem billig“ bis zu „extrem teuer“. Die Preisspanne bei den Boards reicht mittlerweile von ca. 200 Euro bis hin zu High-End Boards jenseits der 2000 Euro. Die „Billig“-Board Hersteller haben in den letzten zwei Jahren ordentlich nachgelegt, so dass auch hier mittlerweile ein unübersichtlicher Markt entstanden ist. Letztendlich steht es euch frei sich für ein solches Low-Budget Stand Up Paddling Board zu entscheiden. Allerdings solltet ihr bei diesen eine nicht so hohe Qualität erwarten. Die Erfahrung hat gezeigt, das die teureren Boards meist auch die besseren sind. Der Spruch „Wer billig kauft, kauft zweimal“ trifft es bei Stand Up Paddling Boards meist ziemlich genau. Ihr seid vielleicht am Anfang mit eurem Billig-Board zufrieden, aber nur bis ihr einmal etwas „besseres“ gefahren seid. Die Qualitätsunterschiede sind bei den Boards sehr groß und auf den ersten Blick, von einem Laien, nur schwer zu erkennen. Die iSUP (inflatable SUPs) gehören mittlerweile zu den beliebtesten Boards, da sie leicht zu verstauen und transportieren sind.

Stand Up Paddling macht viel Spaß!
iSUP Boards lassen sich einfach zusammenrollen

Billig-Boards sind meist unsauber oder schief verklebt, haben weniger Schichten und weisen eine geringere Steifigkeit auf. Dieses sind nur einige Mängel, die ich selber bei den billigen iSUPs feststellen konnte. Für ein „gutes“ Einsteiger-Board solltet ihr mindestens 500 Euro einplanen. Alles darunter sind meist nach Kleber stinkende Billig-Boards, die auf Dauer wenig Spaß machen – zumindest denen, die diesen Sport ernsthaft betreiben wollen. Wenn ihr nur drei bis viermal im Jahr das Board rausholt (siehe unten), dann lohnt sich natürlich kein teures Board, aber macht in diesem Fall nicht eher ein Ausleihen Sinn? Bedenkt auch das es mit einem Board alleine meist nicht getan ist. Etwas Ausrüstung wird ebenfalls benötigt. Ein Paddel und eine Leash sind für den Anfang die Mindestausstattung. Solltet ihr das ganze Jahr über auf dem Board stehen wollen, solltet ihr auch noch Geld für Kleidung einplanen. Im Sommer könnt ihr in Shorts fahren, im Winter ist ein SUP-Suit und Neoprenkleidung Pflicht.

iSUP oder Hard Board?

Board samt Zubehör in einem großen Rucksack verstaut

Ob ihr ein aufblasbares iSUP Board oder ein Hard Board nehmen solltet ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum Einen spielt auch hier natürlich wieder das Budget eine große Rolle. Hard Boards sind meist deutlich teurer, als die iSUPs. In meinen Augen haben iSUP Boards aber viele Vorteile gegenüber den steifen Hard-Boards. Inflatable SUPs lassen sich deutlich einfacher transportieren und lagern. Ihr könnt diese einfach zusammengerollt im Kofferraum des Autos oder als Rucksack sogar auf dem Rücken transportieren. Für Hard Boards benötigt ihr ein großes Fahrzeug oder einen Anhänger und könnt es nur mit viel Aufwand transportieren. Auch bei der Lagerung in den Wintermonaten ist das iSUP überlegen. Dieses könnt ihr einfach in einer Tasche platzsparend im Keller lagern. Die Qualität von iSUPs ist in den letzten Jahren stark gestiegen, sodass die Steifigkeit der aufblasbaren Modelle in vielen Fällen ausreicht. Lediglich für professionelle SUP-Rennen und hohe Wellen empfiehlt sich ein teures Hard Board – wo wir auch schon bei der nächsten Frage sind.

Wo will ich fahren & was will ich machen?

