Die Garmin Vivoactive 3 ist die neue Multisportuhr, die neben einem GPS-Sensor auch eine ganze Reihe von Sportprofilen und Fitness-Tracking-Funktionen bietet. Die Vivoactive 3 ist der Nachfolger der beliebten Vivoactive HR (Hier im Test). Das Design bei der neuen Garmin-Sportuhr wurde stark, vor allem ins Positive, geändert. Zudem wurden einige Funktionen, wie zum Beispiel das kontaktlose Bezahlen oder eine “Side Swipe”-Funktion, hinzugefügt. Mich hat die Garmin Vivoactive 3, die mir von Garmin ausgeliehen wurde, insgesamt vier Wochen begleitet. Die Sportuhr wurde von mir beim Sport und natürlich auch im Alltag getragen, damit ich mir ein möglichst genaues Bild machen konnte. Ob mich die neue Vivoactive überzeugen konnte, erfahrt ihr in diesem ausführlichen Testbericht, in welchem ich auf alle Funktionen, das Design und natürlich auch die Genauigkeit eingegangen bin. Ist die Vivoactive 3 ein würdiger Nachfolger für die Vivoactive HR?

Preis und Lieferumfang

Von der Vivoactive gibt es zwei Versionen – eine Version mit Edelstal- und eine mit Schiefer-Lünette. Preislich liegt die Vivoactive 3 bei ca. 300 Euro [Stand Januar ’18]. Damit ordnet sich die Sportuhr auf einer Ebene mit der Samsung Gear Sport und der Fitbit Ionic ein, die neben Sportfunktionen auch noch viele Smartwatch-Features bieten.

Lieferumfang der Vivoactive 3

Die Garmin Vivoactive 3 wird in einem quadratischen stylischen Karton geliefert. In der Box befindet sich neben der Vivoactive nur ein Ladekabel und eine Bedienungsanleitung. Die Einrichtung nach dem Auspacken geht schnell und einfach. In Kombination mit der Garmin Connect App ist die Uhr nach nicht einmal 10 Minuten eingerichtet und mit dem Smartphone gekoppelt.

Technische Features

Die Vivoactive 3 ist für sportliche Aktivitäten perfekt ausgestattet und bietet auch sonst eine ganze Reihe von sinnvollen Features, die dieser Uhr die perfekte Grundlage bieten. Zur Standortbestimmung stehen GPS und Glonass zur Verfügung. Außerdem verfügt die Uhr über einen Beschleunigungssensor, einen Kompass, ein Thermometer, einen barometischen Höhenmesser und eine optische Herzfrequenzmessung am Handgelenk. Die Sportuhr kann auch beim Schwimmen und unter der Dusche getragen werden, da sie bis zu 50 ATM (50 Meter) wasserdicht ist.

Wasser? Für die wasserdichte Vivoactive 3 kein Problem

Als Verbindungen stehen Bluetooth und ANT+ zur Verfügung, wodurch sich die Uhr auch mit zusätzlichen Sensoren (Brustgurt u.a.) koppeln lässt. Die Uhr verfügt über einen fest verbauten Akku und einem internen Speicher, der bis zu 7 Aktivitäten mit Zeitangabe speichern kann. Dank eines NFC-Chips soll mit der Vivoactive später auch das kontaktlose Bezahlen möglich sein (Jan. ’18: aktuell noch nicht in DE verfügbar). Auch ein Vibrations-Motor ist bei der Vivoactive 3 verbaut.

Design und Verarbeitung

Die Vivoactive 3 ist mit nur 43 g ein echtes Leichtgewicht am Handgelenk. Als Material wurde faserverstärktes Polymer (Kunststoff) in Kombination mit Edelstahl gewählt. Edelstahl kommt bei der Lünette zum Einsatz, die sich um das 1,2″ große Touch-Display zieht. Außerdem besteht die Unterseite rund um den optischen Herzfrequenzsensor, der bündig mit dem Rest des Gehäuses abschließt, aus Edelstahl. Die Garmin Sportuhr hat einen Durchmesser von 4,3 cm und hat damit eine angenehme Größe . Die Dicke beträgt auch nur 1,17 cm.

