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fitbit Charge 5 im Test (2021): Fitnessarmand mit GPS-Problem?!

159,00 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 1. Dezember 2021 10:49
Marken
Typen
Gewicht28g
Displaygröße1,04 Zoll
Touchscreen
Kompatible BetriebssystemeAndroid, iOS
SensorenHerzfrequenzsensor, Sauerstoffsättigung, GPS, Glonass, Beschleunigungssensor, Hauttemperatursensor, NFC-Chip, Umgebungslichtsensor
GPS-Sensor
Akkulaufzeitbis zu 7 Tage
Wasserdichtigkeitbis 50 Meter
Wasserdicht
Musikspeicher
Besonderheiteneinige Daten nur mit fitbit Premium auswertbar

Der  neue fitbit Charge 5 ist nun endlich erhältlich. Der Charge 4 im letzten Jahr war doch eher eine Enttäuschung gegenüber dem Vorgängermodell. Hat fitbit diesmal alles richtig gemacht und einen soliden Alltagstauglichen Fitness-Tracker auf den Markt gebracht, der auch wirklich ein Update zum Vorgängermodell darstellt? Ich habe mir den Tracker über einen längeren Zeitraum im Detail angeschaut und möchte hier über meine Erfahrungen sprechen. Hierbei gehe ich natürlich auf die Verarbeitungsqualität, den Tragekomfort und den Funktionsumfang ein. Für mich muss ein Fitnessarmband auch bei sportlichen Aktivitäten bestehen können, so dass ich auch hier den fitbit Charge 5 ausführlich getestet habe. Dieser Testbericht wird nach und nach ergänzt und erweitert, damit ihr euch auch ein Bild vom Fitnessarmband machen könnt. Für die Transparenz: Ich habe den Charge 5 selber gekauft und möchte euch an dieser Stelle weiterhelfen! Lasst deshalb gerne unten eine Bewertung da, oder abonniert den YouTube-Kanal. Damit könnt ihr mich und meine Arbeit weiter unterstützen! Falls du wenig Zeit hast, kannst du dir auch gerne das ausführliche Testvideo unterwegs anschauen.

Preis, Lieferumfang & Modelle

Der Charge 5 liegt preislich bei ca. 180 Euro. Es gibt den Tracker in drei unterschiedlichen Farb-Varianten (mondweiß, schwarz, stahlblau), wobei sich hier ausschließlich die Armbandfarbe unterscheidet. Im Verpackungskarton befindet sich neben dem fitbit Charge 5 ein Magnet-Ladekabel mit USB-Anschluss und ein extra Armband in der Größe L. Ein kleines S-Armband ist schon am Tracker angebracht, so dass hier für jeden Handgelenk-Umfang das passende Armband beiliegend ist. Die Armbänder lassen sich schnell und einfach mit wenigen Handgriffen wechseln. Wer sich bei den fitbit Produkten etwas umschaut, wird feststellen, das es die fitbit VERSA 3 mittlerweile ungefähr zum gleichen Preis gibt. Wer also nicht immer das neueste Modell braucht und ungefähr den gleichen Funktionsumfang, der kann sich das Modell gerne einmal etwas genauer anschauen. Die Einrichtung vom Charge 5 funktioniert durch Anschließen des Ladekabels. Danach muss über die fitbit-App ein Update installiert werden. Die Einrichtung inklusive Update dauert ca. 20 Minuten und ist einfach und innovativ. Der volle Funktionsumfang (auch das Antworten auf Nachrichten) steht übrigens nur mit der Android-Variante zur Verfügung. Aber es gibt natürlich auch für iOS Nutzer die fitbit-App im App-Store.

