2. Steelman Hannover 2015 – Erfahrungsbericht

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Am 1. November 2015 ging es für unser Team Mud Runner Hamburg nach Hannover zur 2. Auflage des Steelman Hannover. Dieser fand auf der Pferderennbahn “Neue Bult” in Hannover-Langenhagen statt. Die Event-Location stellte sich, für die Austragung eines Hindernislaufs, als hervorragend geeignet heraus und erzeugte direkt bei der Anfahrt eine Atmosphäre, die das Herz höher schlagen lies. Wir hatten uns vorab für die erstmals stattfindende Team-Wertung auf der 18 km Distanz (2 Runden) angemeldet. Hier kamen wir als Team nach ca. 2:21 Stunden ins Ziel – 3. Platz… doch beginnen wir ganz am Anfang.

1Startgebühr und Anmeldung

Die Anmeldung erfolgte über das Mika-Timing Online-Portal und war schnell und einfach erledigt. Die Meldebestätigung und die Teilnehmerinformationen gab es einige Tage vor dem Event per E-Mail zugeschickt. Darin waren alle wichtigen Infos zum Event enthalten, so dass ich mich auf jeden Fall ausreichend informiert fühlte. Auch ein detaillierter Streckenplan wurde vorab auf die Steelman-Website gestellt. So konnte schon vorab genau gesehen werden, was einen alles erwartet. Eine Liste mit Hindernissen, inklusive einer kleinen Beschreibung, gab es ebenfalls. Dieses hätte ich mir bei manch anderem Hindernislauf so im Detail gewünscht! Die Vorarbeit beim Steelman Hannover war wirklich hervorragend. Die Startgebühr für die 18 km Distanz betrug bei Anmeldung kurz vor dem Event 69 Euro. Bei Anmeldung zu einem früheren Zeitpunkt war die Startgebühr etwas geringer.

2Anreise, Parkplätze, Check-In

Wir sind logischerweise vom Norden, über die A7, in Richtung Langenhagen angereist. Wir haben uns leider ganz auf die kurze Wegbeschreibung verlassen, welche mit den Teilnehmerinformationen zugeschickt wurde. Diese stellte sich aber als ungeeignet heraus. Dort war BAB-Abfahrt “Mellendorf” angegeben. Die richtige Abfahrt war allerdings eine später (Richtung Flughafen). Weiter sollte dann die Abfahrt “Pferdemarkt” genommen werden. Diese hieß allerdings Abfahrt “Flughafen”. Erst danach konnten wir den Schildern “Pferdemarkt” folgen. Hinweisschilder auf den Steelman Hannover suchten wir vergebens. Das einzige was wir auf der Anfahrt fanden waren Werbeplakate an den Laternen. Hier hätte ich mir, sobald die Autobahn verlassen wird, Schilder mit Pfeilen gewünscht. So musste am Ende doch das Navi herhalten. Dieses habe ich bei anderen Events schon deutlich besser und stressfreier erlebt.

Ein großes Lob hingegen muss ich für den Parkplatz aussprechen. Dank des Austragungsortes, einer Pferderennbahn, standen mehr als genügend Parkplätze für das Event zur Verfügung. Es fielen keine Parkplatzgebühren an! Wenn ich dieses mit dem Tough Mudder vergleiche, wo für das Parken auf einer Wiese 15€ bezahlt werden müssen, ist der Steelman Hannover wirklich einige Schritte voraus und macht die schlechte Wegbeschreibung wieder wett.

Startunterlagen

Die Abholung der Startunterlagen, der Check-In, war auch schnell erledigt. Dank ausreichender Beschilderung auf dem Event-Gelände wurde alles schnell und einfach gefunden. Hier stand genügend Personal zur Verfügung, so dass wir nach ca. fünf Minuten die Startunterlagen in den Händen hielten. Bei der Ausgabe wurde kurz erklärt, das sich die Startnummer auf einem Silikon-Armband befindet. Mit den Startunterlagen gab es einen Chip für den Schuh und das Startnummer-Armband. Eine Startnummer zur Befestigung auf dem Shirt gab es beim Steelman Hannover nicht.

