Der fitbit Charge 3 tritt in die Fußstapfen der beliebten zweier Version. Das Nachfolgemodell ist nun auch endlich wasserdicht, so dass es auch beim Duschen und Schwimmen am Handgelenk verbleiben kann. Ansonsten bleibt der Charge 3 ein klassischer Fitness-Tracker aus dem Hause fitbit, bei dem leider auf einige sinnvolle Funktionen und Sensoren verzichtet wurde, die das Gesamtpaket, gerade für Sportler, abgerundet hätten. So bleibt der Charge 3 unterm Strich ein gewöhnliches Fitnessarmband mit einem stylischen Design und einem mittelmäßigen Funktionsumfang. Für alle, die einfach ihre Bewegung im Alltag überwachen möchten, könnte das neue fitbit Armband trotzdem interessant sein. Mich hat der Charge 3 über mehrere Wochen im Alltag und beim Sport begleitet.

Lieferumfang der fitbit Charge 3

Design

Das Design des Charge 3 finde ich persönlich rundum gelungen. Mit seinen nur 51 Gramm Gewicht trägt er sich angenehm und nicht störend am Handgelenk. Das Aluminium-Gehäuse lässt den Tracker hochwertig und robust wirken. Auch das Display, welches mit Gorilla-Glas ausgestattet wurde, weiß durch eine kratzfeste Oberfläche zu überzeugen. Die Verbindungen zum Silikonarmband wurden im Gegensatz zur Ionic weiter optimiert, so dass diese nun besser halten und ein einheitliches Bild mit dem Herzstück abgeben. Im Lieferumfang befinden sich gleich zwei Armbänder (bis 18 cm und bis 22 cm), damit die Charge 3 bei jedem Handgelenk-Umfang passt. Das Austauschen der  Armbänder funktioniert schnell und unkompliziert.

Das Armband verfügt über eine Dornschließe und ist mit einem dezenten Wabenmuster versehen.  Unten im Gehäuse eingelassen ist ein optischer Herzfrequenzsensor und ein (nicht aktivierter [Stand: Januar ’19) SpO2-Sensor. Die Sensoren heben sich leicht vom Gehäuseboden ab und sollen über Licht, welches unter die Haut dringt, den Puls (und in Zukunft auch die Sauerstoffsättigung) bestimmen sollen. Den hohen Tragekomfort schränken die Sensoren nicht ein.

An der linken Gehäuseseite befindet sich eine leichte Einkerbung, die einen “Touch-Button” darstellt. Dieser dient zur Steuerung innerhalb der Menüs und gibt Feedback über den integrierten Vibrationsmotor. Ansonsten wird die Charge 3 komplett über das Display bedient. Auch ist der Fitnesstracker nun endlich wasserdicht, so dass er auch beim Duschen und Schwimmen am Handgelenk verbleiben kann.

Display

Das OLED-Display des Charge 3 zeigt gewünschte Informationen nur in einer Farbkombination aus schwarz-grau und weiß an (Graustufen OLED). Es ist hell aber für Outdoor-Aktivitäten leider nicht hell genug. Bei Sonnenlicht kommt das Display des Fitnessarmbands schnell an seine Grenzen und ist nur noch schwer ablesbar. Es handelt sich zudem nicht um ein “always-on”-Display, so dass immer nur, entweder durch Handgelenk-Geste oder Berührung, Informationen angezeigt werden. Gerade beim Sport hätte ich mir ein dauerhaft aktiviertes Display gewünscht, um einfach und schnell die gewünschten Informationen abrufen zu können. Insgesamt wirkt das Display des Charge 3 einfach, fast schon etwas zu einfach für einen Tracker, der ca. 140 Euro [Stand Jan. ’19] kostet.

Das Display des Charge 3 zeigt alles in Graustufen an

Funktionen

Der fitbit Charge 3 weiß durch eine Vielzahl an Funktionen zu überzeugen. Mit ihm lassen sich Fitness- und Bewegungsdaten über den gesamten Tag sammeln. Wer den Fitnesstracker 24/7 am Handgelenk trägt bekommt Informationen über sein Aktivitäts-Level und hat sogar die Möglichkeit Sporteinheiten einfach aufzuzeichnen. Auch der Schlaf kann automatisch erfasst und am nächsten Morgen abgerufen werden.