fitbit Premium

Beim Kauf den Charge 5 gibt es eine 6-monatige Testmitgliedschaft für fitbit Premium, bei welcher noch etwas mehr Auswertungen im Profil zur Verfügung stehen. Die Mitgliedschaft kostet allerdings später 8,99/Monat oder ca. 80 Euro im Jahr. Ich persönlich finde etwas schade, das zusätzlich zum Kauf des Trackers, um alle Auswertungen und Daten zu sehen, noch ein Abo abgeschlossen werden muss. Die Werbung für die Premium-Mitgliedschaft ist auch sehr präsent und wird in der App immer wieder aufgezeigt, wenn irgendwelche Gesundheitsdaten mit einem Schloss versehen sind. Somit generiert fitbit nicht nur mit dem Charge 5 Einnahmen, sondern wohl in erster Linie mit der Premium-Mitgliedschaft. Ich bevorzuge eher Uhren und Tracker, bei welchem ein Kauf schon berechtigt alle Funktionen zu nutzen und alle Daten einsehen zu können. Ich habe mich somit auch gegen die Testmitgliedschaft entschieden, da schon beim Abschluss von dieser der Hinweis auf einen Übergang in die kostenpflichtige Variante vorhanden war, wenn ich nicht rechtzeitig kündige.

Lieferumfang Charge 5

Charge 5 Lieferumfang im Überblick

Tragekomfort

Der Tragekomfort ist, gerade im Vergleich mit anderen fitbit Produkten, ausgesprochen hoch, da das Armband diesmal nicht erst starr und steif aus der Verpackung kommt und mit der Zeit weicher wird. Beim Charge 5 liegt ein Armband bei, welches sich weiß und angenehm um das Handgelenk schmiegt. Bei mir passt knapp (im letzten Loch) noch das kleine angebrachte S-Armband. Das L-Armband ist so lang gewählt, das dieses auch schon im vorletzten Loch ist, so dass ich entweder ein sehr kurzes oder ein extrem langes Armband habe. Eine mittlere Größe M, die aber nicht erhältlich ist, wäre für mich wahrscheinlich die beste Wahl gewesen. Der Verschlussmechanismus ist der gleiche wie auch schon bei der VERSA 3. Über einen kleinen Aluminium-Stift wird das Armband in den vorgestanzten Löchern fixiert. Das hält auf lange Sicht nicht perfekt, wie sich auch schon bei der Versa 3 gezeigt hat, und kann sich hin- und wieder lösen. Allerdings habe ich noch keinen Tracker mit diesem Verschluss verloren und das Öffnen immer rechtzeitig bemerkt. Trotzdem ist mir eine richtige Dornschließe beim Armband deutlich lieber. Mit nur ca. 28 g (S-Armband) und ca. 32 g (L-Armband) Gewicht ist der fitbit Charge 5 am Handgelenk nicht spürbar. Das weiche Silikonarmband trägt ebenfalls für einen angenehmen Tragekomfort bei.

Angenehm am Handgelenk

Verarbeitungsqualität

Das Grundgehäuse beim Charge 5 besteht zum Großteil aus Aluminium. Es sind aber auch Elemente aus Glas und Harz vorhanden (HF-Sensor auf der Unterseite). Die Armbänder schließen im Ansatz bündig mit dem Tracker ab, haben kein Spaltmaß und sitzen wirklich fest. Der Charge 5 wirkt robust und sauber verarbeitet und strahlt insgesamt einen hochwertigen Gesamtcharakter aus. Wie robust der Tracker im Alltag ist, wird sich im Laufe des Tests zeigen. Der erste Eindruck, nach ca. 36 Stunden am Handgelenk, ist aber erst einmal positiv. Sollten sich während des Testzeitraums irgendwelche Mängel bemerkbar machen, würde ich das an dieser Stelle noch ergänzen. Der Charge 5 ist übrigens wasserabweisend bis 50 Meter und kann somit auch beim Schwimmen und Duschen am Handgelenk bleiben. Das Display bietet hierfür einen Sperrmechanismus, damit keine unbeabsichtigten Bedienungen passieren.

