Freeletics ist ein intensives Ganzkörpertraining, welches von der riesigen Community und einer App-Unterstützung lebt. Das Training wird zum Großteil mit dem eigenen Körpergewicht durchgeführt, wodurch mit nur einer Trainingsmatte und Sportkleidung losgelegt werden kann. Es gibt eine kostenlose Freeletics App Variante. In dieser sind allerdings nicht alle Workouts freigeschaltet. Deshalb greifen viele zum kostenpflichtigen “Freeletics Coach” – hier bekommt jeder von Woche zu Woche einen neuen Traingsplan mit unterschiedlichen Workouts. Doch lohnt sich der kostenpflichtige Freeletics Coach? Ich habe diesen getestet und möchte über meine Erfahrungen allgemein mit Freeletics und dem Coach

Positiv:

  • riesige Community
  • personalisiertes Training für jedes Fitness-Level
  • ausgereifte App / Web-Version
  • viele Workouts – Endurance / Standard / Strength

Negativ:

  • Workouts wiederholen sich häufig
  • wenig Kontrolle bei Übungsausführung
  • Abo-Funktion (Kosten)

Was ist Freeletics?

Diese Frage habe ich in den letzten Wochen und Monaten ziemlich häufig beantwortet. Trotz immer größer werdender Community haben doch viele noch nie von Freeletics gehört. Freeletics ist ein hochintensives Ganzkörpertraining, welches theoretisch an jedem Ort der Welt durchgeführt werden kann, da es ohne viele Geräte (Klimmzugstange muss irgendwann sein) auskommt und hauptsächlich mit dem eigenen Körpergewicht ausgeführt wird. Das Prinzip ist eigentlich einfach: Der “Free Athlete”, wie die Sportler bei Freeletics genannt werden, macht eine vorgegebene Abfolge von Übungen in einer möglichst schnellen Zeit. Diese Workouts haben Namen von großen und kleinen griechischen Göttern (Hades, Hera, Zeus, Poseidon…). Wenn ihr in Bus und Bahn jemanden davon reden hört, das er heute noch zweimal Poseidon machen muss, wisst ihr, das es sich hier um Freeletics handeln muss. Die Zeiten und durchgeführten Workouts werden Online, in einer Smartphone App veröffentlicht. Wenn dir andere Free Athleten “folgen”, sehen sie, wenn du neue Workouts gemacht hast und können diesen ein “Clap” geben, um dir Respekt für die Leistung auszusprechen. Dieses fördert die Motivation und das Gemeinschaftsgefühl.

Was wird benötigt?

Für den Anfang wird für Freeletics nicht viel benötigt. Bei den meisten fängt Freeletics mit dem Herunterladen der kostenlosen Freeletics App an. Für den Anfang, zum Testen, reicht definitiv die kostenlose App-Version. Hier sind auch einige Workouts freigeschaltet, wo ausprobiert werden kann, ob Freeletics das Richtige ist. Hier wird kurz ein Profil angelegt und schon kann das Training beginnen. Da viele Übungen auf dem Boden durchgeführt werden, ist eine Sportmatte oder Ähnliches schon empfehlenswert. Ansonsten wird neben der normalen Sportkleidung anfangs erstmal nichts benötigt. Im weiteren Verlauf muss aber zwingend eine Klimmzugstange zur Verfügung stehen, da an dieser später viele Übungen (PullUps, Toes To Bar, Muscle Ups…) durchgeführt werden.

Was kostet Freeletics?

Am Anfang kostet Freeletics erstmal gar nichts – nur den Willen etwas zu verändern! Wie eben schon geschrieben, kann die App kostenlos heruntergeladen werden. Hier sind zwar nicht alle Workouts und Funktionen freigeschaltet, das macht aber für den Anfang gar nichts. Nach einigen Workouts kommt schnell der Wille nach “mehr”. Mehr Workouts, mehr Qual (ja das meine ich ernst), mehr Spaß… Wenn es soweit ist, wird es Zeit für den Freeletics Coach. Der Coach unterstützt einem bei dem Training, gibt Tipps und jede Woche neue, auf dem Leistungsstand basierende, Workouts vor, die absolviert werden müssen. Der Coach ist in Abo-Form aufgebaut. Es gibt verschiedene Laufzeiten für die Nutzung aller Funktionen in der App. Die Preise (Stand: Juli 2015) sind wie folgt gestaffelt:

  • 3 Monate für 34,99€
  • 6 Monate für 59,99€
  • 12 Monate für 79,99€

Freeletics kostet, im Vergleich zu einem Fitnessstudio, nicht besonders viel. Für ca. 35 Euro gibt es personalisierte Trainingspläne, die dich auf deinem aktuellen Fitness-Level abholen und von Woche zu Woche neu anpassen. Ob man diesen Preis für eine App ausgeben möchte, muss jeder individuell entscheiden. Für den Start reicht aber auf jedem Fall die kostenlose App!