Vivoactive 3 am Handgelenk

Display

Das Display hat eine Auflösung von 240×240 ppi und ist dank der MiP-Technologie (Memory in Pixel) auch bei Sonnenlicht noch sehr gut ablesbar, was für Outdoor-Aktivitäten ein riesiger Vorteil ist. Allerdings bietet das Display dadurch weniger kontaktreiche Farben (schwarz wirkt eher wie grau) und ist nicht vergleichbar mit einem modernen Smartphone-Display (OLED). Das Display der Vivoactive 3 kann bei Dunkelheit beleuchtet werden. Die Helligkeitsstufen lassen sich in den Einstellungen regulieren. Damit einen das empfindliche Touch-Display nachts im Bett nicht anstrahlt, empfehle ich das Aktivieren einer Tastensperre. Das Display reagiert hervorragend auf Touch-Eingaben, neigt aber auch hin und wieder dazu etwas “überempfindlich” zu sein und auf alles zu reagieren, was auf das Display trifft (Wasser(tropfen), Gegenstände…). Das Display ist deutlich besser ausgeleuchtet, als beim Vorgängermodell, der Vivoactive HR, die bei eingeschalteter Beleuchtung deutlich erkennbare Schatten geworfen hat.

Armband und Tragekomfort

Das Armband besthet aus einem weichen und hautverträglichen Silikon und hat einen Durchmesser von nur 20 mm, wodurch die Uhr insgesamt auch hervorragend für schmale Handgelenke geeignet ist. Das Armband hat eine wabenartige Struktur und lässt sich perfket an das Handgelenk anpassen. Geeignet ist das Armband für einen Handgelenkumfang von 127 bis 204 mm. Leider wurde bei den Armbändern auf den Quick-Verschluss verzichtet, welcher ein einfahres und schnelles Wechseln der Armbänder ermöglicht hätte. Die Vivoactive trägt sich angenehm am Handgelenk und drückt, auch beim Tragen 24/7, nicht.

Tolles alltagstaugliches Design

Die Garmin Vivoactive 3 ist hervorragend verarbeitet. Die Sportuhr wirkt, obwohl sie zum Großteil aus Kunststoff besteht, nicht billig oder schlecht verarbeitet. Die Edelstahl-Lünette verleiht der Uhr den letzten Schliff und lässt sie insgesamt hochwertiger wirken. Das hier im Gegensatz zum kantigen Vorgängermodell wieder auf das klassische runde Uhren-Design gesetzt wurde, ist ebenfalls positiv zu bewerten.

Die Vivoactive 3 ist vom Design sehr gelungen

Bedienung

Die Sportuhr lässt sich über das Touch-Display bedienen (siehe oben). Um in das Sportmenü zu gelangen muss allerdings ein haptischer Button gedrückt werden, welcher sich wahlweise links oder rechts am Gehäuse befindet (Displaydrehung in den Einstellungen). Auf der anderen Seite befindet sich Side Swipe-Steuerung, die eine Art Scrollbereich am Gehäuserand ist.

Wenn über die geriffelte Fläche mit dem Finger gestriffen wird, kann durch Menüs gescrollt werden. Die Swipe-Bedienung habe ich als etwas “gewöhnungsbedürfig” empfunden, da für eine Bestätigung trotzdem noch das Display berührt werden muss. Meiner Meinung nach bietet die Steuerung keine wirklichen Vorteile, außer das auch mit kalten Fingern durch Menüs gescrollt werden kann. Während des Scrollens bekommt ihr von der Uhr ein Feedback vom Vibrationsmotor, was das Navigieren mit dem nötigen Feingefühl sinnvoll unterstützt. Die Swipe-Steuerung ist nicht so präzise, wie ich mir das gewünscht hätte, so dass die neue Steuerung bei der Vivoactive 3 eher selten zum Einsatz kam.