Display

Endlich ein helles Display! Das war mein erster Gedanke als ich mit dem fitbit Charge 5 bei Sonne Outdoor unterwegs war. Das Farb-AMOLED Display strahlt einen richtig an und ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch ablesbar. Endlich hat der Charge auch ein Farbdisplay bekommen. Die Farben sind klar, für die Displaygröße von ca. 1 Zoll ist die Auflösung absolut ausreichend. Geschützt ist das Touch-Display von Gorilla Glas. Bedient wird der Charge 5 auch ausschließlich über das Display. Einen „Zurück-Button“ wie beim Vorgängermodell gibt es hier nicht mehr. Da das Menü aber einfach strukturiert ist und der Fitnesstracker hervorragend auf Berührungen reagiert, ist die Bedienung innovativ und einfach. Beim Display lässt eine Always-On Funktion aktivieren (mehr Akkuverbrauch). Das Display zeigt dann dauerhaft eine Uhrzeit an, so dass diese immer und aus jedem Blickwinkel abgelesen werden kann. Hierbei ist das Display leicht gedimmt und erst bei Handgelenkdrehung leuchtet es in der eingestellten Helligkeitsstufe. Die Eindreh-Bewegung vom Handgelenk wird überraschend zuverlässig erkannt und hat mich tatsächlich überrascht! Das kannte ich so von fitbit-Produkten bisher noch nicht. Beim Display stehen drei Helligkeitsstufen (gedimmt, normal, hell) zur Verfügung, die sich in den Einstellungen des Trackers anpassen lassen. Das Display hat an allen vier Seiten um das Display (vor allem oben und unten) einen relativ großen schwarzen Rand. Dieser ist aber weniger auffällig durch den schönen Kontrast und die insgesamt schwarze Uhrenoberfläche. Trotzdem hätte das Display ruhig noch etwas größer ausfallen können. Es ist trotzdem, da die Schrift groß dargestellt ist, gut ablesbar.

Das Display ist heller und somit auch im Outddor-Bereich gut ablesbar

Integrierte Sensoren

Der Charge 5 von fitbit ist vollgepackt mit Sensoren, die unterschiedliche Gesundheitsdaten im Alltag und beim Sport aufzeichnen können. Ein Beschleunigungssensor zur Aufzeichnung von Schritten und Bewegung, ein optischer Herzfrequenzsensor zur Pulsmessung am Handgelenk, Infrarotsensoren zur Überwachung der Sauerstoffsättigung und ein Temperatursensor. Was mich besonders freut ist ein integrierter GPS (+Glonass) Sensor, der ein Aufzeichnen von einer Strecke beim Sport ohne das Smartphone ermöglicht. Was beim Charge 5 fehlt, ist ein Höhenmesser zur Aufzeichnung von Etagen im Alltag. Dafür hat er einen NFC-Chip für eine kontaktlose Bezahlung (Liste mit den unterstützen Banken bei fitbit vorab abgleichen!). Außerdem hat der Tracker einen Umgebungslichtsensor, einen Vibrationsmotor und kleine Sensoren links und rechts am Gehäuse, die einen EDA-Scan zum Stressmanagement ermöglichen sollen. Diese sollen eine Veränderung der Hautleitfähigkeit (Schwitzen o.ä.) in Kombination mit Veränderungen der Hauttemperatur erkennen und somit möglichen Stress erkennen.

Funktionsumfang

Die Funktionen vom Charge 5 sind umfangreich. Ich möchte hier auf einige Punkte eingehen, die der Tracker bietet und auch nicht bietet im Vergleich mit anderen Trackern und Uhren!

Gesundheitsdaten

Es werden verschiedene Gesundheitsdaten vom fitbit Charge 5 im Alltag erfasst und aufgezeichnet. Viele davon sind schon selbsterklärend durch die verbauten Sensoren. Zu den Daten gehören

  • Schritte
  • Kalorien
  • 24/7 Herzfrequenz
  • Schlaf
  • Distanz
  • Aktivminuten
  • stündl. Aktivität
  • SpO2 (Sauerstoffsättigung)
  • Stress
  • Atemfrequenz

Im Gegensatz zur Versa 3 hat der Charge 5 keinen Höhenmesser zum Aufzeichnen von Etagen (Stockwerken) im Alltag. Die EKG-Funktion (Elektrokardiogramm), die es bei der Charge 5 geben soll, war zum Testzeitpunkt (Ende Oktober 2021) noch nicht freigeschaltet. Auch der Tagesform-Index, welcher eine Trainingsempfehlung abgeben soll, ist laut fitbit „Bald verfügbar“ und konnte hier somit auch noch nicht bewertet werden.