Die Freeletics-App

Der Freeletics Coach und die App ist insgesamt gut strukturiert. Sie ist übersichtlich gestaltet und alle Funktionen werden schnell gefunden. Es gibt Bestenlisten, ein eigenes Profil und die Feed Funktion bei welcher immer die Workouts und Übungen gesehen werden, die von den anderen Free Athleten (wenn man diesen folgt) durchgeführt wurden. Es gibt seit einiger Zeit auch eine “Ghost”-Funktion bei welcher gegen den eigenen Geist angetreten wird. Dieses spornt dazu an, noch schneller zu sein. Während den Workouts wird mit einem Finger-Tip auf den Bildschirm zur nächsten Übung weitergeschaltet. Die App zeigt genau an, welche Übung aktuell durchgeführt werden muss – die Uhr wird durchgehend angezeigt.

Freeletics Coach

Nachdem das Abo abgeschlossen wurde, verlangt die App nach einem Fitness-Test. Hier muss immer die maximale Anzahl an Übungen in einer vorgegebenen Zeit absolviert werden (meistens 5 Minuten). Der Fitness-Test bei Freeletics ist notwendig, um einen möglichst individuellen Trainingsplan zu erstellen, der auf das aktuelle Fitness-Level abgestimmt ist. Nachdem der Fitness-Test absolviert wurde, darf in der App eingestellt werden, was trainiert werden soll. Es stehen drei mögliche Varianten zur Auswahl:

  • Cardio
  • Cardio & Kraft
  • Kraft

Je nachdem was trainiert werden soll, sollte hier die Auswahl getroffen werden. Für Muskelaufbau empfiehlt sich die Wahl der “Kraft” Variante. Wer mit dem Freeletics Coach hautpsächlich Abnehmen möchte, sollte die “Cardio” Variante wählen. Solltet ihr euch nach einer Woche noch umentscheiden wollen, ist das gar kein Problem. Der Fokus kann von Woche zu Woche neu eingestellt werden. Auch kann die Anzahl an Trainingstagen von Woche zu Woche eingestellt werden. So passt sich der Coach immer den Lebensumständen an. Das ist meiner Meinung nach ziemlich gut gelöst. Ab jetzt beginnt das eigentliche Training. Der Coach zeigt einem nun alle Workouts an, die in der Woche absolviert werden müssen. Die Reihenfolge muss hierbei nicht gezwungenermaßen eingehalten werden. Es ist einfach nur wichtig, das auch wirklich alle Workouts, die der Coach vorgibt, gemacht werden – natürlich immer in der bestmöglichen Zeit. Für jedes absolvierte Workout gibt es bei Freeletics eine vorgegebene Anzahl an Punkten. Anhand der Punkte erhält jeder Free Athlete seinen Level. Einige legen großen Wert auf ein möglichst hohes Level. Ich bin der Meinung das das Level eher Nebensache bleiben sollte. Trotzdem kann in derCommunity davon ausgegangen werden, das Athleten mit einem hohen Level schon sehr erfahrene Free Athleten sind.

Alle Übungen bei Freeletics sind mit ausführlichen Videos dargestellt. Hier wird die genaue Übungsabfolge gezeigt, um Fehler zu vermeiden. Gerade am Anfang sollte man, wenn alleine trainiert wird, auf eine saubere Übungsausführung geachtet werden. Eventuell einfach mal ein eigenes Video machen und mit den Freeletics-Videos vergleichen! Vor und nach jedem Workout wird ein Warm-Up und Cool-Down im Freeletics Coach angezeigt. Dieses sollte auch unbedingt gemacht werden, um Verletzungen zu vermeiden. Immer wieder wird von der App darauf hingewiesen wie wichtig das Aufwärmen vor dem Training ist. Das beug Verletzungen vor und der Körper kann noch mehr Leistung bringen. Es können auch verschiedene “Skills”, neue Übungen, in der App freigeschaltet werden, wenn diese beherrscht werden. So werden dann irgendwann Workouts vom Coach vorgegeben, bei welchen diese, doch sehr anspruchsvollen, Übungen mit eingebaut sind.

Es gibt bei jedem Workout auch drei Varianten “Endurance”, “Standard” und “Strength”. So werden auch die Workouts, die vielleicht schon oft absolviert wurden, nie langweilig.

Ich habe den Freeletics Selbstversuch gestartet und den Coach 15 Wochen (3 Monate) ausprobiert. Die Macher von Freeletics versprechen nach 3 Monaten “die Form deines Lebens” und werben mit muskelbepackten Sportlern. Ich wollte es selber ausprobieren, wie sich das Freeletics auf meinen Körper und meine Fitness auswirkt. Das Freeletics Tagebuch kann hier auf der Seite angeschaut werden. Hier könnt ihr mich direkt verfolgen und schauen, wie es mir ergangen ist. Teilweise habe ich bei meinen Workouts auch kommentiert, wie es mir bei den ganzen Übungen ergangen ist.

