Die Samsung Gear Fit2 ist das neue Fitnessarmband auf dem Markt, welches neben einem GPS-Sensor auch über einen optischen Herzfrequenzsensor verfügt, der die Pulsmessung am Handgelenk ermöglichen soll. Ein Höhenmesser, ein Beschleunigungssensor, WLAN und Bluetooth, eine Benachrichtigungsfunktion bei Anrufen oder Messenger Nachrichten und noch viele weitere sinnvolle Funktionen machen die Samsung Gear Fit2 zu einem echten Allround-Talent. Das sie mit ihrem CURVED AMOLED Display auch noch verdammt gut aussieht, ist ebenfalls nicht zu verachten.  Ich habe den neuen Fitnesstracker von Samsung ausführlich getestet und möchte euch in diesem Beitrag, so detailliert wie möglich, die Testergebnisse präsentieren.

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Preis und Lieferumfang

Die Samsung Gear Fit2 gibt es in drei stylischen Farben (pink, blau und dunkelgrau). Ich habe mich für die dunkelgraue, fast schon ins schwarze übergehende Version entschieden, da mich diese vom optischen am ehesten anspricht. Die Gear Fit 2 kostet zur Markteinführung 199€ [Stand Juni 2016]. Es gibt zwei Armband-Varianten. Eine Version mit einem S-und eine Version mit einem L-Armband. Die L-Variante ist für Handgelenke mit einem Durchmesser von 155-210mm und die S-Variante von 125-170 mm. Die S-Variante dürfte vor allem für Frauen mit zarten Handgelenken interessant sein. Ich, mit meinen relativ breiten Handgelenken, habe mich für die L-Variante entschieden. Der Lieferumfang der Samsung Gear Fit2 ist schnell zusammengefasst. Neben dem Fitnessarmband befindet sich nur noch eine USBDocking-Station und eine Kurzanleitung im Lieferumfang. Ein Netzstecker wird vergebens in der Verpackung gesucht. Weitere Informationen zur Verpackung und zum Auspacken findet ihr in meinem Unboxing-Beitrag zur Gear Fit2.

Design und Tragekomfort

Das Design der Samsung Gear Fit2 ist absolut gelungen. Der nur ca. 30 Gramm leichte Fitnesstracker liegt, nicht nur aufgrund des gebogenen Displays, sehr angenehm am Arm. Das Display hat eine Diagonale von 3,68 cm und die Gear Fit2 die Maße 51,2mm x 24,5mm. Damit ist die Samsung-Uhr angenehm schmal.

Das Armband besteht aus einem flexiblen Silikon und hat ein sanftes Wabenmuster. Dieses lässt die Gear Fit2 interessanter und moderner wirken. Das Armband hat leider keinen richtigen Uhren-Verschluss, sondern nur einen Verschluss mit einem kleinen Druckknopf. Hier hätte ich mir eine etwas bessere Version gewünscht. Der Verschluss hat im Test aber überraschend gut gehalten. Nur, wenn etwas direkt gegen den Verschluss gekommen ist, oder ich irgendwo hängen geblieben bin, hat sich dieser gelöst. Bevor die Gear Fit2 vom Arm fällt, hält die kleine Verschlusslasche diese aber noch am Arm.

Zwei Bedientasten zur Navigation

Natürlich verfügt die Samsung Gear Fit2 über einen Touchscreen über welchen sich die meisten Funktionen auch einstellen lassen. Trotzdem hat der Fitnesstracker auf der rechten Gehäuseseite noch zwei gut erreichbare haptische Tasten. Diese haben einen angenehmen Druckpunkt. Über die untere “Home-Taste” lässt sich immer wieder zur Uhren-Ansicht zurückkehren. Die obere Taste ist die “Zurück-Taste”. Durch zweimaliges Drücken der Home-Taste lässt sich eine beliebige Funktion der Gear Fit2 aufrufen. Diese Einstellung kann im Einstellungsmenü vorgenommen werden.