Schritte, Schlaf, Kalorien und Stockwerke werden vom fitbit Charge 3 erfasst

Folgende Daten kann der Charge 3 erfassen:

  • Schritte (mit Bewegungserinnerung)
  • Stockwerke
  • Kalorien
  • Distanz (aus Schritten bestimmt)
  • aktive Minuten
  • 24/7 Herzfrequenz
  • Schlaf (automatische Erkennung inkl. Schlafphasen)

Schritte werden über den integrierten Beschleunigungssensor erfasst. Die Stockwerke über den Höhenmesser. Der Puls beim Sport und im Alltag über den optischen Herzfrequenzsensor. Bei der “Special-Edition”, die ca. 25 Euro mehr kostet, gibt es zudem noch einen integrierten NFC-Chip womit kontaktlos bezahlt werden kann. Bei der Standard-Edition, die ich im Test hatte, ist dieser Chip nicht integriert. Der SpO2-Sensor soll zwar verbaut sein, wurde aber bisher nicht durch Updates aktiviert. Bei den Schritten ist die Charge 3 überraschend großzügig und erfasst gerne auch bei schnellem Armschwingen einige Schritte für das Tagesziel. Auch die Kalorien sind bei länger anhaltenden Aktivitäten eher positiv bemessen, so dass ihr euch hierauf nicht unbedingt verlassen solltet.  Bei der Schlafaufzeichnung ist die Charge 3 aber hingegen sehr genau und hat Schlafengehen und Aufstehen zuverlässig erkannt.

Sportfunktionen

Sportfunktionen gehören bei einem Fitness-Tracker mittlerweile zur Standard-Ausstattung. Die fitbit Charge 3 verfügt über ein integriertes Sportmenü, über welches sich diverse Sportarten ganz einfach aufrufen und starten lassen. Bis zu sechs unterschiedliche Sportarten können auf dem Tracker angezeigt werden. Wer diese abändern möchte, muss dieses in der zugehörigen fitbit-App tun. Ihr könnt hier einfach eure Lieblingssportarten auswählen und übertragen. Das Starten einer Sportart wurde leider, vor allem im direkten Vergleich mit der sonst sehr einfachen und wenig komplexen Struktur der Menüs, sehr kompliziert gestaltet.

Sportmenü auf der fitbit Charge 3

Ein Wischen nach Links auf dem Display öffnet das Menü wo wir als erstes direkt den Punkt “Training” finden. Nach Auswahl finden wir uns im Sportmenü zur Auswahl der Sportart wieder. Hier können wir nun durch Wischen nach oben bei der jeweiligen Sportart noch einige wenige Einstellungen vornehmen (erwartet hier nicht zu viel).

Nach dem Auswählen der Sportart geht es in ein weiteres Untermenü wo sich bestimmte Ziele festlegen lassen (Zeit- Strecken- oder Kalorienziel) oder endlich in das “Starten”-Menü der jeweiligen Aktivität gewechselt werden kann. Erst nach nochmaliger Bestätigung auf “Los” lässt sich schließlich die Aufzeichnung der Aktivität beginnen. Wünschenswerter wäre ein schnelles und unkompliziertes Starten über einen extra “Aktivitäts-Button” gewesen. Die Einfachheit des Charge 3 wird durch dieses fast schon nervige Sportmenü wieder komplett zunichte gemacht und passt einfach nicht in das Gesamtkonzept, welches der Tracker ansonsten ausstrahlt.

