Am 19. November gab es für mich mehr oder weniger den Jahresabschluss für meine Hindernislauf-Saison 2016. In der Nähe von Trendelburg (Hessen) fand der zweite Dragonheartbattle statt. Schon am Freitag sind wir in die Nähe gereist, um am Samstag weniger Stress zu haben. Gegen 8:15 Uhr am Samstagmorgen ging es für uns in Richtung des Wasserschloss Wülmersen wo Start und Ziel vom Hindernislauf sein sollten. Als wir gegen 9:15 Uhr vor Ort eintrafen waren schon einige Läufer vor Ort. Das Gelände hatte durch Feuerstellen und das Gemäuer vom Wasserschloss ein mittelalterliches Flair. Das Thermometer zeigte 5°C. Die Abholung der Startunterlagen war in wenigen Minuten erledigt, so dass ich mich ein bisschen umschauen und auf den Rest des Teams warten konnte. Angemeldet hatte ich mich für die volle Distanz, welche ca. 24 Kilometer lang sein sollte. Bei den angegebenen Masterchief-Kilometern ist die angegebene Streckenlänge aber immer nur ungefähr, so dass es mal mehr, mal weniger Kilometer sein können.

Als endlich alle Team-Mitglieder eingetroffen waren, konnten wir uns langsam in den Startbereich begeben. Wir standen leider relativ weit hinten, so dass wir erst in der dritten Startwelle starten konnten. Für uns ging es um 11:20 Uhr auf die Strecke.

Von Anfang an haben wir gut Tempo gemacht und das Feld der dritten Startgruppe angeführt. Nach ca. 100 Metern ging es direkt schon durch einen kleinen Bachlauf, wo die Beine zum Glück erst einmal nur bis zu den Waden nass wurden. Es war aber ein guter Vorgeschmack auf das was noch kommen sollte. Nach ca. einem Kilometer ging es in den matschigen Steinbruch, der seinem Namen alle Ehre machte.

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Es hatte die letzten Tage viel geregnet, so dass hier die Wege wirklich von braunem Matsch überzogen waren. Es ging über steinige und unebene Wege und machte deutlich, dass der Dragonheartbattle definitiv eine Herausforderung wird. Als wir uns durch ein kleines buschiges Waldstück gekämpft hatten kamen von links den Feldweg entlang die PITMAN-Läufer (ca. 12 km), die eine Startwelle nach uns gestartet waren.

Matschige, bergige Waldabschnitte

Die Strecke führte wieder durch einen kleinen Bachlauf, bei welchem wir unter einer Brücke hindurch mussten. Das Wasser war auch hier nicht tief. Schließlich ging es mit stetiger Steigung hinauf in den Wald von Trendelburg.

Es folgte ein anstrengendes, matschiges und auch irgendwie nerviges Waldstück, bei welchem es immer durchs Gebüsch steil bergauf und wieder hinab ging. Ein Überholen war in diesem Streckenabschnitt unmöglich, so dass meine Uhr nach 5 Kilometern schon 45 Minuten anzeigte. Als dieser Abschnitt geschafft war, konnte endlich wieder etwas mehr Tempo gemacht werden, so dass wir mit großen Schritten der Trendelburg näher kamen. Die Waldwege waren vom Regen aufgeweicht und rutschig. In Trendelburg waren die Hindernisse ziemlich geballt.

Die matschigen Gruben, die dort auf uns warteten konnte nicht alleine überwunden werden. hier war Team-Work gefragt. Die Löcher waren schlammig, rutschig und mit Wasser gefüllt. Als Team schafften wir es dieses Hindernis zu bewältigen. Schließlich ging es über einen LKW mit Holzstämmen, durch Container und ein laaanges Kriechhindernis. Dann liefen wir ein Stück an der Diemel entlang und konnten die schöne Landschaft genießen. Es waren überraschend viele Zuschauer vor Ort, die mit viel Freude die ganzen Läufer anfeuerten.

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Ab in die Diemel

Für uns ging es jetzt das erste Mal in die kalte Diemel. Wir mussten in den Fluss und schließlich an einem Netz wieder die Brücke hinaufklettern und oben über das Brückengeländer. Danach waren meine Hände, zum ersten Mal diesen Tag, wirklich eiskalt. Zu meinem Pech habe ich auch das linke der beiden Netze gewählt, so dass ich um kurzes Schwimmen zum Netz nicht drum rum kam. Als wir die eisige Diemel passiert hatten ging es steil nach oben bis zur Trendelburg. Dort warteten Schneekanonen, aus welchem eiskaltes Wasser kam, auf uns.

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Nach einem Kriech-Strom-Hindernis hatten wir schließlich die Trendelburg erklommen und konnten oben kurz einen warmen Tee trinken. Danach ging es mit großen Schritten direkt wieder nach unten Richtung Diemel. Über diese waren zwei Spanngurte gespannt über welche wir, glücklicherweise trocken, bis ans andere Ufer gelangten.


