Stand Up Paddling ist ein sicherer Sport – zumindest, wenn einige Regeln und Sicherheitshinweise beachtet werden. Viele Anfänger machen sich nicht mit der Sicherheit beim Stand Up Paddling (SUP) vertraut und gehen unwissend und blauäugig auf große Tour und begeben sich dadurch in Lebensgefahr! Leider kommt es immer wieder vor das Stand Up Paddler tödlich verunglücken oder in sehr große Gefahr begeben. Oft ist den Paddlern die Gefahr nicht bewusst, so dass uns dazu entschieden haben in diesem Beitrag auf die Sicherheit beim Stand Up Paddling detailliert einzugehen. Wie muss ich mich als Stand Up Paddler verhalten? Was muss ich an Ausrüstung dabei haben? Was muss ich im Notfall machen? Wie plane ich eine große Tour und wie sind eigentlich die Vorfahrtsregeln auf dem Wasser? Diese und weitere Fragen rund um das Thema SUP Sicherheit werden nachfolgend genau erläutert! Solltet ihr Ergänzungen oder Fragen haben, könnt ihr wie immer unter diesem Beitrag einen Kommentar hinterlassen.

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SUP Sicherheit – Grundlagen

Beginnen möchte ich mit den allgemeinen Sicherheitshinweisen beim Stand Up Paddling. Einige Punkte sind für die meisten wohl selbstverständlich oder allgemein bekannt, sind aber trotzdem elementar für die Sicherheit beim SUP.

  1. Immer wenn du auf dem Stand Up Paddling Board stehst solltest du besonders aufmerksam und wachsam sein. Behalte dein Umfeld im Auge und rechne mit Fehlern von anderen Wassersportlern. Außerdem solltest du Respekt vor anderen Wassersportlern haben und dich auch entsprechend verhalten. Halte genügend Abstand und sei immer freundlich! Letztendlich sind alle auf dem Wasser unterwegs, weil sie Spaß haben wollen.

Vorfahrtsregeln

  • Wenn zwei Paddler aufeinander zu paddeln weichen beide nach rechts aus. Sollte der andere Paddler dich nicht wahr nehmen, mache dich durch rufen oder Handzeichen bemerkbar!
  • Beim Überholen hält der langsamere Stand Up Paddler seinen Kurs, der schnellere fährt im Bogen, mit ausreichend Abstand, vorbei

Notsignal

Solltest du in eine Notsituation kommen kannst du mit dem Notsignal auf dich aufmerksam machen. Die “Müde Fliege” ist ein international anerkanntes Notsignal im Wassersport. Halte hierfür deine Arme erst seitlich vom Körper weg (Handflächen zeigen vom Körper weg) und wechsle anschließend mit den Armen über den Kopf (nicht kreuzen) und wieder zurück.

  1. Schätze deine eigenen “Skills” realistisch ein und gehe nicht auf eine 20 Kilometer Stand Up Paddling Tour, wenn du diese gar nicht bewältigen kannst. Wichtig hierbei: Du alleine bist für dein Handeln verantwortlich! Begebe dich NICHT in Situationen, die du dir selber nicht zutraust, nur weil andere es sagen!
  2. Mache dir vorher klar, ob du ein guter Schwimmer bist und auch im Notfall mit der Kleidung schwimmen könntest, die du bei deiner Stand Up Paddling Tour tragen möchtest.  Trage im Zweifel IMMER eine Schwimmweste oder zumindest eine Schwimmhilfe. Dein Stand Up Paddling Board kann im Notfall deine Rettungsinsel sein, da es ein hervorragender Auftriebskörper ist.
  3. Trage die passende Kleidung! Baumwoll-Kleidung (Hoodies, dicke Hosen…) sind IMMER ein Sicherheitsrisiko, da sie sich mit Wasser vollsaugen und dir das schwimmen deutlich erschweren oder dich sogar nach unten ziehen können (Lebensgefahr in panischen & hektischen Situationen!). Im Frühjahr, bis Ende Mai, sind die Gewässer meist noch sehr kalt (9 Grad). Beim Reinfallen kühlt der Körper in wenigen Sekunden aus und ihr geht unter wie ein Stein! Ein Neopren- oder Trockenanzug ist Pflicht (ggf. auch Neoprenschuhe und Schwimmhilfe).
  4. Erlerne die Standard-Fahrtechniken vorab und nicht erst bei deiner ersten großen Tour – am besten auf einem stillen Gewässer, ohne Strömung oder starken Wind. (Bremsen, Lenken, Ausweichen und Fallen). Hier auf der Seite findest du die “Basics” noch mal zusammengefasst.

Beim Reinfallen

Sichere immer zuerst dein Board und erst dann dein Paddel. Zur Not kannst du auch mit den Händen bis an den Rand paddeln. Dein Board ist im Notfall auch gleichzeitig auch deine Rettungsinsel! Beim Fallen solltest du immer auf dem Bauch oder dem Rücken zuerst im Wasser landen. Bei einem Fallen mit den Füßen zuerst kannst du dich verletzten, wenn sich eine Untiefe unter dir befindet (flaches Wasser!).

SUP Sicherheit – bei Touren

Besonders wenn du nicht einfach nur mal eben eine kleine Runde auf dem See paddeln willst, sondern eine große Stand Up Paddling Tour planst, solltest du weitere Sicherheitshinweise beachten. Die oben genannten Sicherheitshinweise sind natürlich weiter gültig und auch für Touren elementar wichtig! Während einer Tour ist jedoch zusätzliche Ausrüstung Pflicht, damit du nicht auch zu den Stand Up Paddlern gehörst, die irgendwann tödlich verunglücken!

