Die optische Herzfrequenzmessung kommt mittlerweile bei immer mehr Sportuhren und Fitness-Armbändern zum Einsatz. Sie soll die Herzfrequenz direkt am Handgelenk, komplett ohne Brust-Pulsgurt messen können. Der Brustgurt für die Pulsmessung wird von vielen Sportlern als störend oder einengend empfunden. Deshalb möchten immer mehr Sportler zu der Pulsmessung am Handgelenk wechseln.

In diesem Beitrag möchte ich erklären wie die optische Herzfrequenzmessung funktioniert und wo die Grenzen dieser Technik liegen. Außerdem gehe ich auf die Vor- und Nachteile der Optischen Herzfrequenzmessung und die des Brustgurts ein. Die Messung der optischen Herzfrequenz wird von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst und verfälscht. Deshalb möchte ich euch sagen, wie ihr am meisten aus eurer Uhr oder eurem Fitness-Tracker herausholen könnt und die Messung noch genauer wird.

So funktioniert die optische Herzfrequenzmessung

Auf der Unterseite der Sportuhr oder des Fitness-Armbands befinden sich zwei kleine LEDs und eine Fotozelle, die direkt unter die Haut leuchten können. Hierbei leuchten die LEDs drei bis vier Millimeter unter die Haut wo sie dann vom Blut reflektiert werden. Anhand des Lichts, welches reflektiert wird, kann das Blutvolumen bestimmt werden. Aus dem Blutvolumen wird schließlich die Herzfrequenz, der Puls, errechnet. Schon bei der Funktionsweise der optischen Herzfrequenzmessung wird klar, das diese nicht bei jeder Person einwandfrei funktionieren kann. Verschiedene Faktoren können die Messergebnisse beeinflussen, so dass für wirklich Hundertprozentige Ergebnisse noch zum Brustgurt gegriffen werden sollte.

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Die Herzfrequenz wird über kleine LEDs gemessen

Faktoren, die die Pulsmessung beeinflussen

Die optische Herzfrequenzmessung, anhand des Blutvolumes in den Adern, wird von vielen Faktoren beeinflusst. Einige Sportler klagen bei dieser Mess-Methode von Fehlmessungen und einer durchgehend zu niedrigen Herzfrequenz. Wer allerdings für sich selber die Faktoren überprüft, wird schnell feststellen, warum die optische Herzfrequenzmessung bei ihm nicht fehlerfrei funktionieren kann. Da das Licht durch die Haut leuchten muss, können Tätowierungen direkt am Handgelenk dieses schlechter durchlassen. Gleiches gilt für eine starke Körperbehaarung an den Armen oder eine sehr dunkle Haut. Auch beim Schwimmen, wenn die Uhr oder das Fitnessarmband nicht eng genug am Arm anliegt, kann durch das Wasser zwischen Handgelenk und Uhr eine Fehlmessung hervorgerufen werden. Die Sportuhr muss also möglichst eng getragen werden, damit das Licht den Weg durch die Haut findet und nicht gestreut wird. Außerdem sollte der optische Herzfrequenzsensor immer auf Verschmutzungen überprüft werden. Wenn durch Schweiß oder Schmutzablagerungen das Licht nicht mehr optimal aus dem Pulsmesser herauskommt, ist die Messung ebenfalls verfälscht. Zudem fließt bei kalten Armen, gerade im Winter, das Blut langsamer durch die Arme, so dass auch hier falsche Ergebnisse zustande kommen können. Ein Aufwärmen vor dem eigentlichen Training wird hier also zur Pflicht!

Hier sind die Faktoren für eine Fehlmessung noch einmal zusammengefasst

  • Tätowierungen
  • sehr dunkle Haut
  • starke Armbehaarung
  • zu viel Platz zwischen Uhr und Handgelenk
  • Schmutz auf dem Sensor
  • Kälte

Beim Vorhandensein von einer dieser Faktoren, kann die Messung schon verfälscht sein oder womöglich gar nicht mehr richtig funktionieren. Auch liefert der optische Herzfrequenzsensor die Ergebnisse immer mit einer leichten Verzögerung. Dieses sollte jedem klar sein, der mit dem Gedanken spielt, sich ein Gerät mit einem optischen Herzfrequenzsensor zu zu legen.

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Eine Tätowierung kann die Pulsmessung am Handgelenk verfälschen

So habe ich getestet

Über mehrere Monate habe ich verschiedene Geräte, die über einen optischen Herzfrequenzsensor verfügen, getestet und die Ergebnisse und Erfahrungen ausgewertet. Unter anderem kamen bei mir die Garmin Forerunner 235 und die Garmin Vivoactive HR zum Einsatz, welches zwei der ersten Sportuhren waren, die alle Funktionen (GPS, Herzfrequenz…) integriert hatten. Außerdem habe ich über mehrere Monate das Xiaomi Mi Band 1S getragen, welches ebenfalls über einen optischen Herzfrequenzsensor auf der Unterseite verfügt. Das Mi Band 1S ist ein sehr günstiger Fitnesstracker für unter 20 Euro, der trotz des Preises über diese neue Messmöglichkeit der Herzfrequenz am Handgelenk verfügt.