Herzfrequenzsensor auf der Unterseite

Die Samsung Gear Fit2 hat auf der Unterseite einen optischen Herzfrequenzsensor. Dieser kann den Puls direkt am Handgelenk messen. Zur Messung werden grüne Lichtstrahlen durch die Haut geschickt. Durch das reflektierende Licht, welches über einen Fotozelle wieder eingefangen wird kann die Herzfrequenz über das Handgelenk gemessen werden. Für eine genaue Messung der Herzfrequenz ist aber eine optimale Trageweise notwendig. In der Bedienungsanleitung steht etwas von “direkt oberhalb des Knöchels” und “die Gear Fit2 sollte nicht zu fest getragen werden. Wer diese beiden Punkte beachtet, kann auch mit dem optischen Herzfrequenzsensor gute Ergebnisse erzielen. Es gibt allerdings noch weitere Faktoren, welche die Herzfrequenzmessung am Handgelenk beeinflussen können.

Das Display bei Sonnenlicht

Das 1,5″ Curved AMOLED Display ist von der Größe wirklich perfekt. Es hat genau die Größe, welche noch an “annehmbar” durchgeht, bevor die Fitnesstracker für zu klobig gehalten. Aber ausreichend groß, um noch genügend Informationen anzeigen zu können. Das Display löst mit einer Auflösung von 216 x 432 Pixeln gestochen scharf auf. Leider ist das Display gerade bei direkter Sonneneinstrahlung, durch starke Spiegelung, fast nicht mehr ablesbar. Daran ändert auch der Outdoor-Modus mit der Display-Helligkeit von 11 (Stufe 1-11) nichts. Bei Tageslicht, ohne direkten Lichteinfall, ist das Display aber aus jedem Winkel gut lesbar. Im Innenbereich hat das Display allerdings eher seine Stärken. Denn hier kommen die 16 Millionen Farben, die das Display anzeigen kann, perfekt zur Geltung.

Wasser- und Staubdicht nach IP68

Die Gear Fit2 ist nach IP68 Norm wasser- und staubdicht. Das bedeutet, das ihr sie beim Duschen und theoretisch sogar beim Schwimmen einfach umlassen könnt. Allerdings gilt die Norm nur für Süßwasser und für maximal 30 Minuten mit einer Wassertiefe von ca. 1,5 Metern. Zu langes Baden, Schwimmen oder Duschen dürfte der Gear Fit2 nicht so gut gefallen.

Funktionen und Menüführung

Die Samsung Gear Fit2 wird mit einem 1 Ghz Dual-Core Exynos 3250 Prozessor betrieben. Die Uhr verfügt über 512MB Arbeitsspeicher und  4 GB internem Speicher, von welchem für zusätzliche Apps und Musik noch ca. 2 GB zur Verfügung stehen. Die anderen 2 GB schluckt alleine das Betriebssystem Tizen, welches speziell für Wearables entwickelt wurde. Kompatibel ist die Samsung Gear Fit2 ausschließlich mit Android-Smartphones ab Version 4.4. Vorausgesetzt die Samsung-Uhr soll überhaupt über die Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone gekoppelt werden. Neben Bluetooth v.4.2 ist auch WLAN 802.11 b/g/n 2,4GH verbaut. iOS Nutzer können die Gear Fit2 leider nicht mit dem Smartphone koppeln.

Zur genauen Positionsbestimmung verwendet die Samsung Gear Fit2 einen GPS-Sensor. Auch das russische Glonass, zur noch genaueren Standort-Bestimmung in Berg- und Stadtregionen, ist in dem kleinen Fitness-Tracker mit verbaut. Dieses lässt sich in den Einstellungen aber nicht gesondert aktivieren, weshalb ich davon ausgehe, das dieses bei aktiviertem Standort standardmäßig mit eingeschaltet ist. Bei deaktivierten “Standort” ist beim Sportprofil Laufen automatisch der Beschleunigungssensor aktiviert.

Das scrollen mit dem Finger durch die Menüs der Gear Fit2 funktioniert ruckelfrei. Durch eine Wisch-Bewegung von oben nach unten wird ein kleines Menü geöffnet bei welchem der Akkustand und die Verbindungen eingesehen werden können. Außerdem lässt sich die Gear Fit2 an dieser Stelle in einen “Bitte nicht stören“-Modus versetzen und die Display-Helligkeit regulieren. Auch eine Steuerung des MP3-Players ist über dieses Menü möglich.