Mit einem Stand Up Paddling Board könnt ihr sehr sportlich und schnell unterwegs sein, aber auch gemütlich und entspannt. Je nachdem was ihr vor habt, solltet ihr euch für einen bestimmten Board-Typen entscheiden. Wollt ihr ausschließlich SUP-Rennen im Meer fahren? Wollt ihr entspannt durch die Kanäle oder über den See cruisen? Wollt ihr Sportübungen und Yoga auf dem Stand Up Paddle Board machen? Wollt ihr vielleicht sogar zu zweit auf einem Board stehen? Wenn ihr diese Frage für euch selber beantwortet habt, solltet ihr auch überlegen wie OFT ihr wirklich Zeit für Stand Up Paddling habt und ob ihr das ganze Jahr oder nur in den Sommer-Monaten auf dem Board stehen werdet.

Wo und wie oft wollt ihr SUPen?

Umso mehr ihr auf dem Board steht, desto eher lohnt sich ein teures Board und eine teure Ausrüstung. Wenn ihr nur einmal im Monat auf dem See mit dem Stand Up Paddling Board entspannt eine Runde drehen wollt, tut es wohl auch ein billiges Einsteiger-SUP. Bei SUP-Rennen ist ein Race-Board empfehlenswert, für lange Touren ein Touring-Board. Für das Meer und das Wellenreiten gibt es spezielle Wave-Boards. Viele Anfänger greifen aber gerne zu einem Allround-Board, da es für Einsteiger die perfekte Mischung aus Stabilität, Wendigkeit und Geschwindigkeit bietet. Die Länge bei Stand Up Paddle Boards wird in Fuß“ angegeben. Allround- und Einsteiger-Boards haben eine Länge von 10-12″, was ungefähr einer Länge von 3,30 Metern entspricht. Die schnellen Race-Boards sind meist über 4 Meter lang (14″), sind aber von der Standfläche sehr schmal und bei weitem nicht so kippstabil. Wo wir auch schon bei der nächsten Frage angekommen sind.

Was für einen Board-Typen nehme ich?

Stand Up Paddling Board-Typen

Race 

Anfänger sind mit einem Race-Board nicht gut bedient, da diese Boards aufgrund ihrer schmalen Bauweise nicht besonders kippstabil sind. Auch die Wendigkeit lässt bei den langen Renn-Boards, die meist bis zu 14″ Fuß lang sind, zu wünschen übrig. Race-Boards sind etwas für fortgeschrittene Paddler, die eine hohe Geschwindigkeit und ein sportliches Fahren wollen. Die hohe Spurtreue ist für Rennen sehr von Vorteil. Anfänger, die nicht einmal den Basis-Paddelschlag richtig beherrschen werden mit einem Race-Board nicht glücklich werden und sollten eher zu einem Touring- oder Allround-Board greifen.

Typische Race-Board Länge: 12,6″-14″

links RACE (blau), rechts Touring (grün) – Race-Boards sind viel schmaler

Board-Vorschläge

Touring

Klassisches 12.6″ großes Touring-Board

Das Touring-Board hat eine sehr breite Standfläche und eine hohe Traglast. 150 kg Gewicht tragen die Touring-Boards meist problemlos, da auch sie auch für lange Touren mit Gepäck geeignet sein sollen. Für zusätzliches Gepäck stehen meist zwei Gepäcknetze (vorne und hinten) zur Verfügung. Durch die hohe Breite ist das Touring Board sehr kippstabil. Das Touring iSUP geht meist bei 12,6″ los und ist damit weniger wendig als die kleineren Allround-Boards. Touring Boards weisen eine hohe Spurtreue auf, sind aber durch das Gewicht träge beim Anfahren. Wenn das Board aber erst einmal Fahrt aufgenommen hat, kann auch hiermit eine passable Geschwindigkeit erzielt werden. Das Bug ist bei Touring-Boards meist schmal und spitz. Durch die Länge sind diese Boards für Kinder ungeeignet.