Schlaf

Die Daten wie Sauerstoffsättigung, Sauerstoffabweichungen, Atemfrequenz können lediglich über den Schlaf eingesehen und erfasst werden. Der Schlaf wird hervorragend erkannt und in Schlafphasen eingeteilt. Hier war fitbit schon bei den Vorgängermodellen immer hervorragend aufgestellt, so dass ich auch von der Aufzeichnung beim Charge 5 begeistert bin. Der Schlaf bekommt am Ende eine Gesamtbewertung anhand eines Scores. Herzfrequenz im Schlaf und Unruhe sind fitbit-Premium Funktionen und können ohne passende Mitgliedschaft nicht eingesehen werden.

Gut geschlafen? Die fitbit App sagt es dir morgens 😉

Herzfrequenz

Die Herzfrequenz wird beim Charge 5 durchgehend gemessen. Die Messung erfolgt über den optischen Herzfrequenzsensor, der direkt auf dem Handgelenk aufliegt. Diese Messmethode hat allerdings einige Schwächen, so dass die Herzfrequenz nicht immer ganz genau gemessen wird und sehr störanfällig ist. Gerade beim Sport und bei zu lockerem oder zu engem Tragen des Charge 5 wurde oft eine viel zu niedrige oder auch zu hohe Herzfrequenz angezeigt. Einsehbar ist die Herzfrequenz auch live auf dem Tracker selber. In der App ist später ein 24-Stunden Tagesverlauf einsehbar. Neu ist eine Warnung bei zu niedriger oder zu hoher Herzfrequenz (außerhalb der Aktivität). Auch eine Ruheherzfrequenz wird vom Charge 5 bestimmt.

EDA-Scan (elektrodermale Aktivität)

Wie auch schon bei der fitbit Sense, steht auch auf der Charge 5 eine EDA-Scan-Funktion zur Verfügung. Hier soll der Tracker über Sensoren Hautreaktionen erkennen (Schwitzen, Temperaturunterschied) und daraus resultierend dann ein Stresslevel bestimmen. Der EDA-Scan ist über den Tracker selber einfach zu starten und dauert 3 Minuten. Nach dem Starten müssen die Sensoren seitlich am Charge 5 mit zwei Fingern durchgehend berührt werden. Der Tracker weißt einen währenddessen auf eine ruhige Atmung hin. Nach Ablauf der drei Minuten wird nach dem eigenen Gefühl gefragt und die Anzahl der „Reaktionen“ kombiniert mit der veränderten Herzfrequenz. Am Ende bekommt der Nutzer noch einen „Achtsamkeitspunkt“ gutgeschrieben. Der EDA-Scan soll zum Stressmanagement beitragen und ein erhöhtes Stresslevel erkennen und durch ruhige Atmung wieder reduzieren. Inwiefern der Tracker die Hauptveränderungen wirklich erkennt und trackt, kann ich nicht beurteilen. Das ruhige Atmen und drei Minuten einfach einmal nichts tun, sorgt auf jeden Fall für einen Moment der Entspannung im stressigen Alltag!

EDA-Scan fitbit

EDA-Scan auf der Charge 5

Stündliche Aktivität

Der Charge 5 kann den Träger stündlich an ausreichend Bewegung erinnern. Pro Stunde sollen über den Tag immer mindestens 250+ Schritte zurückgelegt werden. Wer die Schritte immer 10 Minuten vor Ablauf der Stunde noch nicht voll hat, erhält eine Erinnerung für die Bewegung, um den Kreislauf zu aktivieren. Nachts erinnert einen der Charge 5 logischerweise nicht.