Wenn das Display mit der Handfläche abgedeckt wird, schaltet sich dieses automatisch ab. Beim Heben des Arms und einen Blick auf die Uhr wird die Uhr-Anzeige auf der Gear Fit2 automatisch angezeigt. Diese Funktion lässt sich in den Einstellungen aber auch deaktivieren. Ich finde es aber ausgesprochen praktisch, wenn das Display automatisch aktiviert und beim Wegdrehen wieder deaktiviert wird. Eine dauerhafte Uhren-Anzeige auf dem Display lässt sich in den Einstellungen ebenfalls aktivieren.

Benachrichtigungen und Anrufe beantworten

Mit einer Wisch-Bewegung nach links lässt sich ein Benachrichtigungsmenü öffnen. Hier zeigt die Samsung Gear Fit2 Fitnesserinnerungen, Messenger-, Anruf- und E-Mail Benachrichtigungen an.  Die Benachrichtigungsfunktion der Uhr lässt sie zu einer echten Smartwatch werden. Es lassen sich auch Whats-App Nachrichten auf der Uhr lesen und sogar, mit vorher abgespeicherten Antworten mit bis zu 20 Zeichen, beantworten. Allerdings wird immer nur die letzte Nachricht aus dem jeweiligen Chat bzw. der Gruppe angezeigt.

Anrufe können über die Samsung Gear Fit2 ebenfalls entgegen genommen oder abwiesen werden. Zum Telefonieren ist allerdings ein Smartphone notwendig, da die Gear Fit2 über weder über Lautsprecher, noch über ein Mikrofon verfügt. In der Samsung Gear App, welche für die Verwendung mit einem Smartphone zwingend erforderlich ist, lassen sich einzelne Benachrichtigungen aktivieren oder deaktivieren.

24-Stunden Herzfrequenzmessung

Über den optischen Herzfrequenzsensor auf der Unterseite lässt sich die Herzfrequenz direkt am Handgelenk messen. Es ist entweder eine manuelle oder eine automatische Messung, alle 10 Minuten, möglich.  Bei der manuellen Messung muss der Arm möglichst ruhig gehalten werden. Die Gear Fit 2 misst die Herzfrequenz in wenigen Sekunden und zeigte im Test auch zuverlässige Werte an. Nach der Messung zeigt die Uhr direkt auch die Intensität im Vergleich zu Standard-Herzfrequenzergebnissen und gibt direkt an, ob es ein “Normaler Puls” oder ein erhöhter Puls ist.

Die Samsung Gear Fit2 kann in einem 24-Stunden Log den kompletten Tag speichern. Auch eine Herzfrequenzmessung über den Herzfrequenzsensor ist möglich. Im Logbuch wird angezeigt wann die Uhr getragen wurde und wie stark die Intensität zu einer bestimmten Uhrzeit war. Der 24-Stunden Log reicht immer von 0 bis 0 Uhr. Anhand des Logbuchs wird der Kalorienverbrauch bestimmt.

Automatische Erkennung von Aktivitäten

Die Gear Fit2 soll Standard-Sportarten automatisch erkennen und tracken können. Im Test funktionierte dieses mal mehr, mal weniger gut. Bei längeren Wegen zu Fuß erkannte die Gear Fit 2 schon eine Aktivität (Gehen) und startete diese automatisch. Währenddessen zeigt die Gear Fit motivierende Sprüche auf dem Display an: “Gesundes Tempo”, “Weiter So”. Die Strecke wird bei automatsichen Aktivitäten aber nicht getrackt. Nur über manuelles Starten der Aktivität und aktiviertem Standort wird auch eine Strecke aufgezeichnet. Fahrradfahren wurde teilweise erkannt, teilweise aber auch nicht. Manchmal hat die Gear Fit2 nach ca. 10 Minuten das Radfahren erkannt und eine Aktivität gestartet.  Die automatisch erkannten, wie auch die manuell gestarteten Aktivitäten finden ihren Weg schließlich in den 24-Stunden Log. Bei den automatisch erkannten Aktivitäten wird immer nur die Dauer und die verbrauchten Kalorien aufgezeichnet.