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Sportuhren und Fitnesstracker mit optischer Herzfrequenzmessung

Vor- und Nachteile

Eigentlich klingt die Messung am Handgelenk ja zu schön um wahr zu sein. Kein lästiges Tragen eines, meist als einengend empfundenen, Brustgurts, alle Funktionen am Handgelenk abrufbar. Auch ich war begeistert, als ich von der optischen Herzfrequenzmessung erfahren habe. Für Lauf-Einheiten und die Trainingsvorbereitung ist es besonders wichtig im richtigen Pulsbereich zu laufen. Deshalb sind hier verlässliche Werte ein absolutes Muss. Das die optische Herzfrequenzmessung diese Werte nicht immer liefern kann, habe ich anfangs ziemlich schnell gemerkt. Doch dazu später mehr.

Die Vorteile der optischen Herzfrequenzmessung liegen auf der Hand. Es muss nur noch ein Gerät mitgenommen werden – die Sportuhr! Diese lässt sich angenehm Tragen und bietet ausreichend Bewegungsfreiheit. Diese Bewegungsfreiheit haben die meisten Läufer nicht, wenn sie mit einem Brustgurt laufen gehen. Irgendwie drückt und zwickt dieser, fängt an zu jucken oder rutscht irgendwann einfach herunter. Die Herzfrequenzmessung mit Brustgurt kann manchmal echt frustrierend sein, wie ich in vielen Läufer-Jahren erfahren durfte. Trotzdem zeigt der direkte Vergleich der optischen Herzfrequenzmessung mit einem Brustgurt, dass der Brustgurt viel genauere Werte liefert. Dieses liegt unter anderem natürlich an den oben angesprochenen Faktoren, aber auch an der schnelleren Erfassung  eines schnell steigenden Pulses. Die Elektroden des Brustgurts sitzen genau da, wo die Messung die genauesten und schnellsten Werte liefern kann. So kommt ein erhöhter Puls bei dem optischen Herzfreuquenzsensor am Handgelenk logischerweise immer erst mit etwas Verzögerung an und weicht einige Schläge vom Brustgurt ab. Mir ist aufgefallen, dass bei der Pulsmessung am Handgelenk über die ganze Aktivität hinweg ein niedrigerer Puls erfasst wird. Ob einem nun die 2-3 Schläge etwas ausmachen sei mal dahingestellt. Aber irgendwie ist es doch frustrierend, wenn der Puls während einer intensiven Belastung gerade echt im roten Bereich ist und die Uhr mit optischen Herzfrequenzsensor einen Puls von 120 bpm anzeigt. Dann stellt sich wieder die Frage: Habe ich die Uhr zu locker oder zu fest um das Handgelenk gelegt? Warum ist die Messung gerade jetzt so ungenau?

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Die optische Herzfrequenzmessung ist in meinen Augen eine gute Idee, muss aber noch etwas besser und ausgereifter werden. Wirklich einhundertprozentige Messergebnisse sind nur mit einem Brustgurt möglich. Auch wenn dieser drückt und im schlechtesten Fall sogar unter dem T-Shirt mit einer Ausbeulung erkennbar ist. Den Brustgurt kann die optische Herzfrequenzmessung zur Zeit noch nicht gänzlich ersetzen, auch wenn viele Hersteller die neue Technik in ihren Sportuhren mittlerweile verbauen und ziemlich loben. Für den ambitionierten Hobbysportler, dürften die Werte der optischen HF-Messung aber ausreichen, da die Werte gerade bei langen, konstanten Ausdaueraktivitäten, ohne starke Pulssteigerungen, doch relativ genaue Werte liefert. Dennoch sollte jeder für sich selber die Faktoren prüfen, welche die optische Herzfrequenzmessung beeinflussen können.

Mich persönlich kann die optische Herzfrequenzmessung noch nicht komplett überzeugen, obwohl ich auch kein Freund vom Pulsgurt um die Brust bin. Dennoch werde ich schon aus Bequemlichkeit weiterhin mit dem optischen Herzfrequenzsensor laufen gehen. Denn das “einfach rausgehen und loslaufen” ist in meinen Augen doch der allergrößte Vorteil von einer Sportuhr, in welcher alle Sensoren verbaut sind. Ich selber achte eigentlich immer auf einen gereinigten Herzfrequenzsensor, bevor ich die sportliche Aktivität starte. So sind zumindest annährend genaue Ergebnisse garantiert. Außerdem mache ich immer eine kurze Aufwärmeinheit, so dass der Arm auf Temperatur kommt. Dieses ist gerade bei Minusgraden draußen ein absolutes Muss. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, das sich der Herzfrequenzsensor immer erst so 1-2 Minuten einpendeln muss, bevor die Aktivität richtig und genau angezeigt wird. Diese Zeit sollte vor dem Training aber auf jeden Fall drin sein!