Ansonsten ist das Menü aber logisch und einfach strukturiert, so dass sich jeder hier schnell zurechtfindet. Die gesuchten Einstellmöglichkeiten werden schnell gefunden und das scrollen durch die einzelnen Menüpunkte läuft flüssig und ohne Ruckler.

Side-Swipe Nutzung bei der Vivoactive 3

Neues Steuerungsmenü für schnelle Einstellungen

Um noch schneller Einstellungen an der Helligkeit oder der Bluetooth-Anbindung vorzunehmen, gibt es bei der Sportuhr ein neues “Steuerungsmenü”. Dieses kann durch ein längeres Drücken des haptischen Buttons aufgerufen werden. Darin findet ihr Einstellmöglichkeiten für die Display-Helligkeit, die Smartphone-Anbindung, die Tastensperre oder den DND (do not disturb) Modus. Außerdem lässt sich hier bequem der Akku-Stand abrufen.

Funktionen

Der Funktionsumfang der Vivoactive 3 ist gigantisch. Sie ist nicht nur eine Sportuhr, sondern auch ein Fitnesstracker und ein bisschen sogar eine Smartwatch. Wobei die Smartwatch-Features eher nebensächlich sind und die Sportfunktionen, wie bei allen anderen Garmin-Uhren auch, im Vordergrund stehen.

Auch die Schritte werden mit der Sportuhr gezählt

Fitness-Tracking

Als täglicher Begleiter kann die Garmin Vivoactive 3 auch als Fitness-Tracker fungieren. Gerade beim Tragen 24/7 machen diese Features Sinn und Spaß. Folgende Daten werden von der Vivoactive 3, wenn die Fitnesstracking-Funktionen aktiviert sind, erfasst:

  • Schritte
  • Stockwerke
  • Schlaf
  • Intensitätsminuten
  • 24/7 Herzfrequenz
  • Stresslevel (anhand von HF)
  • Kalorien (Ruhe- und Aktivitätskalorien)

Ihr könnt euch ein Ziel definieren (z.B. 10.000 Schritte, 25 Stockwerke…) und versuchen dieses jeden Tag zu erreichen. Ihr könnt das Ziel aber auch auf “automatisch” stellen, so dass es von Tag für Tag individuell an euren Aktivitäts-Grad angepasst wird. Das Zählen der Schritte erfolgt mit dem Beschleunigungssensor. Bei starken oder schnellen Armbewegungen zählt die Uhr somit auch Schritte, wenn keine gemacht werden. Dieses ist aber ausnahmslos bei allen Sportuhren der Fall, die über einen Schrittzähler verfügen und ist meiner Meinung nach kein wirklicher Nachteil. Die Garmin-Uhren sind erfahrungsgemäß schon genauer und strenger als andere Fitness-Tracker was die gelaufenen Schritte angeht.

Schlaf-Aufzeichnung

Der Schlaf wird automatisch erfasst und erkannt. Ihr müsst die Vivoactive 3 nicht in einen Schlaf-Modus versetzten. Hier habt ihr eine Unterscheidung von Leicht- Tief- und Wachphasen. Solltet ihr die Uhr direkt morgens an das Ladekabel anschließen kann es sein, dass die Uhr dieses auch noch als Schlaf trackt. Auch muss, wenn ihr nachts arbeitet oder erst morgens ins Bett geht (Nachtdienst), die Schlafzeit in der Garmin Connect App angepasst werden, da sonst der Schlaf nicht oder falsch erfasst wird. Ansonsten ist die Schlafaufzeichnung aber relativ genau und kann als grober Anhaltswert dienen.

Kalorien

Die Kalorien werden bei der Vivoactive 3 in Ruhe- und Aktivkalorien aufgeteilt. Die Ruhekalorien sind hierbei der Grundumsatz, der sich individuell nach dem Gewicht, der Größe und natürlich dem Aktivitätslevel richtet. Die Aktivkalorien sind alle Kalorien, die zusätzlich durch Bewegung verbrannt werden. Dazu zählen natürlich Aktivitäten, aber auch die gelaufenen Schritte über den Tag und die damit verbrannten Kalorien.