Kalorienverbrauch

In die Berechnung des Kalorienverbrauchs fließt auch der Grundbedarf mit ein. Das heißt, alles was der Körper ohnehin verbrennt, selbst wenn keine sportlichen Aktivitäten oder ähnliches ausgeführt wird. So zeigt die Uhr auch direkt nach dem Aufstehen am Morgen schon ca. 500 verbrauchte Kalorien ein.

Schritt- und Etagenzähler

Die Samsung Gear Fit2 ist natürlich auch ein Schrittzähler. Sogar die Etagen lassen sich durch einen Höhenmesser bestimmen. Eine Etage ist bei der Gear Fit2 mit 3 Meter definiert. Sollte die Etage etwas niedriger oder höher sein können mal mehr, mal weniger Etagen angezeigt werden. Im Großen und Ganzen funktioniert das Tracken von den Etagen aber zuverlässig. Bei den Etagen kann sich ein Tagesziel gesetzt werden.

Auch die Schritte werden von der Gear Fit2 erfasst. Hier sind die Ergebnisse auch einigermaßen plausibel. Wobei bei starken Armbewegungen, ohne auch nur einen Schritt gegangen zu sein, diese manchmal schon als Schritte getrackt werden. Genau wie bei den Etagen kann auch bei den Schritten ein Tagesziel gesetzt werden. Die Samsung-Uhr informiert schließlich über das Erreichen und den Fortschritt beim Ziel.

Die Etagen wurden im Test anfangs ziemlich gut getrackt. Später, ich vermute durch einen Software-Fehler, hat die Uhr aber Etagen an Stellen erkannt, wo einfach keine waren. So hatte ich am Ende eines langen sportlichen Tages mal eben ca. 240 Etagen auf der Gear Fit2 stehen (und das im Flachland).

Update: Der Fehler mit den Etagen wurde mittlerweile behoben.

Schlaf-Tracking

Der Schlaf kann mit der Gear Fit2 ebenfalls aufgezeichnet werden. Auf der Uhr lässt sich am nächsten Tag dann die Effizienz und die Schlafdauer abrufen. Weitere Informationen sind nur über die S Health App (siehe unten) abrufbar. Im Test funktionierte das Schlaf-Tracking der Gear Fit2 mäßig gut. Teilweise passierte es, dass der nächtliche Gang zur Toilette als Aufwachen definiert wurde. Über die App kann später auch noch abgerufen werden, wie lange der Körper still lag und wie viel sich im Schlaf bewegt wurde.

Wasser- und Koffeinaufnahme

Auch die Wasser- und Koffeinaufnahme kann mit der Sport-Uhr über zwei einfache vorinstallierte Apps getrackt werden. So befindet sich hier einfach ein Plus + und ein Minus – mit welchem die getrunkenen Gläser Wasser (200 ml) und Tassen Kaffee eingetragen werden können. Daraus wird schließlich die Wasser und Koffeinaufnahme errechnet.

Sonstige Funktionen

Die Smartwatch bringt von Haus aus auch eine Stoppuhr und einen Timer mit. Bei der Stoppuhr lassen sich auch Runden tracken. Der Timer meldet sich nach Ablauf der voreingestellten Zeit durch Vibration. Auch lassen sich über die Gear Fit2 Musikfunktionen steuern. So können auch Songs auf den verfügbaren Speicher (2GB) der Gear Fit geladen und schließlich über Bluetooth Kopfhörer wiedergeben werden. Auch eine Steuerung der des Musikplayers auf dem Smartphone funktionierte im Test problemlos.