Tauchen bei 6°C

Doch trocken sollten wir nicht lange bleiben denn jetzt ging es wirklich richtig in den kalten Fluss. Es warteten unter einer Brücke drei Kanus auf uns, unter welchen durchgetaucht werden musste. Dieses Hindernis kostete am meisten Überwindung, da das Wasser wirklich eiskalt war. Ich entschied mich alle Kanus auf einmal zu durchtauchen und nicht nach jedem Kanu eine kurze Pause zu machen. Überraschend schnell und von der Strömung mitgetrieben tauchte ich zügig unter den Kanus hindurch. DAS WAR KALT!

Schnellen Schrittes überwand ich die letzten Meter in der kalten Diemel und wollte einfach nur noch raus aus dem Wasser. Später im Ziel erfuhr ich, das viele Läufer einfach über die Kanus geklettert sind und sich nicht überwinden konnten, den Kopf in die kalte Diemel zu stecken. Umso mehr freute ich mich, dass wir dieses Hindernis tauchend überwunden haben, wie es eigentlich auch gedacht war.

Nach dem Tauchen wussten wir, dass wir nun das Schlimmste geschafft hatten. Auf dem Rückweg ging es wieder durch das lange Kriechhindernis, welches mit dem Gegenverkehr noch um einiges schwerer zu überwinden war. Hier wäre vielleicht eine zweite Kriech-Linie für den Rückweg angebracht gewesen.

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Der Rest der Hindernisse war schnell überwunden. Im Grunde waren dieses wieder die gleichen wie schon auf dem Hinweg. Das Matschloch war durch die Massen an Läufern noch rutschiger als auf dem Hinweg. Nachdem das letzte Hindernis in Trendelburg überwunden war, konnten wir endlich mal ein ganzes Stück laufen. Nach einem schönen Stück an der Diemel ging es noch einmal in einem langen Waldstück bergauf. Als wir irgendwann bergab laufen konnten und wieder den kleinen Bachlauf passierten, wussten wir, dass das Ziel nicht mehr weit ist.

Es musste nur noch einmal ein kleines Waldstück und der geliebte Steinbruch überwunden werden. Der Weg zurück ging zum Glück nicht wieder auf und ab durch den Wald. Dennoch habe ich hier etwas die Hindernisse vermisst. Ein letztes Mal den kleinen Bachlauf in der Nähe des Wasserschloss passiert und als Team in ca. 3:08 Stunden die Ziellinie überquert. Meine Uhr zeigte am Ende tatsächlich 23,91 km. Ich war mit der Zeit am Ende zufrieden. Nach einigen Abschlussbildern konnte es endlich unter die warme Dusche im Wasserschloss gehen.

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Der Dragonheartbattle hat im Vergleich zum Vorjahr noch einmal eine Schippe drauf gelegt. Die Hindernisse waren zwar nicht spektakulär, dafür war es durch die eisigen Temperaturen trotzdem nicht so einfach diesen Lauf zu finishen. Laut Ergebnisliste sind auf der Dragonheartbattle-Distanz 260 Läufer ins Ziel gekommen. Ich bin am Ende zufrieden, erschöpft und haben den Drachen auch im Jahr 2016 erfolgreich bekämpft. 2017 komme ich ganz bestimmt wieder!

Ihr wart auch beim Dragonheartbattle 2016 mit dabei? Schreibt eure Erfahrungen doch einfach als Kommentar unter diesen Beitrag!

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Hey! Ich bin Steffen, 28 Jahre und Autor dieses Beitrags. Hier einige Infos zu mir: Ich bin schon seit ich denken kann vom Sport fasziniert. Ich liebe außergewöhnliche Sportarten, die einem körperlich alles abverlangen und an meine Grenzen bringen. So stecke ich meine sportlichen Ziele immer wieder höher! Ich verbringe viel Zeit bei sportlichen Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur – ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Ich liebe Hindernis- und Extremläufe. Im Jahr 2016 habe ich meinen ersten Marathon mit Hindernissen und ersten 100 km Marsch gefinisht. Ich fahre auch in meiner Freizeit viel Fahrrad, gehe viel laufen und mache seit knapp zwei Jahren Bodyweight-Training. Ich liebe es mich in der Natur (Berge, Seen) zu bewegen, um neue Orte und landschaftliche Highlights zu entdecken. Die Sommer-Monate verbringe ich meist auf dem Stand Up Paddling Board. Auf dem SUP-Board erkunde ich sportlich Flüsse, Seen und Kanäle rund um Hamburg. Sport ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Hier fülle ich meine Energiereserven wieder auf, finde einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und entwickle neue Ideen für diese Seite und meine YouTube-Kanal (FitnessBox). Über Kommentare und Nachrichten von euch hier auf der Seite freue ich mich immer sehr!

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