Schritte, Kalorien, Distanz

Über den integrierten Beschleunigungssensor werden Schritte im Alltag aufgezeichnet. Erfahrungsgemäß ist fitbit hier immer etwas großzügiger als andere Tracker. Trotzdem geben die Schritte einen guten Anhalt für die täglich Bewegung. Viel Bewegung wird mit Abzeichen belohnt. Die Schritte werden jeden Tag in eine Distanz umgerechnet. Bei den Kalorien ist fitbit auch etwas großzügiger. Vor allem Aktivkalorien für Bewegung und Schritte im Alltag werden mit vielen verbrannten Kalorien belohnt. Es wird sowohl der Grundumsatz, als auch die Aktivkalorien (durch Bewegung) mit einbezogen. Also nicht wundern, wenn nach dem Aufstehen schon 600 kcal auf der Uhr stehen 😉

SpO2-Messung funktioniert nur nachts

Sportfunktionen

Der Charge 5 bietet ein eigenes Sportmenü und dementsprechend auch umfangreiche Sportfunktionen. So können auf dem Tracker selber 6 Lieblingssportarten angezeigt werden. Diese können in der fitbit App individuell nach den eigenen Präferenzen abgeändert werden (Shortcuts für Training). Es stehen viele Sportarten zur Verfügung. Neben Laufen, Radfahren und Gewicht-Training, stehen auch so Sportarten wie Yoga, Kickboxen, Zirkeltraining, Pilates oder Tennis zur Auswahl. Grundsätzlich kann aber mit einigen Auffangsportprofilen wie „Training“ oder „Outdoor-Training“ nahezu jede Sportart aufgezeichnet und getrackt werden. Die Sportprofile an sich bringen wenig signifikante Unterschiede mit sich. Letztendlich sind sie alle ungefähr gleich strukturiert und zeichnen die gleichen Daten auf. In der Regel ist das bei allen Zeit, Herzfrequenz und Kalorienverbrauch. GPS lässt sich bei den Outdoor-Aktivitäten hinzuschalten. Beim Laufen stehen noch Funktionen wie „Auto Pause“ und Lauferkennung zur Verfügung.

GPS Charge 5

Laufen funktioniert dank des integrierten GPS-Sensors

Strecke ohne Smartphone aufzeichnen

Das spannendste beim Sport ist wohl der integrierte GPS-Sensor, der die Strecke bei Outdoor Aktivitäten völlig autark, auch ohne Smartphone, aufzeichnen soll. Wer sein Smartphone, zum Beispiel zum Musikhören, trotzdem mitnimmt, hat diesmal in den GPS-Einstellungen sogar die Wahl, ob das Signal vom Smartphone oder vom Tracker genutzt werden soll. Das wird anhand eines kleinen Symbols im Aktivitätsmenü in der linken Ecke angezeigt (entweder eine kleine Uhr oder ein Smartphone).

Genauigkeit des integrierten GPS

Um Akku zu sparen und auch eine bessere Genauigkeit bei der Streckenaufzeichnung zu haben, empfehle ich die Nutzung des Signals vom Smartphone. Ich habe vorab einiges an Kritik gelesen und gehört über den GPS-Sensor des Charge 5. Tatsächlich hat sich schon bei den ersten Testversuchen im Outdoor-Bereich der integrierte GPS-Sensor erste kleinere Schwächen bei der Streckenaufzeichnung gezeigt, bei welcher der Track teilweise neben der Strecke war oder die Kurven etwas abgeschnitten waren. Das Signal verloren hat der Tracker lediglich beim Durchqueren von Brücken. Im Wald hatte ich nun bei den ersten Aktivitäten mit GPS noch keine Abbrüche. Doch um dort eine aussagekräftige Einschätzung zur Genauigkeit abzugeben, werde ich noch weitere GPS-Aktivitäten tracken und die Tracks mit anderen Sportuhren und Trackern abgleichen. Das ist hier somit erstmal nur ein erster Eindruck zur Genauigkeit des GPS-Sensors. Es scheint aber auf den ersten Blick weniger schlimm zu sein, als es andere bei der Nutzung festgestellt haben. Ich werde die neuen Erfahrungen an dieser Stelle aber natürlich noch ergänzen. Ich hatte bei den ersten Aktivitäten nun auf dem Charge 5 immer eine etwas weitere gemessene Distanz als auf anderen Uhren und dem Smartphone.