Aktivitäten mit der Gear Fit2

Was wäre ein Fitnessarmband mit GPS und Herzfrequenzsensor, wenn nicht auch Sport mit diesem getrieben werden kann? Natürlich bietet die Samsung Gear Fit2 auch einige vorinstallierte Sportprofile, die schon eine ganze Reihe von Sportarten abdecken. So sind folgende Sportarten auf der Gear Fit2 schon vorinstalliert:

  • Laufen
  • Gehen
  • Wandern
  • Radfahren
  • Stepper
  • Heimtrainer
  • Ellipsentrainer
  • Laufband
  • Pilates
  • Yoga
  • Rudermaschine
  • Anderes Workout

Dazu kommen noch kleinere Apps über welche Sportübungen direkt getrackt werden können. Dieses sind

  • Ausfallschritt
  • Situps
  • Kniebeuge

Meiner Meinung nach ist das Aktivitätsmenü der Gear Fit2 noch nicht ausgereift. Es fehlt an vielen Stellen schlichtweg an Einstellmöglichkeiten. So lässt sich der Standort nur bei einigen Aktivitäten aktivieren. Bei dem Sportprofil “Anderes Workout” fehlt die Standort-Funktion sogar komplett, so dass hier nie eine Strecke aufgezeichnet werden kann. Wer also auch andere Sportarten, bei welcher eine Strecke zurückgelegt wird, tracken möchte, muss auf die vorhandenen Sportprofile zurückgreifen. Die fehlende Pulsmessung bei diesem Sportprofil schließt ein Training im Fitnessstudio, wenn nicht gerade eines der in der Gear Fit vorhandenen Geräte benutzt wird, eigentlich komplett aus.

Natürlich kann das Hanteltraining mit dem Sportprofil “Anderes Workout” getrackt werden. Allerdings wird dann am Ende ausschließlich Dauer und verbrannte Kalorien angezeigt – keine Pulsmessung! Die Gear Fit2 meldet zudem nie, ob der GPS-Empfang gut ist oder ob die Uhr überhaupt GPS-Empfang hat. Auch lässt sich die Herzfrequenzmessung nicht deaktivieren oder ein externer Brustgurt via Bluetooth-Koppeln. Hier besteht Nachbesserungsbedarf!

Auch sonst ist das Aktivitätsmenü von den Einstellmöglichkeiten eher enttäuschend. Zumindest, wenn ihr schon mal etwas besseres in der Hand gehalten habt. Ich persönlich war das ausgereifte Menü der Garmin Vivoactive HR gewohnt und musste beim Test der Gear Fit2 doch einen deutlichen Rückschritt hinnehmen.

Ziele setzen

Bei den Aktivitäten der Gear Fit2 lässt sich immer einstellen, ob ein bestimmtes Ziel verfolgt werden soll, oder ob ein “einfaches Workout”, ohne vordefiniertes Ziel, ausgeführt werden soll. So kann beispielsweise ein Kalorien-, Strecken oder Zeitziel gesetzt werden. Aber auch einige vorinstallierte Trainingsziele sind beim Sportprofil Laufen einstellbar. Wer einfach drauf los sporteln möchte, muss immer das “einfache Workout” verwenden.

Während einer Aktivität lassen sich bestimmte Datenfelder auf der Gear Fit2 durschalten. So lassen sich Informationen über Zeit, Strecke, Puls und Distanz abrufen. Auch die Uhrzeit wird während einer Aktivität noch klein oben auf dem Bildschirm angezeigt. Allerdings lässt sich immer nur eine einzige Information gleichzeitig anzeigen. Das Anzeigen mehrerer Datenfelder gleichzeitig ist nicht möglich. Eine für mich sehr wichtige Funktion ist zudem die “Auto-Pause” Funktion, welche beim Stehen bleiben die Aktivität automatisch stoppt. Beispielsweise, wenn ich an einer Ampel verkehrsbedingt anhalten muss. Bei der Gear Fit2 fehlt diese Funktion einfach komplett, so dass nur durch manuelles Drücken die Aktivität in einen Pause-Modus versetzt werden kann. Schade!

Die Auswertung der Aktivität auf der Gear Fit2 gefällt mir hingegen ziemlich gut. Es lassen sich viele Informationen direkt auf der Uhr abrufen und anzeigen. Sogar eine kleine, nicht scrollbare, Übersichtskarte lässt sich abrufen. Die Hauptauswertung muss aber letztendlich mit der S Health App von Samsung erfolgen. Denn hier lassen sich noch weitere Informationen und detaillierte Streckendetails abrufen.