Die “Mein Tag” Übersicht gibt Auskunft über Aktivitäten

Stockwerke & Herzfrequenz

Ein Stockwerk ist bei Garmin mit 3 Metern definiert. So kann es schon mal vorkommen, das am Ende des Tages etwas weniger Etagen auf er Uhr stehen. Ansonsten kann die automatische Zählung der Stockwerke als ein grober Orientierungwert dienen. Der Puls kann, wenn gewünscht 24 Stunden am Tag gemessen werden. Während einer laufenden Aktivität wird der Puls kontinuierlich gemessen. Zwischen den Aktivitäten oder im Alltag findet eine intelligente regelmäßige Pulsmessung statt. Der Puls wird über den optischen Herzfrequenzsensor gemessen und ist später in der Tagesübersicht einsehbar.

Sportfunktionen

Die Vivoactive 3 hat eine ganze Reihe von Sportfunktionen zu bieten, die das Sportlerherz höher schlagen lassen. Neben einer ganzen Reihe von Sportprofilen bietet die Vivoactive 3 auch alle Sensoren, die für die Trainingsaufzeichnung notwendig sind. Der GPS-Sensor zeichnet die Strecke zuverlässig auf und der optische Herzfrequenzsensor den Puls. Das GPS-Signal wird, je nach Region, nach ca. 30 Sekunden gefunden.

GPS-Signal wurde gefunden, Aktivität “Bereit” zum Starten

Folgende Sportprofile stehen auf der Vivoactive 3 zur Verfügung:

  • Laufen
  • Gehen (Indoor & Outdoor)
  • SUP
  • Krafttraining
  • Cardio
  • Laufband
  • Hallenbahn
  • Radfahren (Indoor & Outdoor)
  • Treppensteigen
  • Schwimmbad
  • Crosstraining
  • Stepper
  • Rudern (Indoor & Outdoor)
  • Golf
  • Skifahren
  • Snowboarden
  • Langlauf
  • Yoga

Sollte euch die Auswahl nicht ausreichen, habt ihr auch die Möglichkeit euch ein “eigenes Sportprofil” direkt über die Uhr zu erstellen. Hierbei kann ein vorhandenes einfach kopiert und den Wünschen entsprechend angepasst bzw. geändert werden (GPS Ja-Nein, Trainingsseiten…). Ihr könnt euer Training aber auch einfach mit den “Auffang-Aktivitäten” Cardio und Krafttraining tracken und später in der Garmin Connect App individuell ändern.

Jede Aktivität hat Besonderheiten

Je nachdem welches Sportprofil ihr auf der Vivoactive 3 auswählt, erhaltet ihr im nachhinein in der Auswertung auch unterschiedliche Daten. Beim Rudern und Stand Up Paddling können beispielsweise die Paddelzüge und die Distanz pro Zug gezählt werden. Beim Schwimmen können nach Einstellung der Beckenlänge die Bahnen gezählt werden. Eine Besonderheit gibt es noch beim Schwimmen: Die optische Herzfrequenzmessung ist deaktiviert und lässt sich auch nicht aktivieren. Eine Pulsaufzeichnung beim Schwimmen ist demnach nicht möglich (auch nicht mit Garmin-Tri-Gurt).