Update Oktober 2021: Nach 4 Wochen im Test – Ist der GPS-Sensor wirklich so schlecht?

Ich habe den Charge 5 nun vier Wochen am Handgelenk getragen und in dieser Zeit über 20 GPS-Sportarten im Outdoor-Bereich aufgezeichnet. Mein erster Eindruck, mit dem ungenauen GPS-Sensor (siehe oben), hat sich bestätigt. Allerdings ist es deutlich weniger dramatisch als in anderen Testberichten zum Charge 5 beschrieben. Ich habe den Tracker durchweg sehr eng am Handgelenk getragen, um auch eine möglichst genaue Herzfrequenzaufzeichnung beim Sport zu bekommen. Der Charge 5 bekommt auch bei enger Trageweise in der Regel ein GPS-Signal (kann auch mal bis zu 2 min dauern). Der Charge 5 kommt allerdings an seine Grenzen, wenn eine Aktivität mit vielen Kurven, Bergen, Häusern mit dem integrierten GPS-Sensor getrackt wird. Hier habe ich im Vergleich zu anderen Sportuhren Ungenauigkeiten festgestellt. Der Charge 5 gibt bei der aufgezeichneten Distanz immer deutlich mehr Meter als tatsächlich gelaufen, gegangen oder gefahren wurden. Je länger die Aktivität dauert, desto größer wird die Abweichnung zu Sportuhren mit genauer GPS-Aufzeichnung. Wer viel wandert, wird mit der GPS-Genauigkeit sehr unzufrieden sein. Wer allerdings einfach nur unter freiem Himmel auf Straßen mit dem Fahrrad unterwegs ist, wird nur minimale Abweichungen feststellen. Zusammenfassend lässt sich sagen: Der integrierte GPS-Sensor funktioniert und zeichnet auch zuverlässig eine Strecke auf, wenn dieses gewollt ist. Allerdings ist er deutlich ungenauer bei der Aufzeichnung als bei anderen Sportuhren und Trackern, gerade wenn es ins unebene Gelände, den Wald oder die Berge geht. Beim Laufen sorgt die „geschenkte“ Distanz des Charge 5 für neue Bestzeiten. Wer keine Vergleichsmöglichkeit hat, wird sich über die vielen gelaufenen Kilometer freuen. Das böse Erwachen kommt dann höchstwahrscheinlich erst, wenn einmal eine reale Distanz bei einem Wettkampf gelaufen wird und plötzlich die Zeiten aus dem Training nicht mehr erreicht werden können.

Herzfrequenzgenauigkeit

Ich habe die Daten vom Charge 5 mit denen eines Brustgurts verglichen und war hier tatsächlich von den aufgezeichneten Herzfrequenz-Daten des Fitnessarmbands überrascht. Bei enger aber noch angenehmer Trageweise ist der optische HF-Sensor beim Laufen und Radfahren sehr genau. Beim Fitnesstraining (Fitnessstudio o.ä.) kommt er allerdings an seine Grenzen und liefert auch ungenaue Werte. Beim Laufen war teilweise anfangs oft ein minimal zu hoher Puls, der sich aber schnell gefangen hat und am Ende tatsächlich auf einer Linie mit den Daten Herzfrequenz-Daten des Brustgurts war.

 

Always-On Display beim Sport

Endlich gibt es beim Charge 5 auch beim Sport ein Always-On Display. So muss das Handgelenk nicht mehr eingedreht werden, um die Daten beim Laufen einsehen zu können. Das ist gerade beim Sport ein riesiger Vorteil und hat mir in der Vergangenheit bei fitbit immer etwas gefehlt. Obwohl die Drehung vom Handgelenk hervorragend erkannt werden, weiß ich die Funktion doch sehr zu schätzen. Zu finden sind die Einstellungen im jeweiligen Sportmenü, wenn etwas nach unten gescrollt wird. Dort kann auch eingestellt werden, ob beim Training Benachrichtigungen (Mitteilungen) angezeigt werden sollen. Mir ist das Always-On Display im Outdoorbereich allerdings etwas zu dunkel, so dass ich es meistens deaktiviert hatte.