3Das Eventgelände

Die Pferderennbahn “Neue Bult” ist die perfekte Location für einen Hindernislauf. Ausgelegt auf viele Menschen und logistisch perfekt ausgestattet, stand vor Ort wirklich alles zur Verfügung was zu einem richtig guten Event dazugehört. Viele Stände für Essen und Trinken, ein Merchandise-Shop und einige Stände der Sponsoren konnten von den Teilnehmern und Zuschauern besucht werden. Schon beim Betreten des Geländes hatte sich ein positiver Eindruck gefestigt, welcher sich bis zum Ende nicht wieder legte. Es stand für die Zuschauer auch eine riesige Tribüne zur Verfügung. Durch das Hauptgebäude konnte die Laufstrecke betreten werden. Der Innenbereich zeichnete sich durch eine wunderbare Weitsicht aus. Die Hindernisse konnten schon aus einiger Entfernung bestaunt werden.

Die Zuschauer konnten sich auf dem gesamten Gelände mehr oder weniger frei bewegen und unglaublich nah an die Hindernisse, um das Feeling hautnah mitzuerleben. Der Eintritt für die Zuschauer war frei, wodurch auch reichlich Zuschauer angelockt wurden. Besonders Familien mit Kindern waren beim Steelman Hannover unter den Zuschauern. Ein Highlight, besonders für die kleinen Zuschauer, war sicherlich die Möglichkeit die Läufer mit Wasserbomben abzuwerfen.

4Der Lauf

Bild: Steelman Hannover

Wir waren schon ziemlich früh vor Ort, so dass wir uns perfekt auf den Lauf einstimmen und die Atmosphäre vor Ort aufsaugen konnten. Wir haben viele Bekannte Läufer von anderen Events wieder getroffen. Der Start der 18 km Distanz sollte ab 11 Uhr erfolgen. In Wellen, mit einem Abstand von 1:30min, wurden die Startgruppen (100 Personen) auf die Strecke geschickt.

Start

Der Start erfolgte, wie es bei einer Pferderennbahn üblich ist, aus den Startgittern. Eine tolle Idee, die den Puls deutlich höher schlagen lies. Gespannt wurde hier auf den Countdown und das Öffnen der Gitter gewartet. Wir waren in der dritten Startwelle, wodurch schon viele Läufer vor uns auf der Strecke waren. Um kurz nach 11 öffneten sich für uns die Startgitter und es ging auf die 9 km Rundstrecke mit ca. 20 Hindernissen.

Strecke

Die ersten Meter habe ich mich etwas wie ein Rennpferd gefühlt, das nun seine Runden laufen muss. Doch schon nach ca. 200 Metern ging die Strecke nach rechts in ein kleines Waldstück wo das erste Matsch-Hindernis wartete. Die Strecke war, zumindest im Bereich der Pferderennbahn, wirklich ziemlich breit. Der größte Teil der Strecke ging über Sand und Gras. Es musste gekrochen, geklettert und gehangelt werden. Die 20 Hindernisse waren mal mehr, mal weniger anspruchsvoll und insgesamt ziemlich abwechslungsreich. Es durfte ein 5 Liter Bierfass über einen Abschnitt getragen, über Container geklettert, durch Sand gekrochen, durch Matsch gekrabbelt, durch einen Fluss gewatet, Sandsäcke getragen, Holzwände überklettert, eine Hebebühne bestiegen und eine Rutschbahn hinunter gerutscht (…) werden.

Die Strecke hatte tatsächlich alles, was das Herz eines Hindernisläufers hat höher schlagen lässt. Die Hindernisse waren vom Schwierigkeitsgrad insgesamt fair gestaltet und gut machbar. Bei einigen Hindernissen, wie beispielsweise den Holzwänden, war Team-Work gefragt.

Obwohl wir in der dritten Startwelle auf der 18 km Distanz waren, staute es sich schon beim Hindernis “Steel Castle” – einer Gerüstkonstruktion mit balancieren und Hangeln. Hier warteten wir schon in der ersten Runde ca. 5 Minuten. Das gleichte folgte schließlich beim Hindernis “Beam Cabinet” – einer Holzkonstruktion. Leider waren diese Hindernisse ziemlich dicht zusammen, so dass hier in kurzer Zeit zweimal gewartet werden musste. Noch schlimmer war es allerdings in der zweiten Runde. Hier musste vor dem “Beam Cabinet” teilweise 30-40 Minuten gewartet werden, so dass wir dieses Hindernis ausließen um nicht komplett auszukühlen. Beim “Steel Castle” wurden wir netterweise von den vielen wartenden Teilnehmern vorgelassen, so dass wir dieses Hindernis in der zweiten Runde ohne Wartezeit überwinden konnten. Außerdem gab es in der zweiten Runde einen riesigen Stau beim Hindernis “StageLifting” – einer Hebebühne mit leider nur einer einzigen Leiter. Hier warteten wir bestimmt auch 15 Minuten bevor wir die Hebebühne überwinden konnten. Hier hätte ich mir einfach eine zweite oder dritte Hebebühne gewünscht. So hätte der Stau vermieden werden können. Die Wartezeit vor diesen drei Hindernissen hat die Begeisterung leider etwas getrübt. Ich hoffe der Veranstalter nimmt sich diese Kritik zu Herzen und verbessert vor allem den SteelCastle und das “Beam Cabinet”. Die Hindernisse etwas später auf der Strecke platziert und doppelt so breit (der Platz war schließlich da) hätte den ein oder anderen Stau vermeiden können. Manche Läufer haben diese Pause sicherlich auch gebraucht. Für uns, die schon geübte Läufer sind, war die Wartezeit einfach nur “nervig”.