Beim Krafttraining könnt ihr Sätze und Wiederholungen aufzeichnen. Später in der App könnt ihr sogar die Übung aus einer großen Auswahl ergänzen, wenn die Uhr diese nicht schon selber erkannt hat. Ansonsten bietet die Vivoactive 3 aber eine ganze Reihe von Einstelllmöglichkeiten bei den einzelnen Sport-Aktivitäten. Ihr könnt die angezeigten Datenfelder während einer Aktivität individuell anpassen und ändern, eine “Auto-Pause” aktivieren oder euch zu einer bestimmten Zeit, einer erreichten Distanz oder eines bestimmten Ziels einen Alarm aktivieren. Garmin hat das Menü einfach und übersichtlich strukturiert und bietet trotzdem genug Einstellmöglichkeiten um Sportlern das Training zu komfortabel wie möglich zu gestalten. In Sachen Einstellmöglichkeiten beim Sport macht den Garmin-Uhren niemand etwas vor.

Bodyweight-Training (Burpees) mit der Garmin Vivoactive 3

Herzfrequenzgenauigkeit mit optischer Messung

Bei der Garmin Vivoactive 3 kommt der “Elevate”-Herzfrequenzsensor zum Einsatz. Ich habe die Vivoactive bei diversen Sportarten ausprobiert und konnte mir dadurch ein hervorragendes Bild der optischen Messung machen. Die Erfahrungen haben gezeigt das die Garmin-Uhr bei konstanten Aktivitäten wie Laufen und Radfahren sehr genaue Werte liefern kann. Beim Krafttraining, Cardio-Einheiten oder Intervalltraining enttäuscht die optische Messung hingegen und liefert stark abweichende Werte. Ich empfehle daher die Kopplung eines Brustgurts, um auch hier möglichst genaue Werte und genaue Kalorien zu erhalten. Mit der Vivoactive 3 habt ihr zudem die Möglichkeit eure maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) zu bestimmen. Diesen Wert bekommt ihr automatisch nach einigen Lauf-Einheiten in der App angezeigt. Aus dem Wert wird am Ende auch ein Sport-Alter bestimmt.

Move IQ – automatische Aktivitäten

Die sogenannte “Move IQ” Funktion soll einfache Aktivitäten automatisch erkennen und am Ende in der Garmin App anzeigen. Wer nun auf eine tolle Auswertung und eine einfache und komfortable Aufzeichnungsmöglichkeit hofft, den muss ich enttäuschen. Die Funktion bietet lediglich eine Anzeige von Zeit und Aktivität (Gehen, Radfahren). Weder ein Puls noch die Strecke werden hierbei aufgezeichnet. Ich empfehle daher immer eine “richtige” Aktivität zu starten und sich nicht auf die Move-IQ Ereignisse zu verlassen. Mit diesen ist am Ende eh nichts anzufangen, da sie nur im Kalender (grau hinterlegt) sichtbar sind.

Kein Intervalltraining für Läufer, dafür Trainingspläne

Die Vivovactive 3 ist zwar eine Multisportuhr aber keine Uhr, die großen Wert auf unterschiedliche Lauf-Modis legt. Wer zur Vivoactive 3 greift muss Abstriche bei den Lauf-Analysen und Funktionen machen, die anderen Uhren, wie beispielweise der Forerunner-Serie, vorbehalten sind. So fehlt es bei der Vivoactive an einer Möglichkeit Intervall-Training zu tracken. Dafür habt ihr die Möglichkeit euch bei Garmin Connect Trainingspläne für euer Lauf-Ziel herunterzuladen und auf die Uhr zu übertragen. Dieses kann beispielsweise ein Ziel von 5, 10, 21 oder 42 km sein.

Auch “Laufen” lässt sich mit der Sportuhr tracken

Smart Notifications, Wecker und Wetter

In Kombination mit einem Smartphone und einer bestehenden Bluetooth-Verbindung könnt ihr euch eingehende Nachrichten oder Anrufe auf der Sportuhr anzeigen lassen. Die sogenannten Smart Notifications sind allerdings nur eingeschränkt zu empfehlen. Messenger-Nachrichten und E-Mails werden nie komplett angezeigt und es lässt sich immer nur die letzte Nachricht abrufen. Bei Anrufen ist die Funktion aber durchaus praktisch, da ihr so direkt sehen könnt wer euch kontaktiert. Die Vivoactive 3 hat auch einen Wecker (Alarme). So könnt ihr euch zu einer voreingestellten Zeit von euer Uhr wecken lassen. Außerdem lassen sich im installierten Kalender Termine anzeigen. Zudem könnt ihr Wetterinformationen für den aktuellen und die kommenden Tage abrufen. Für die Smart Notifications ist eine dauerhafte Bluetooth-Anbindung mit dem Smartphone erforderlich.