Connected GPS zur Streckenaufzeichnung

Über einen integrierten GPS-Sensor verfügt die Fitbit Charge 3 leider nicht. Dafür habt ihr aber die Möglichkeit über euer via Bluetooth gekoppeltes Smartphone eine Strecke aufzuzeichnen. Die Funktion nennt sich “Connected GPS”. Hierbei nutzt der Charge 3 den GPS-Sensor eures Smartphones und zeichnet die Strecke zuverlässig beim Sport auf. So lässt sich diese auch später in der zugehörigen App wieder abrufen und ansehen. Externe Sensoren, wie beispielsweise ein Brustgurt, sind mit der Charge 3 nicht koppelbar. Der Puls kann aber überraschenderweise recht zuverlässig über den optischen Sensor erfasst und aufgezeichnet werden. Nur bei schnellen Puls-Wechseln oder einer starken Muskelkontraktion im Arm, kommt dieser nicht mehr mit. Wer sein Smartphone bei der Lauf-Runde nicht mitnehmen möchte, kann natürlich auch über den integrierten Beschleunigungssensor eine Strecke aufzeichnen. Allerdings wird die Distanz dann anhand der gelaufenen Schritte bestimmt, wodurch es zu starken Distanz-Abweichnungen gegenüber einer GPS-Aufzeichnung kommt.

Beim Laufen kann der GPS-Sensor des Smartphones zur Streckenaufzeichnung genutzt werden

Smartphone-Benachrichtigung & Wecker

Neben den Fitness- und Sportfunktionen bietet die Charge 3 bei gekoppeltem Smartphone auch noch weitere Funktionen. So habt ihr die Möglichkeit Social-Media, Messenger- oder E-Mail Nachrichten direkt über den Tracker abzurufen und zu lesen. Allerdings ist ein Antworten auf die Nachrichten nicht möglich. Nur bei eingehenden Anrufen könnt ihr diese direkt über die Charge 3 annehmen oder ablehnen. Eine bestehende Bluetooth-Verbindung zum Smartphone ist bei diesen Funktionen allerdings Pflicht. Zum Telefonieren benötigt ihr allerdings trotzdem euer Smartphone. Ansonsten lassen sich Wetterinformationen abrufen, ein Wecker über die App aktivieren oder ein Timer starten. Auch ein Programm für eine Atemübung lässt sich direkt über den Tracker starten.

Auch Messenger-Nachrichten lassen sich empfangen!

Synchronisation und App

Die Informationen der Charge 3 laufen in der fitbit App zusammen. Diese ist übersichtlich gestaltet und bietet eine gelungene Auswertung von Tagen, Wochen und Monaten. Einmal wöchentlich bekommt ihr eine E-Mail mit euren erreichten Zielen. Auch lassen sich hier Wettbewerbe gegen Freunde veranstalten oder Trainingsprogramme herunterladen. Ich habe die Charge 3 in Kombination mit iOS genutzt und hatte bei der Synchronisation keinerlei Probleme.

fitbit-App

Akku

Die fitbit Charge 3 verfügt über einen 71 mAh Akku. Trotz dieser geringen Akkukapazität soll der Akku bis zu 7 Tage am Stück durchhalten. Bei mir im Test hat der Akku tatsächlich immer mindestens die sieben Tage geschafft. Allerdings hatte ich auch Smartphone-Benachrichtigungen weitestgehend deaktiviert. Es bestand nicht dauerhaft eine Bluetooth-Anbindung mit dem Smartphone. Im Test schaffte der Akku der Charge 3, bei ca. 6 aufgezeichneten Sporteinheiten in der Woche, immer knapp 10 Tage. Bei aktivierter Bluetooth-Anbindung und vielen Benachrichtigungen dürfte der Akku trotzdem knapp 5 Tage durchhalten. Am Tag hat der Charge 3, bei dauerhaftem Tragen, ca. 5-11% verbraucht.

Fazit

Die fitbit Charge 3 ist ein gelungener Nachfolger. Sie weiß vor allem durch die robuste und saubere Verarbeitung und den hohen Tragekomfort zu überzeugen. In Sachen Fitness-Tracking leistet das Armband eine solide Arbeit, auch wenn es bei den gesammelten Schritten und Kalorien insgesamt etwas zu großzügig ist. Der fehlende GPS-Sensor dürfte in erster Linie ambitionierte Sportler stören, die ihr Smartphone bei der Lauf-Runde nicht mitnehmen möchten. Wer hier ein bisschen Kompromisse eingeht und “Connected-GPS” nutzt, wird aber auch an dieser Stelle glücklich.