Freeletics Tagebücher

Um einfach mal eine Zeit und die Veränderung anhand des wohl am meist gehassten Workouts (Aphrodite) einzuwerfen: Bestzeit am Anfang – 25:40 min Bestzeit am Ende- 17:39 min

Viele haben gesagt das meine Anfangszeit auch schon sehr gut war und sich viele noch mehr durch das Workout quälen. Aber ich war am Anfang ja auch schon auf einem guten Fitness-Level. Die Zeit am Ende spricht natürlich für sich. Ich konnte mich trotzdem noch weiter verbessern. So erging es mir bei vielen Workouts. Die Zeiten wurden immer wieder verbessert und geschlagen. Pullups sind mir anfangs echt schwer gefallen. Jetzt am Ende mache ich ohne Probleme 15 Pullups am Stück.

Fazit

transformation_week9_freeleticsHält der Freeletics Coach was er verspricht – die Form meines Lebens? Ich bin der festen Überzeugung das ich noch nie so fit war, wie nach den 15 Wochen Freeletics Training. Das merke ich alleine daran, wie sich meine Laufzeiten verbessert haben. Ich laufe die 5 km nun annährend in 20 Minuten. Diese Zeit war vorher undenkbar. Ich dachte, dass ich vor Freeletics schon ziemlich fit gewesen sei. Doch nun, durch Freeletics, ist es nochmals ein ganz anderes “Fitness-Gefühl”. Da ich im Coach den Fokus auf Kraft gelegt habe, hatte ich wirklich sehr viele Workouts mit Pullups und Pushups. Dadurch sind meine Schultern deutlich breiter geworden. Auch im oberen Rücken war ich noch nie so trainiert, wie jetzt. Die Community treibt mich immer wieder zu neuen Höchstleistungen – auch wenn ich eigentlich schon total K.O. bin. Die Bestzeiten wollen geschlagen werden. Was ich bei meinem ersten Workout nie dachte: Burpees machen Spaß! Ich habe durch Freeletics gelernt an meine körperlichen Grenzen zu gehen und diese zu überwinden. Dadurch bin ich nun tatsächlich in der Form meines Lebens. Auch nach den drei Monaten Training bleibe ich natürlich dabei… Denn die ganz anspruchsvollen Übungen, wie Muscle Ups oder Handstand-Pushups, wollen noch von mir erlernt werden. So habe ich weiter ein klares Ziel vor Augen.

Das Freeletics Training ist tatsächlich überall möglich – Matte in die Hand nehmen und raus an die frische Luft. Die Klimmzugmöglichkeiten in der Umgebung sind schnell gefunden. Auch die Workouts mit einem Lauf-Part, und der Strecke, sind irgendwann kein Problem mehr. Ich kann nur jedem empfehlen sich eine Gruppe in der Umgebung zu suchen oder eine eigene Freeletics Gruppe zu gründen. In Der Gruppe macht das Training nämlich noch viel mehr Spaß!

Du hast Freeletics auch schon ausprobiert und gemacht oder bist aktuell noch dabei? Schreibe deine Erfahrungen mit Freeletics einfach als Kommentar unter diesen Beitrag und gebe deine Bewertung ab! Ich freue mich über jeden Beitrag!

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Hey! Ich bin Steffen, 28 Jahre und Autor dieses Beitrags. Hier einige Infos zu mir: Ich bin schon seit ich denken kann vom Sport fasziniert. Ich liebe außergewöhnliche Sportarten, die einem körperlich alles abverlangen und an meine Grenzen bringen. So stecke ich meine sportlichen Ziele immer wieder höher! Ich verbringe viel Zeit bei sportlichen Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur – ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Ich liebe Hindernis- und Extremläufe. Im Jahr 2016 habe ich meinen ersten Marathon mit Hindernissen und ersten 100 km Marsch gefinisht. Ich fahre auch in meiner Freizeit viel Fahrrad, gehe viel laufen und mache seit knapp zwei Jahren Bodyweight-Training. Ich liebe es mich in der Natur (Berge, Seen) zu bewegen, um neue Orte und landschaftliche Highlights zu entdecken. Die Sommer-Monate verbringe ich meist auf dem Stand Up Paddling Board. Auf dem SUP-Board erkunde ich sportlich Flüsse, Seen und Kanäle rund um Hamburg. Sport ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Hier fülle ich meine Energiereserven wieder auf, finde einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und entwickle neue Ideen für diese Seite und meine YouTube-Kanal (FitnessBox). Über Kommentare und Nachrichten von euch hier auf der Seite freue ich mich immer sehr!

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