Insgesamt konnten die Hindernisse aber überzeugen. Doch was den Stau angeht, kann der Veranstalter im nächsten Jahr zeigen, das es auch besser geht. Denn der Ansatz und die Idee bei den Hindernissen war wirklich hervorragend. Die Hindernisse haben Spaß gemacht und kamen genau zur richtigen Zeit auf der Strecke. Es gab keine langen Laufpassagen ohne Hindernisse. Die Steigung auf der Strecke hat einige Läufer auch ziemlich gefordert. Allerdings war der Abstieg über die Treppenstufen, die teilweise von Laub bedeckt waren, auch nicht gerade ungefährlich. Eine kleine Geschichte am Rande: Gerade als wir die Treppenstufen überwunden hatten kreuzten zwei aufgescheuchte Rehe die Laufstrecke, die einen Läufer von uns am Oberschenkel erwischten.

Sehr positiv hingegen fand ich die Idee mit dem “lebenden” Hindernis – Football Line. Die Football Spieler hatten sichtbar Spaß! Die Flußquerung fand ich auch eine tolle Idee. Das beim Steelman nicht geschwommen werden musste, sehe ich aufgrund der Temperaturen im November ebenfalls sehr positiv. Wir hatten auf der Strecke beim Steelman Hannover 2015 viel Spaß – und darum geht es schließlich!

Positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch die vielen Rettungskräfte auf der Strecke, so dass selbst bei der kleinen Flussquerung nichts passieren konnte. Bei einigen Hindernissen wäre es aber noch sicherer gewesen, wenn beim Abstürzen ein weicherer Untergrund (Stroh) gewartet hätte. Hier auf der Steelman-Website können nochmal alle Hindernisse angesehen werden.

Steelman_Hannover_2015_044Ziel

Nachdem auch die zweite 9 km Runde geschafft war, folgte der Zieleinlauf. Mit einer Zeit von ca. 2:21 Stunden liefen wir als Team (Mud Runner Hamburg) gemeinsam ins Ziel ein. Direkt im Ziel erhielt jeder Läufer eine Rettungsdecke, damit der Körper nicht auskühlt. Schließlich gab es dann die tolle Steelman Hannover Medaille. Danach gab es dann das wohl verdiente Bier, Äpfel, Bananen, Backwaren, Tee und Wasser.

5Verpflegung und Duschen

Auf der 9 km Strecke gab es insgesamt zwei Versorgungspunkte. Hier wurde Wasser und warmer Tee gereicht. Etwas zu Essen gab es auf dem 9 km Rundkurs nicht. Die Duschen befanden sich außerhalb in einen durch Gitter abgetrennten Bereich. Es gab eine Trennung von Frauen- und Männerduschen. Im Bereich für die Männer standen insgesamt sechs Duschen zur Verfügung. Überraschenderweise waren dieses Warmwasser-Duschen. Dieses sorgte auch dafür, dass einige Männer gar nicht mehr unter der Dusche weg kamen und ein kleiner Stau entstand. Insgesamt sind warme Duschen nach so einem Lauf aber ein absoluter Traum! Obwohl echten Steelmans wohl auch Kaltwasser-Duschen nichts ausgemacht hätten.

6Video zum 2. Steelman Hannover

Update: Hier der Pokal für den 3. Platz auf der 18 km Distanz in der Teamwertung.