Was sind eure Erfahrungen zur optischen Herzfrequenzmessung? Habt ihr auch eine Sportuhr mit allen Sensoren? Seid ihr mit den Messergebnissen zufrieden? Schreibt eure Meinung einfach als Kommentar unter diesen Beitrag! Ich freue mich über viele Meinungen zum Thema!

Garmin vívosmart HR+ Fitness-Tracker – GPS-fähig, Herzfrequenzmessung am Handgelenk, Smart Notifications Black, M – L, 010-01955-30 (Wireless Phone Accessory)


Eigenschaften: 

  • Fitness-Tracker mit Garmin Elevate (24/7 Herzfrequenzmessung am Handgelenk) und GPS-Sensor
  • Sportuhr mit Running-Funktionen (misst Entfernung, Geschwindigkeit, Bestleistung und verfügt über Gehen-/Laufen-Modus und Virtual Pacer)
  • Anzeige von Smart Notifications: Benachrichtigungen vom Smartphone wie Anrufe, Nachrichten und mehr, direkt am smarten Armband
  • Akkulaufzeit von bis zu 5 Tagen (ohne GPS) oder bis zu 8 Stunden (mit GPS)
  • Lieferumfang: vívosmart HR+, USB-Ladekabel/Datenkabel, Bedienungsanleitung, Verwendung_durch_Empfehlung: Activity Tracker, Kompatibilitätsoptionen: Garmin Connect Mobile
  • Bitte beachten Sie, dass eine Herzfrequenzmessung mit Hilfe eines Brustgurts (nicht mitgeliefert) technisch bedingt eine höhere Genauigkeit als die optische Herzfrequenzmessung am Handgelenk aufweisen kann
  • Bitte beachten Sie die Herstellerangaben zur Bluetoothkonnektivität mit ihren jeweiligen mobilen Geräten wie Handy oder Tablet

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Hey! Ich bin Steffen, 28 Jahre und Autor dieses Beitrags. Hier einige Infos zu mir: Ich bin schon seit ich denken kann vom Sport fasziniert. Ich liebe außergewöhnliche Sportarten, die einem körperlich alles abverlangen und an meine Grenzen bringen. So stecke ich meine sportlichen Ziele immer wieder höher! Ich verbringe viel Zeit bei sportlichen Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur – ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Ich liebe Hindernis- und Extremläufe. Im Jahr 2016 habe ich meinen ersten Marathon mit Hindernissen und ersten 100 km Marsch gefinisht. Ich fahre auch in meiner Freizeit viel Fahrrad, gehe viel laufen und mache seit knapp zwei Jahren Bodyweight-Training. Ich liebe es mich in der Natur (Berge, Seen) zu bewegen, um neue Orte und landschaftliche Highlights zu entdecken. Die Sommer-Monate verbringe ich meist auf dem Stand Up Paddling Board. Auf dem SUP-Board erkunde ich sportlich Flüsse, Seen und Kanäle rund um Hamburg. Sport ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Hier fülle ich meine Energiereserven wieder auf, finde einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und entwickle neue Ideen für diese Seite und meine YouTube-Kanal (FitnessBox). Über Kommentare und Nachrichten von euch hier auf der Seite freue ich mich immer sehr!

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen sehr informativen Artikel!

    Ich möchte meine allgemeine Fitness steigern und eine Idee davon bekommen, in welchem Pulsbereich ich laufe, da ich früher noch nie Ausdauersport gemacht habe. Dementsprechend unsicher war ich auch, welches Gerät das richtige ist, da ich eigentlich nur eine möglichst einfache Puls Anzeige und Aufzeichnung suche.

    Der Artikel hat mir dabei sehr geholfen!

  2. Vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel. Es wurden alle Vor- und Nachteile der optischen Frequenzmessung vorgestellt. Ich persönlich habe auch seit einiger Zeit einen Fitnesstracker mit optischen Herzfrequenzmesser. Für meine sportlichen Aktivitäten reicht das vollkommen aus.
    Ich weiß nicht, ob das für Profisportler auch ausreichend ist.
    Viele Grüße

  3. Hallo Steffen. Sehr interessanter Artikel! Ich selber benutze seit etwa 2.5 Jahren eine TomTom und meine Erfahrungen stimmen mit deinen überein. Ich habe die Uhr wegen der optischen Pulsmessung gekauft aber ca. 1/3 der jeweiligen Laufstrecke zeigt die Uhr nur Unsinn an. Also eigentlich nicht zu gebrauchen.
    Wenn ich andere TomTom und tw. auch Garmin Träger anspreche, erzählen sie mir das gleiche.
    Ich hoffe, die Technik macht noch Fortschritte… Werde sicherlich keine Uhr mehr kaufen, die ich vorher nicht selber getestet habe. Im Internet finden sich zu viele Tests von Leuten, die gut schreiben können aber von Sport keine Ahnung haben.

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