Die optische Pulsmessung macht eine überraschend genaue Arbeit und kommt nur bei schnellen Herzfrequenz-Wechseln an ihre Grenzen. Eine zusätzliche Kopplungsmöglichkeit von externen Sensoren hätte diesen Kritikpunkt wieder wett gemacht. Von der Menüstruktur, der Bedienung und der Ablesbarkeit vom Display hätte die Charge 3 sicherlich noch etwas besser gestaltet werden können, bietet aber hier ein insgesamt zufriedenstellendes Ergebnis. Für alle, die einfach nur ihre Bewegung und den Schlaf im Alltag aufzeichnen möchten, ist die Charge 3 ein solider Begleiter. Für ambitionierte Sportler würde ich eher zu einer richtigen Sportuhr mit GPS und deutlich mehr Einstellmöglichkeiten raten.



Fitbit Charge 3, Der innovative Gesundheits und Fitness Tracker, Schwarz (Ausrüstung)


Eigenschaften: 
  • Nutzen Sie die kontinuierliche Herzfrequenzmessung, um Ihren Kalorienverbrauch besser zu tracken, das Training zu optimieren und Gesundheitstrends aufzudecken – lassen Sie sich inspirieren, Ihre Ziele zu erreichen
  • Mit einer Akkulebensdauer von bis zu 7 Tagen liefert Ihnen Fitbit Charge 3 Tag und Nacht Erkenntnisse und Inspiration. (Abhängig vom Nutzungsverhalten und anderen Faktoren)
  • Fitbit Charge 3 erkennt automatisch Übungen wie Laufen, Schwimmen, Crosstrainer, Sport und mehr und zeichnet diese für Sie in der Fitbit App auf
  • Wählen Sie aus über 15 Trainingsmodi wie Laufen, Radfahren, Schwimmen, Yoga, Zirkeltraining und mehr, setzen Sie ein Ziel und erhalten Sie Echtzeit-Statistiken während Ihres Trainings, um zu sehen, wie Sie besser werden können
  • Behalten Sie Ihre Ziele im Auge mit dem täglich aktualisierten Dashboard, mit dem Sie sehen, wie viel Bewegung sie noch brauchen, das Ihnen Ihren Flüssigkeitsbedarf & Ihren Schlafplan anzeigt und vieles mehr
  • Materialien: Das Fitbit Charge 3 Classic-Armband ist aus flexiblem, langlebigem Material gefertigt – ähnlich dem, das für namhafte Sportuhren verwendet wird. Mit integrierter Aluminiumschnalle. Das Gewebearmband ist aus Polyester mit hohem Tragekomfort gefertigt. Mit integrierter Aluminiumschnalle.
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Hey! Ich bin Steffen, 28 Jahre und Autor dieses Beitrags. Hier einige Infos zu mir: Ich bin schon seit ich denken kann vom Sport fasziniert. Ich liebe außergewöhnliche Sportarten, die einem körperlich alles abverlangen und an meine Grenzen bringen. So stecke ich meine sportlichen Ziele immer wieder höher! Ich verbringe viel Zeit bei sportlichen Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur – ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Ich liebe Hindernis- und Extremläufe. Im Jahr 2016 habe ich meinen ersten Marathon mit Hindernissen und ersten 100 km Marsch gefinisht. Ich fahre auch in meiner Freizeit viel Fahrrad, gehe viel laufen und mache seit knapp zwei Jahren Bodyweight-Training. Ich liebe es mich in der Natur (Berge, Seen) zu bewegen, um neue Orte und landschaftliche Highlights zu entdecken. Die Sommer-Monate verbringe ich meist auf dem Stand Up Paddling Board. Auf dem SUP-Board erkunde ich sportlich Flüsse, Seen und Kanäle rund um Hamburg. Sport ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Hier fülle ich meine Energiereserven wieder auf, finde einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und entwickle neue Ideen für diese Seite und meine YouTube-Kanal (FitnessBox). Über Kommentare und Nachrichten von euch hier auf der Seite freue ich mich immer sehr!

1 Kommentar

  1. Kann man die Fitbit Charge 3 auch gut bei Hindernisläufen nutzen wie Xletix und so? Oder sind da so Uhren eher unpraktisch?

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