Bezahlen mit der Uhr via NFC

In Kombination mit Garmin Pay soll in Zukunft ein kontaktloses Bezahlen via NFC mit der Garmin-Uhr möglich sein. Hierfür müssen dann entsprechend Kreditkarten-Informationen in der App hinterlegt sein. Zum Zeitpunkt des Tests stand diese Funktion in Deutschland allerdings noch nicht zur Verfügung. Wann diese Funktion auch für den deutschsprachigen Raum freigeschaltet wird, ist nicht bekannt [Stand: Februar 2018].

Akkulaufzeit

Ein heiß diskutiertes Thema bei Sportuhren ist immer wieder die Akkulaufzeit. Garmin verspricht bei der Vivoactive 3 bis zu 12 Stunden GPS-Aktivität am Stück und bis zu 7 Tage im Smartwatch-Modus. Ich habe verschiedene Tests ausgeführt um mir ein möglichst genaues Bild vom Akku machen zu können. Dieser hat gezeigt das die Akkulaufzeit stark vom Nutzungsverhalten, dem gewählten Watch-Face und natürlich den Smart Notifications abhängig ist. Wer dauerhaft eine bestehende Bluetooth-Verbindung hat und viele GPS-Aktivitäten über den Tag trackt, wird den Akku deutlich schneller in die Knie zwingen. Bei “normalem” Nutzungsverhalten und ca. 30-45 min Sport am Tag werdet ihr ca. 3-4 Tage schaffen. Bei 5 Stunden GPS-Aktivität am Stück hat die Vivoactive 3 im Test ca. 52% Akku verbraucht. Es scheinen also tatsächlich ca. 10 Stunden GPS-Aktivität möglich zu sein.

Aktivität “beendet”

Tag/Nacht:

  • 8 Stunden Nacht ca. 4-9% Akkuverbrauch (DND-Modus, Bluetooth deaktiviert)
  • 24 Stunden in Betrieb (30 min GPS, Glonass und HF Aktivität) 32% Akkuverbrauch
  • 12 Stunden in Betrieb (5 Stunden GPS, Glonass Aktivität) 55% Akkuverbrauch

Aktivitäten:

  • 1 Stunde Aktivität (mit GPS und Herzfrequenz) ca. 9-12% Akkuverbrauch
  • 30 min Aktivität (GPS, Glonass und Herzfrequenz) ca. 10% Akkuverbrauch
  • 1:30 Stunde Aktivität (GPS und Herzfrequenz) ca. 15% Akkuverbrauch
  • 5:05 Stunden Aktivität (GPS-Glonass und HF) ca. 52% Akkuverbrauch
  • 7:30 Stunden Aktivität (GPS, Glonass und HF) ca. 85% Akkuverbrauch
  • 9:30 Stunden Aktivität (GPS, HF) ca. 87% Akkuverbrauch

Der Akku der Vivoactive 3 ist übrigens schon nach ca. 60 Minuten wieder von 0 auf 100% geladen. Die schnelle Akkuladezeit in Kombination mit der Akku-Laufzeit von mindestens drei Tagen, lässt mich die Bewertung des Akkus insgesamt positiv bewerten. Auch wenn ich anfangs erst mal meine Erfahrungen machen musste, was der “Akku-Killer” bei der Sportuhr ist.