Anzeige während einer Aktivität

Bei Ausübung der Aktivität kann mit Berührung (Tippen) des Displays durch unterschiedliche Daten gescrollt werden. Bei GPS-Aktivitäten wird oben in der Ecke klein die Distanz angezeigt und, ob ein GPS-Signal vorhanden ist. In der Mitte groß in gelb angezeigt, werden dann die Wunschdaten wie Herzfrequenz, zurückgelegte Schritte bei der Aktivität, Zeit, Zonenminuten, Rundenzeiten, Durchschnitts-Pace… Unten im Displayrand läuft die Zeit. Das drei Datenfelder gleichzeitig angezeigt werden können ist trotz der kleinen Displaygröße schon beeindruckend. Eine Funktion, die ich vermisse, ist das „Verwerfen“ von Aktivitäten auf dem Tracker selber. Jede Aktivität die gestartet wird, muss auch gespeichert werden. Erst in der fitbit-App kann sie dann wieder aus den Trainings gelöscht werden. Wer also spaßeshalber mal beim Rumspielen auf dem Charge 5 einen Lauf startet, muss diesen am Ende wieder mühsam löschen. Hier wünsche ich mir schon jahrelang neben der „Beenden“-Funktion eine „Verwerfen“-Funktion.

Anzeige nach der Aktivität

Nach der Aktivität wird alles mit einer „Tollen Leistung“ bejubelt. Dann folgt eine kurze Zusammenfassung der Aktivität mit allen relevanten Daten. Zeit, Distanz Durchschnittsgeschwindigkeit, Zonenminuten, Durchschnittsherzfrequenz, maximale Herzfrequenz, Kalorien, Schritte, Runden. Wer detaillierte Auswertungen, wie auch zum Beispiel eine Karte (nur bei GPS-Aktivitäten), anschauen möchte, kann das später in der fitbit App machen.

Schwimmen

Der Charge 5 ist auch zum Schwimmen geeignet. Allerdings ist die Displaysperre, die automatisch nach dem Starten der Schwimmaktivität eingeschaltet wird, nicht ganz durchdacht. Es lässt sich während der Aktivität nämlich nichts einsehen, da immer sofort der Hinweis mit dem „Sperrbildschirm“ und dem Entsperren kommt. Nach dem Entsperren ist die Aktivität pausiert und kann dann immerhin gespeichert werden. Während der Schwimm-Aktivität kann demnach nicht eingesehen werden wie lange oder wie viel schon geschwommen wurde. Dafür ist das Display immerhin vor Fehlbedienungen geschützt. Deshalb muss vorher unbedingt das „Always-On Display“ beim Schwimmen aktiviert werden, damit wenigstens die Zeit abgelesen werden kann. Die Zeit ist ohnehin das einzige Datenfeld, welches während der Aktivität und auf dem Charge 5 beim Schwimmen abgelesen werden kann. Bahnen und daraus dann auch eine Schwimmdistanz soll der Charge 5 automatisch erkennen, wenn die Beckenlänge vorab in den Schwimmeinstellungen auf der Uhr korrekt definiert wurde. Diese Daten lassen sich am Ende aber auch nur in der fitbit App abrufen. Freiwasserschwimmen gibt es auf dem Charge 5 nicht. Die Herzfrequenz wird beim Schwimmen nicht gemessen.

Sonstige Funktionen

Stoppuhr, Countdown, Wecker und Mitteilungsfunktion sind wohl die spannendsten zusätzlichen Funktionen beim fitbit Charge 5. Viel mehr bringt das Fitnessarmband auch gar nicht mit. Es fehlt eine Musikfunktion zur Speicherung von Musik auf dem Tracker oder die Steuerungsmöglichkeit der Musik auf dem Smartphone. Immerhin soll der Wecker intelligent sein und einen im optimalen Zeitpunkt der Schlafphasen wecken.