Samsung Gear App

Um die Gear Fit2 mit dem Smartphone zu koppeln wird erst einmal die Samsung Gear App benötigt. Dieses ist sozusagen die Verbindungs-App zwischen Wearable und Smartphone. Die Verbindung wird über Bluetooth schnell und zuverlässig hergestellt. Über die Samsung Gear App lassen sich allerdings nur wenig Informationen abrufen. Es können aber auch Design-Änderungen und Einstellungen an der Uhr vorgenommen werden. So können direkt über die App auch Watch-Faces der Gear Fit 2 geändert werden. Die Haupt-App zur Auswertung aller Daten ist allerdings die S Health App. Um das komplette Potenzial der Gear Fit2 zu verwenden, müssen demnach zwei Apps auf dem Smartphone installiert werden.

S Health App

Die S Health App ist die Auswerte-App für die gesammelten Daten mit der Gear Fit2. So lassen sich hier auch Schlaf- und Fitnessziele definieren. Die gelaufenen Schritte und der Schlaf einsehen. Anders als auf der Uhr selber, ist der Schlaf in der App noch untergliedert. So können hier Infos zu Wach-Phasen und die Bewegung im Schlaf abgerufen werden. Außerdem lassen sich alle Daten über mehrere Tage und Wochen auswerten und miteinander vergleichen. Außerdem können Abzeichen und Auszeichungen verdient werden.

In der S Health App sind auch die ganzen Herzfrequenz-Daten der Gear Fit2 abgespeichert, welche die Uhr im Laufe des Tages erfasst. So kann genau nachvollzogen werden, wie der Puls zu einer bestimmten Uhrzeit war (Automatische Messung alle 10 Minuten). Die App bleibt aber auch deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Sie ist viel zu unübersichtlich gestaltet! Erst nach intensiver Beschäftigung hatte sich das mit der App so langsam eingespielt. Das geht definitiv besser!

Akku und Ladestation

Die Samsung Gear Fit2 verfügt leider nur über einen 200mAh Akku. Dieser lässt sich zwar mit der beigelieferten Ladestation angenehm zügig wieder aufladen, bei intensiven und langen Sporteinheiten muss die Smartwatch aber täglich geladen werden. Von Samsung werden bei normaler Nutzung 3-4 Tage Akkulaufzeit versprochen. Dieses schafft die Gear Fit2 allerdings nur, wenn die Benachrichtigungsfunktion abgeschaltet, die Displayhelligkeit nicht zu hoch gestellt ist und wenig Aktivitäten mit GPS-Tracking ausgeführt werden. Während meines sportlichen Alltags schaffte die Samsung Gear Fit2 maximal zwei Tage bevor sie wieder auf die Ladestation musste. Die Ladestation verfügt über einen USB-Anschluss und lässt sich somit entweder an ein USB-Netzteil oder direkt an den PC anschließen. Für mich ist es schon enttäuschend, wenn ich mitten am Tag die Meldung bekomme, dass der Akkustand niedrig ist und der Energiesparmodus aktiviert werden sollte. So bleibt beim Akku für mich folgendes Fazit: Für sehr aktive und sportliche Menschen, wie ich es nunmal bin, ist die Gear Fit2 schlichtweg ungeeignet. Dafür ist der Akku einfach viel viel zu klein gewählt.

Die Ladestation hingegen ist absolut genial gestaltet. Über kleine Ladekontakte, die sich auf der Unterseite der Gear Fit2 befinden, wird diese aufgeladen. Durch Magnete dockt der Fitnesstracker einfach und schnell an der Station an. Kein lästiges Suchen der Ladekontakte oder der richtigen Position mehr. Die Ladestation ist mein persönliches Highlight bei der Samsung Gear Fit2. Während des Ladevorgangs wird zudem der Ladestatus und eine Uhr auf dem Display angezeigt.