7Fazit

In Anbetracht das es dieses Jahr erst der zweite Steelman Hannover war, und ich durch viele Gespräche von den vielen Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr erfahren habe, kann ich nur ein positives Fazit für diesen Hindernislauf ziehen. Das Eventgelände und die Strecke sind wirklich einzigartig. Die Parkplatzsuche und der Check-In waren ebenfalls problemlos. Die Atmosphäre war, wohl auch aufgrund der vielen Zuschauer durchweg hervorragend!

Das Wetter trug hier sicherlich auch zu einem gelungenen Event bei. 18 Grad und strahlenden Sonnenschein sind am 1. November  sicherlich nicht die Regel. Hätte es geregnet oder geschneit und die Temperaturen um den Gefrierpunkt gelegen, wären aufgrund der Wartezeit bei den Hindernissen die Leute wohl reihenweise umgekippt oder erfroren. So lernt der Veranstalter hoffentlich und verbessert die kleinen Fehler des Steelman Hannover bis zum nächstem Jahr! Wir hoffen auf eine erneute Einladung zu diesem Event, das es schaffen kann, irgendwann zu den ganz Großen dazu zu gehören!

Du bist ebenfalls beim Steelman Hannover am 1. November gestartet? Schreibe deine Erfahrungen einfach als Kommentar unter diesen Beitrag und bewerte den Lauf! Du hilfst damit dem Veranstalter und trägst zur Verbesserung des Laufs bei!

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Startgebühr
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Anreise, Parkplätze, Check-In
90 %
Strecke
85 %
Hindernisse
85 %
Schwierigkeitsgrad
85 %
Hey! Ich bin Steffen, 28 Jahre und Autor dieses Beitrags. Hier einige Infos zu mir: Ich bin schon seit ich denken kann vom Sport fasziniert. Ich liebe außergewöhnliche Sportarten, die einem körperlich alles abverlangen und an meine Grenzen bringen. So stecke ich meine sportlichen Ziele immer wieder höher! Ich verbringe viel Zeit bei sportlichen Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur – ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Ich liebe Hindernis- und Extremläufe. Im Jahr 2016 habe ich meinen ersten Marathon mit Hindernissen und ersten 100 km Marsch gefinisht. Ich fahre auch in meiner Freizeit viel Fahrrad, gehe viel laufen und mache seit knapp zwei Jahren Bodyweight-Training. Ich liebe es mich in der Natur (Berge, Seen) zu bewegen, um neue Orte und landschaftliche Highlights zu entdecken. Die Sommer-Monate verbringe ich meist auf dem Stand Up Paddling Board. Auf dem SUP-Board erkunde ich sportlich Flüsse, Seen und Kanäle rund um Hamburg. Sport ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Hier fülle ich meine Energiereserven wieder auf, finde einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und entwickle neue Ideen für diese Seite und meine YouTube-Kanal (FitnessBox). Über Kommentare und Nachrichten von euch hier auf der Seite freue ich mich immer sehr!

3 Kommentare

  1. Mir hat der lauf ganz gesehen gut gefallen. Die beste Idee finde ich mit den Start nummern welche nicht mehr auf die Brust geklebt werden und dann eben nicht nerven.

    Der Preis… Bisher war ich immer der Meinung, der Preis rechtfertigt sich dadurch, dass man dazu noch ein T-shirt bekommt… Aber nein, kostet nochmal satte 25€ mehr. Großes Minus meinerseits.

  2. Ich war als Zuschauer mit dabei und ich war schwer begeistert. Die Location war der Hammer, das Wetter hat mitgespielt und ich konnte fast jedes Hindernis hautnah miterleben. Man kam als “Spaziergänger” gut von einem Hindernis zum nächsten und konnte so seine Leute fast die ganze Zeit mit anfeuern. Im Hintergrund lief gute Musik, alle hatten Spaß und waren gut drauf! Nächstes Jahr laufe ich vielleicht mal mit um mir das Ganze auch mal von einer anderen Perspektive angucken zu können! Ich bin auf jeden Fall auf dem Geschmack gekommen!

  3. Nach ein paar Problemen während der Anreiße hat der Steelman alles geboten was man sich von einem Hindernisslauf wünschen kann. Schöne location, tolle Hindernisse und wem eine Runde nicht reichte der durfte zwei mal Spaß haben. Nicht ganz so viele Teilnehmer wie beim Tough Mudder, dafür aber teilweise doppelt so lange Wartezeiten an den Hindernissen. Das scheint wohl ein häufiges Problem bei solchen Läufen zu sein. Alles in allem aber ein tolles Event mit guter Verpflegung (nach dem Rennen) und tatsächlich warme Duschen!

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