  • Du solltest nur auf bekannten Gewässern fahren ODER dich vorher über das geplante Gewässer genau informieren. Hierzu gehört die Beschaffenheit, Untiefen, Gefahren (Schleusen, Schiffsverkehr) oder Strömungen. Eventuell ein GPS-Gerät (mit Track) oder Karten mitnehmen.
  • Wetterbericht vor der Tour checken UND währenddessen weiter genau beobachten. Es kann immer zu einem Wetterumschwung oder Wind kommen. Umso größer der See ist, desto mehr Angriffsfläche für den Wind bietet er. Ein ruhiger See kann in wenigen Minuten zur welligen Buckelpiste und zu einer richtigen Herausforderung für Stand Up Paddler werden. Solltest du doch gegen den Wind paddeln müssen fahre im Knien bis zum Ufer weiter und befestige unbedingt deine Leash. Solltest du bei einem windigen See vom Board fallen, treibt das Board sonst sehr schnell ab. Sollte ein Gewitter aufziehen paddle schnell zum Ufer und breche deine Tour ab! An heißen, sonnigen Tagen solltest du an ausreichenden Sonnenschutz denken (Kopfbedeckung, wasserfeste Sonnencreme).
  • Nehme ausreichend passende Kleidung mit. Es kann immer passieren, das du während einer Tour im Wasser landest. Trockene Wechselkleidung (auch für das Paddeln geeignet) ist Pflicht. Je nach Temperaturen auch Neoprenanzug oder Trockenanzug (SUP Suit).
Im “Dry-Bag” können Sachen trocken verstaut werden

Bei längeren Touren solltest du zudem weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände mitführen, damit du sicher an dein Ziel kommst

  • wasserdicht verstautes Smartphone (Dry Bag)
  • Signalpfeife und Erste Hilfe Kit
  • Schwimmweste / Schwimmhilfe (gibt es auch mit wasserdichten Taschen)
  • Dry-Bag (Trockensack) mit Ersatzkleidung
  • ausreichend Trinkwasser
  • Melde dich vor deiner Tour bei jemandem ab und danach wieder an, damit du bei einem Notfall schneller gefunden werden kannst. Sage unbedingt was du geplant hast, wo genau du unterwegs bist und wann du vermutlich wieder zurück bist. Diese Person ist im Notfall deine Rettung!
  • Leash
    • Bei Flüssen mit Strömung oder Treibgut unbedingt eine Coil Leash mit Quick-Release und Bauchgürtel verwenden. Mache die Leash dort auf keinen Fall an deinen Knöchel. Dort bekommst du sie in Notsituationen womöglich nicht gelöst und es zieht dich bei Unterströmungen unter Wasser. Ein Sicherheits-Schnell-Verschluss mit einer Befestigung an der Rettungsweste oder einem speziellen Bauch-Gurt ist Pflicht. Verwende keine “Surfer-Leash”. Das lange Band hängt sonst unkontrolliert im Wasser und kann sich verfangen (Lebensgefahr!).

Außerdem empfehle ich dir längere Stand Up Paddling Touren nicht alleine durchzuführen. Zu zweit macht es doppelt so viel Spaß und die Sicherheit wird deutlich erhöht. Im Notfall ist immer gleich jemand der SOFORT helfen kann.

Wenn du diese Sicherheits-Tipps & Hinweise beachtest, solltest du auf deinem SUP-Board immer sicher unterwegs sein. Teile und verbreite diesen Beitrag gerne, um die Sicherheit beim Stand Up Paddling weiter zu erhöhen. Die Meldungen über verschollene oder tödlich verunglückte Stand Up Paddler erschrecken mich immer wieder und müssen nicht sein. Ganz ausschließen oder verhindern kann solch schreckliche Ereignisse niemand – aber das Risiko und die Gefahren beim Stand Up Paddling können durch ausreichende Aufklärung minimiert werden!

Quellen: SUP - Stand Up Paddling, Christian Barth, 2. Auflage, 2015 | 
SUP-guide.de, Sicherheitstipps | SUP-way.de, Verkehrsregeln beim Stand Up Paddling
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Hey! Ich bin Steffen, 28 Jahre und Autor dieses Beitrags. Hier einige Infos zu mir: Ich bin schon seit ich denken kann vom Sport fasziniert. Ich liebe außergewöhnliche Sportarten, die einem körperlich alles abverlangen und an meine Grenzen bringen. So stecke ich meine sportlichen Ziele immer wieder höher! Ich verbringe viel Zeit bei sportlichen Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur – ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Ich liebe Hindernis- und Extremläufe. Im Jahr 2016 habe ich meinen ersten Marathon mit Hindernissen und ersten 100 km Marsch gefinisht. Ich fahre auch in meiner Freizeit viel Fahrrad, gehe viel laufen und mache seit knapp zwei Jahren Bodyweight-Training. Ich liebe es mich in der Natur (Berge, Seen) zu bewegen, um neue Orte und landschaftliche Highlights zu entdecken. Die Sommer-Monate verbringe ich meist auf dem Stand Up Paddling Board. Auf dem SUP-Board erkunde ich sportlich Flüsse, Seen und Kanäle rund um Hamburg. Sport ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Hier fülle ich meine Energiereserven wieder auf, finde einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und entwickle neue Ideen für diese Seite und meine YouTube-Kanal (FitnessBox). Über Kommentare und Nachrichten von euch hier auf der Seite freue ich mich immer sehr!

1 Kommentar

  1. Super Artikel! gerade jetzt wo das Stand Up Paddling immer mehr zum Breitsport wird, ist es um so wichtiger ein paar einfache Sicherheitsregeln ein zu halten. Leider hört man ja auch immer öfter von ungewohlten Abenteuern, dehalb sind Artikel wie dieser um so wichtiger.

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