Typische Touring-Board Länge: ab 12″

links Allround, rechts Touring-Board

Board-Vorschläge

Allround

Das Allround-Board ist das perfekte Einsteiger-Board, da es die perfekten Fahreigenschaften für Anfänger bietet. Wenn ihr nicht gerade lange Touren machen wollt (Touring Board empfehlenswert) seid ihr mit einem Allrounder eigentlich für fast jeden Situation auf der sicheren Seite. Allround-Boards haben ein breites abgerundetes Bug und sind weniger lang als die Touring-Boards (meist 10″).

Der Allrounder ist perfekt für Anfänger geeignet

Dadurch haben die Boards eine gute Wendigkeit. Die Wendigkeit wird nur etwas durch die breite Standfläche etwas negativ beeinflusst. Ein Allround-Board ist die perfekte Mischung aus Stabilität, Wendigkeit und Geschwindigkeit. Es verfügt meist noch über unterstützende Seitenfinnen, welche das Board noch kippstabiler machen. Gegen die schlechtere Spur-Treue lässt sich mit einer stabilen langen Race-Finne entgegenwirken. Auf einem Allrounder sind sogar Sportübungen problemlos möglich. Einige Allrounder machen sogar auf kleinen Wellen im Meer eine gute Figur. Ein Allround-Board ist auch für Kinder geeignet. Solltet ihr bei eurer Kaufentscheidung zwischen dem Touring- und dem Allround-Board schwanken, nehmt das Allround Board. Auf diesem lässt sich anfangs das Stand Up Paddling perfekt erlernen und ihr habt den meisten Spielraum bei den Verwendungsmöglichkeiten.

Typische Touring-Board Länge: ab 10″

Board-Vorschläge

Wave

Wave-Boards sind wie der Name schon verrät für die Welle gemacht. Sie sind schwer zu beherrschen, wenn ihr keine Vorerfahrung im Surfen habt. Sie sind meist sehr kurz und dadurch schnell und wendig – perfekt für die Welle. Diese Boards sind nichts für Einsteiger, sondern ausschließlich für erfahrene Stand Up Paddler.

Typische Touring-Board Länge: ab 7″

Wenn ihr diesen Artikel aufmerksam und komplett durchgelesen habt, werdet ihr nun vielleicht schon wissen, welchen Board-Typ ihr nehmt und wie viel Geld ihr maximal aufgeben wollt. Wenn nicht empfehle ich euch einfach mal das Testen von unterschiedlichen Boards bei einem SUP-Verleih in der Nähe. Hier steht in der Regel die komplette Breite an SUP-Boards für eine Testfahrt bereit. Danach könnt ihr euch immer noch entscheiden. Aber Vorsicht: Stand Up Paddling macht süchtig!

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Hey! Ich bin Steffen, 28 Jahre und Autor dieses Beitrags. Hier einige Infos zu mir: Ich bin schon seit ich denken kann vom Sport fasziniert. Ich liebe außergewöhnliche Sportarten, die einem körperlich alles abverlangen und an meine Grenzen bringen. So stecke ich meine sportlichen Ziele immer wieder höher! Ich verbringe viel Zeit bei sportlichen Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur – ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Ich liebe Hindernis- und Extremläufe. Im Jahr 2016 habe ich meinen ersten Marathon mit Hindernissen und ersten 100 km Marsch gefinisht. Ich fahre auch in meiner Freizeit viel Fahrrad, gehe viel laufen und mache seit knapp zwei Jahren Bodyweight-Training. Ich liebe es mich in der Natur (Berge, Seen) zu bewegen, um neue Orte und landschaftliche Highlights zu entdecken. Die Sommer-Monate verbringe ich meist auf dem Stand Up Paddling Board. Auf dem SUP-Board erkunde ich sportlich Flüsse, Seen und Kanäle rund um Hamburg. Sport ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Hier fülle ich meine Energiereserven wieder auf, finde einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und entwickle neue Ideen für diese Seite und meine YouTube-Kanal (FitnessBox). Über Kommentare und Nachrichten von euch hier auf der Seite freue ich mich immer sehr!

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