Garmin Connect App

Die Garmin Connect App bzw. die Web-Plattform ist die Schnittstelle für die Sportuhr. Hier laufen alle Daten zusammen und lassen sich einsehen und miteinander vergleichen. Die Kommunikation mit der App kann via Bluetooth-Verbindung erfolgen. Die Daten werden schließlich automatisch an den Garmin-Server übertragen (Internetverbindung erforderlich). Wer die App nicht nutzen möchte kann die Daten aber auch mit dem Daten-Kabel an einen PC anschließen und anschließend in Kombination mit Garmin Express übermitteln. Bei Garmin Connect könnt ihr euch zudem mit Freunden verbinden, Challenges und Herausforderungen starten und euch mit anderen Garmin-Uhren-Nutzern vergleichen. Der Funktionsumfang der Garmin Connect App ist gigantisch. Es lassen sich Aktivitäten auswerten, einsehen und die Fitness-Tracking-Daten, wie der Schlaf und die Schritte, einsehen.

Auswertung einer Lauf-Aktivität in der Connect App

Connect IQ Shop

Im Connect IQ Shop könnt ihr euch für die Garmin Vivoactive 3 kostenlos verschiedene Apps, Widgets und Datenfelder herunterladen. Außerdem stehen hier auch eine große Auswahl an Display-Designs zur Verfügung, die eure Sportuhr noch individueller machen können.

5-Wochen-Fazit (Video)

Fazit

Garmin hat mit der Vivoactive 3 einen würdigen Nachfolger der Vivoactive HR herausgebracht. Das Design hat ein sinnvolles und schickes Update bekommen, so dass die Vivoactive-Serie nun auch im Alltag vorzeigbar ist. Die Kombination von Edelstahl und Kunststoff hat sich im Alltag und beim Sport als sehr praktisch und robust bewiesen. Die Verarbeitungsqualität ist, wie von Garmin gewohnt, sehr hoch. Der Tragekomfort mit dem schmalen Armband ist hoch und lässt die Uhr auch insgesamt nicht klobig wirken. Die Bedienung funktioniert einfach, die Menüs sind logisch strukturiert.

Das Display ist auch im Outdoor-Bereich hervorragend ablesbar was ein riesiger Pluspunkt bei einer Sportuhr ist. Der Funktionsumfang der Vivoactive 3 ist gigantisch. Neben Fitness-Tracking Daten, wie Schritte, Schlaf und Stockwerke, stehen auf der Garmin-Uhr auch sehr viele unterschiedliche Sportprofile zur Auswahl, so dass hier eigentlich keine Wünsche offen bleiben. In Kombination mit den verbauten Sensoren wie GPS zur Standortbestimmung oder einem optischen Herzfrequenzsensor zur Pulsmessung am Handgelenk wird die Vivoactive 3 zum perfekten Allrounder für den Alltag und für sportliche Aktivitäten. Die Akkulaufzeit von 3-4 Tagen ist für die Sportuhr-Smartwatch-Kombination insgesamt zufriedenstellend, so dass ich insgesamt nur ein positives Gesamtbild ziehen kann. Wer die Schwächen (empfindliches Touch-Display, Ungenauigkeit HF am Handgelenk) der Sportuhr kennt und lernt damit umzugehen, kann mit der Vivoactive 3 sehr glücklich werden. Mir hat die Vivoactive 3 im Testzeitraum viel Spaß gemacht auch wenn ich persönlich eher auf Sportuhren ohne Touch-Display zurückgreife. Wer spezifische Funktionen für bestimmte Sportarten wie Triathlon, Laufen oder Schwimmen benötigt, sollte eher zu einer anderen Garmin-Uhr greifen.

Ihr habt die Vivoactive 3 von Garmin ebenfalls getestet? Schreibt eure Erfahrungen mit der Sportuhr gerne als Kommentar unter diesen Beitrag. Ich freue mich über viele Kommentare zur Akkulaufzeit, der Swipe-Bedienung und natürlich auch zum Funktionsumfang.