Mitteilungen vom Smartphone

Es können App- und Anruf-Benachrichtigungen auf dem Charge 5 angezeigt werden. Hierfür muss das Smartphone via Bluetooth mit dem Tracker gekoppelt sein und die jeweilige App auch für Mitteilungen berechtigt und ausgewählt sein. Dann können aber auch WhatsApp Nachrichten gelesen werden. Mit Android funktioniert auch ein Antworten auf die Nachrichten mit vorgefertigten Kurznachrichten. Wer den Charge 5 mit iOS nutzt, kann die Nachrichten lediglich lesen.

Whatsapp Charge 5 anzeigen

Mitteilungen auf dem Charge 5

Akkuleistung

Bis zu 7 Tage Akkulaufzeit werden von fitbit beim Charge 5 versprochen. Das ist für so einen kleinen Tracker mit AMOLED-Display natürlich eine Ansage! Ehrlich gesagt kann ich mir zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht vorstellen, das jemand tatsächlich die 7 Tage schafft. Wer hin- und wieder vielleicht auch mal eine GPS-Aktivität trackt, Benachrichtigungen aktiviert hat und das Always-On Display nutzt, wird maximal 3-4 Tage mit dem Charge 5 schaffen. Zumindest zeigen das die ersten Tage mit dem neuen fitbit-Armband. Doch auch hier werde ich in Zukunft noch weitere Infos ergänzen, wenn ich den Tracker über einen längeren Zeitraum getragen habe.

Update zum Akku

Nach über vier Wochen kann ich ein positives Fazit zum Akku ziehen. Tatsächlich kann dieser bei minimaler Nutzung (keine Aktivität, kein Always-On Display) bis zu 7 Tage am Stück durchhalten. Realistischer sind allerdings die oben geschriebenen 3-4 Tage, da das Display und natürlich auch der integrierte GPS-Sensor wahre Akku-Fresser sind und natürlich mit dem Charge 5 hin- und wieder auch eine Aktivität getrackt werden soll. Positiv zu bewerten ist der Akkuverbrauch in der Nacht. Hier lag der Charge 5 meist nur bei 5% oder sogar darunter, wenn das Gerät in den „Schlafmodus“ versetzt wurde.

Hier eine Übersicht über den Akkuverbrauch und alle Aktivitäten in den vier Wochen

Testvideo zum Charge 5

Gesamtfazit

Der große Quantensprung ist der fitbit Charge 5 sicherlich nicht. Das helle Farbdisplay steht dem Tracker aber ausgesprochen gut und bietet in Kombination mit der Always-On Funktion beim Display gerade für Outdoor-Sportler ein gelungenes Update. Der fehlende Höhenmesser und die ersten Ergebnisse beim integrierten GPS-Sensor lassen einen aber schon etwas Zweifeln, ob er der Tracker den hohen Ansprüchen für Sportler überhaupt gerecht werden kann. Zumindest zeigt er schon nach den ersten Aktivitäten einige kleinere Schwächen, die ihn hier langfristig für ungeeignet erklären könnten. Sollte es so sein, werde ich den Testbericht zum Charge 5 an dieser Stelle noch ergänzen und ändern. Aktuell bietet er für Gelegenheitssportler erstmal solide Grundfunktionen, die für die meisten ausreichen dürften. Die Verarbeitung ist gut, der Tragekomfort angenehm und wer kein anderes Armband mit komplexeren Menüs und Funktionen hatte, wird hier auch nichts vermissen. Das leichte Gewicht und die vielen Gesundheitsdaten, die der Charge 5 im Alltag sammeln kann, können einen gesünderen Lebensstil fördern. Ein Selbstgänger ist das aber auch mit einem Fitnessarmband am Handgelenk nicht.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Testbericht weiterhelfen konnte. Wenn ja, würde ich mich sehr über eine Bewertung mit den Sternen freuen! Wenn noch Fragen bestehen, können diese entweder bei YouTube oder hier in den Kommentaren gestellt werden. Ich werde diese dann schnellst- und bestmöglich für euch beantworten!

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