Fazit

Die Samsung Gear Fit2 weiß vom Design absolut zu überzeugen. Das CURVED-Display und das Armband des Wearables sehen verdammt gut aus! Bei den Funktionen und den Einstellmöglichkeiten bleibt der neue Samsung Fitness-Tracker aber weit hinter den Erwartungen zurück. Auch die Akkulaufzeit ist aufgrund des Mini-Akkus mit 200mAh eher FLOP als TOP! Daran kann auch der zuverlässige Schrittzähler und die tolle Benachrichtigungsfunktion nichts mehr ändern! Für mich ist die Samsung Gear Fit2, in Anbetracht der langen Wartezeit, eine richtige Enttäuschung. Eigentlich bleibt nur zu hoffen, das durch intelligente Updates die Smartwatch noch verbessert wird. Für wirklich sportliche Menschen ist die Gear Fit2 einfach nichts. Für Gelegenheitssportler (1-2 mal die Woche) dürften die dürftigen Funktionen und Einstellmöglichkeiten aber ausreichen.

Samsung Gear Fit 2 Smartwatch mit Pulssensor und Benachrichtigungen – Blau (L) (Elektronik)


Eigenschaften: 

  • Smartwatch im stylischen Design mit integriertem GPS zur detaillierten Streckenaufzeichnung und MP3-Player mit 4GB internen Speicher
  • Ergonomisch gewölbtes Super AMOLED-Farbdisplay zum angenehmen Tragekomfort
  • Automatische Erfassung von Aktivitäts-, Trainings- und Schlafdaten und gleichzeitig über Neuigkeiten, Nachrichten, Anrufe und Termine auf dem gekoppelten Smartphone informiert sein – jetzt auch mit iOS kompatibel
  • IP68-Zertifizierung – Schutz vor eindringendem Wasser und Staub ganz gleich ob sie im Regen oder auf staubigen Sandpisten trainieren
  • Lieferumfang: Gear Fit2, farblich passendes Armband, Ladestation, KurzanleitungKompatibilität: Android 4.4 und Öber, ios 9.0 und Öber

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Meine Gesamtbewertung
Preis und Lieferumfang
80 %
Design und Tragekomfort
90 %
Funktionsumfang
80 %
Akkulaufzeit
75 %
Sensoren und Technik
90 %
Hey! Ich bin Steffen, 28 Jahre und Autor dieses Beitrags. Hier einige Infos zu mir: Ich bin schon seit ich denken kann vom Sport fasziniert. Ich liebe außergewöhnliche Sportarten, die einem körperlich alles abverlangen und an meine Grenzen bringen. So stecke ich meine sportlichen Ziele immer wieder höher! Ich verbringe viel Zeit bei sportlichen Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur – ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Ich liebe Hindernis- und Extremläufe. Im Jahr 2016 habe ich meinen ersten Marathon mit Hindernissen und ersten 100 km Marsch gefinisht. Ich fahre auch in meiner Freizeit viel Fahrrad, gehe viel laufen und mache seit knapp zwei Jahren Bodyweight-Training. Ich liebe es mich in der Natur (Berge, Seen) zu bewegen, um neue Orte und landschaftliche Highlights zu entdecken. Die Sommer-Monate verbringe ich meist auf dem Stand Up Paddling Board. Auf dem SUP-Board erkunde ich sportlich Flüsse, Seen und Kanäle rund um Hamburg. Sport ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Hier fülle ich meine Energiereserven wieder auf, finde einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und entwickle neue Ideen für diese Seite und meine YouTube-Kanal (FitnessBox). Über Kommentare und Nachrichten von euch hier auf der Seite freue ich mich immer sehr!

5 Kommentare

  1. Hallo,

    vielen Dank für diese ausführliche Bewertung der Uhr. Die Ergebnisse decken sich in etwa mit meinen. Ich habe feststellen müssen, dass der GPS Sender einfach zu lange braucht, um mich zu entdecken und aufzuzeichnen. Meinem Radweg zur Arbeit fehlt daher immer ein Kilometer pro Strecke, beim Laufen verhält es sich ähnlich… ich werde die Uhr wohl wieder zurückgeben und auf eine Alternative zurückgreifen.

  2. Also ich habe im Flachland oder wenn ich mich nicht mal bewege 20-25 Etagen…ich dachte das wurde behoben. 🙁 Habe deswegen jetzt schon das zweite Band. Und das jetzige wurde schon repariert.
    Wie kriege ich das weg?

  3. Hallo , ich habe ein Bluetooth Kopfhörer MPOW, leider funktionieren diese nicht, weiss jemand wieso. Danke mfg Manuela

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