Bewerte diesen Beitrag:
[Total: 4 Average: 4]
Meine Gesamtbewertung
Preis
85 %
Design & Verarbeitung
95 %
Bedienung
85 %
Funktionsumfang
95 %
Akkulaufzeit
90 %
Hey! Ich bin Steffen, 28 Jahre und Autor dieses Beitrags. Hier einige Infos zu mir: Ich bin schon seit ich denken kann vom Sport fasziniert. Ich liebe außergewöhnliche Sportarten, die einem körperlich alles abverlangen und an meine Grenzen bringen. So stecke ich meine sportlichen Ziele immer wieder höher! Ich verbringe viel Zeit bei sportlichen Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur – ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Ich liebe Hindernis- und Extremläufe. Im Jahr 2016 habe ich meinen ersten Marathon mit Hindernissen und ersten 100 km Marsch gefinisht. Ich fahre auch in meiner Freizeit viel Fahrrad, gehe viel laufen und mache seit knapp zwei Jahren Bodyweight-Training. Ich liebe es mich in der Natur (Berge, Seen) zu bewegen, um neue Orte und landschaftliche Highlights zu entdecken. Die Sommer-Monate verbringe ich meist auf dem Stand Up Paddling Board. Auf dem SUP-Board erkunde ich sportlich Flüsse, Seen und Kanäle rund um Hamburg. Sport ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Hier fülle ich meine Energiereserven wieder auf, finde einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und entwickle neue Ideen für diese Seite und meine YouTube-Kanal (FitnessBox). Über Kommentare und Nachrichten von euch hier auf der Seite freue ich mich immer sehr!

8 Kommentare

  1. Schöner ausführlicher und angenehm sachlicher Bericht. Vielen Dank. Deine Videos auf YouTube sind auch recht informativ. Besonders habe ich mir in den letzten Tagen die Clips über deine Märsche angesehen. Dieses Jahr werde ich erstmals an einem 100 km Marsch teilnehmen.

  2. Hallo Steffen,

    ich finde Deine Reviews großartig. Ich bin aktuell auf der Suche nach einer Sportuhr / Smartwatch Kombination. Mir sind Audioansagen über Distanz und aktueller Geschwindigkeit wichtig, aktuell laufe ich mit Smartphone & Runtastic und möchte diese Kombination gerne durch die Uhr ersetzen. Ist die Vivoactive 3 dafür geeignet oder doch lieber auf die Polar M600 zurückgreifen?

    Danke!

    • Die Vivoactive 3 kann keine Audio-Aussagen tätigen. Das einzige was diese Uhr kann ist, dich bei einem Kilometer via Piepen zu informieren… Aber ein richtiges Audio-Feedback, wie in der Runtastic App oder wie bei der Gear Sport bekommst du nicht.

  3. Hallo Steffen,

    Aktuell habe ich eine vivosmart hr im Einsatz. Diese zeichnet speziell beim Bergwandern die Schritte nicht richtig auf. Würde diese Funktion eventuell auch durch das Barometer bei der vivoacive 3 verbessert anzuwenden sein?

    Danke

  4. Hallo Steffen!
    Toller Beitrag! Kannst Du mir sagen ob ich mit der Vivoactive3 aufgezeichnete Aktivitäten auch ohne Internetverbindung, quasi im Flugmodus (z.B. im Ausland) auf das Smartphone zur GarminApp via Bluetooth spielen kann? Im Falle nein, welche Sportuhr kann das?
    Grüsse Tobi

    • Ja, das kann ich dir beantworten: Es funktioniert nicht. Leider wird für die Garmin Connect App IMMER eine Internetverbindung benötigt. Finde ich persönlich auch nicht so toll…

  5. Hallo Steffen,

    Bist Du sicher, dass die Vivoactive 3 kein Intervall Training unterstützt? Ich habe Reviews im Netz gelesen, die das nämlich ausführlich beschreiben. Selbst mein günstiges Garmin Fitnessarmband unterstützt run / walk intervalle. Über Connect lassen sich die Abstände/ Dauer auch frei konfigurieren.

    Viele Grüße und Danke für Deine tollen Reviews und Videos!
    Mark

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here