Ausfahrt Richtung Gobenowsee

Die Mecklenburgische Kleinseenplatte eignet sich hervorragend für das Stand Up Paddling. Wir waren mit unseren SUP-Boards in der Region unterwegs und möchten euch die “Drei-Seen-Tour” vorstellen. Diese führt, wie der Name schon vermuten lässt, über drei kleinere Seen (Labussee, Rätzsee und Gobenowsee) und 17 km Strecke. Bis auf einen See, den Labussee, ist der Rundkurs frei vom Bootsverkehr wodurch sie auch für Anfänger hervorragend geeignet ist. Kleine malerische naturbelassene Verbindungsflüsse mit glasklarem Wasser und eine tolle Verpflegungsstation in geselliger Atmosphäre machen diese Tour zu einem ganz besonderen Erlebnis für Stand Up Paddler. In einem Nebenfluss müsst ihr mit dem Stand Up Paddle Board eine Schleuse überwinden, was für uns ein spannendes Abenteuer war. Wer nach einer entspannten Tagestour sucht, die vor allem aufgrund der herrlichen Ruhe und Natur punkten kann, ist bei der Drei-Seen-Tour absolut richtig.

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Start westlich von Canow (0-2 km)

Ein hervorragender Startpunkt für die 3-Seen-Tour ist westlich vom Ort Canow, wo ihr direkt am Wasser parken könnt. Folgt hier einfach der Beschilderung in Richtung “Kanucamp”. Über einen unbefestigen Waldweg kommt ihr auf eine Wiese bei welcher ihr fast direkt am Wasser kostenlos parken könnt und ihr mit einem flachen Ufer perfekt auf den Labussee starten könnt.

Je nach Windrichtung solltet ihr hier entscheiden, ob ihr die Tour mit dem Uhrzeiger- oder gegen den Uhrzeigersinn fahren wollt. Sollte der Wind von Nordwest kommen, empfiehlt sich den Rundkurs gegen den Uhrzeigersinn zu absolvieren. Bedenkt aber, dass dieses auch gegen die Fließrichtung der Nebenflüsse ist. Wir haben uns für die Variante mit der Fließrichtung entschieden, obwohl ein leichter Wind aus nordwestlicher Richtung wehte. Wir haben die Entscheidung der Fahrtrichtung nicht bereut. Vom Startpunkt aus paddelt ihr in nordwestliche Richtung (grüne Boje im Wasser) bis zu einem Abzweig nach links (ist der einzige Kanal).

Auf dem Labussee herrscht teilweise viel Schiffsverkehr. Achtet hier besonders auf euer Umfeld und fahrt nicht zu nah an die Ausflugsschiffe und Yachten heran. Durch die Schiffe ist hier mit einem leichten Wellengang zu rechnen.

Am Kleinen Peetschsee vorbei bis zur Diemitzer Schleuse (2-4 km)

Der erste Abschnitt auf dieser Tour ist auch gleichzeitig der anstrengendste, da Richtung Diemitzer Schleuse viel Schiffsverkehr herrscht. Da die Kanäle hier aber breit genug sind, könnt ihr ganz entspannt am rechten Rand entlang paddeln, ohne dass ihr auf Kollisionskurs mit den Schiffen seid. Mit etwas Wellengang durch die Schiffe solltet ihr allerdings umgehen können. Wenn ihr an der Diemitzer Schleuse angekommen seid, geht es mit eurem SUP-Board in die Schleuse. Richtet euch im Zweifel immer nach den Ruderern, die dort unterwegs sind und beachtet die Hinweise des Schleusenwärters. Als Stand Up Paddler dürft ihr erst als letztes, nach dem Schiffsverkehr, in die Schleuse. Aus Sicherheitsgründen empfehle ich ein Hinhocken oder Hinsetzen, da ihr im Schleusenbereich nah an den Schiffen seid. Diese nehmen sehr viel Rücksicht auf Ruderer und Stand Up Paddler, so dass es hier keinerlei Probleme geben sollte.

Da hier keine großen Containerschiffe, sondern eher kleine Yachten und Ausflugsschiffe unterwegs sind, ist es kein Problem mit dem SUP-Board in die Diemitzer Schleuse zu gehen. Beachtet aber in jedem Fall die Sicherheitshinweise für Schleusen. Dann steht eurer SUP-Schleusenerfahrung nichts mehr im Wege.

Über die Oberbek bis zur Fleether Mühle (4-5 km)

Nach der Schleuse müsst ihr euch langsam vom Bootsverkehr verabschieden. Erst am Ende der Tour, am Labussee, werdet ihr vermutlich wieder auf Motorbote stoßen, da diese in den folgenden Abschnitten verboten sind. Dieses hat den großen Vorteil, dass ihr ungestört die Natur und die Ruhe genießen könnt. Haltet euch nach der Schleuse zweimal rechts und ihr seid in der Oberbek, die euch direkt bis zur Fleether Mühle bringt. An der Fleether Mühle findet ihr einen wunderschönen Biergarten vor, bei welchem es hervorragenden Flammkuchen gibt. Hier solltet ihr eine kleine Pause einplanen und euch stärken. Ihr werdet vor Ort auf viele Kanuten stoßen, die dort ebenfalls eine Rast einlegen.

An der Fleether Mühle müsst ihr mit euren Boards aus dem Wasser, um diese hinter der wenig befahrenen Straße wieder auf die Oberbek umzusetzen. Ein Wehr verhindert die Weiterfahrt durch die Fleether Mühle. Ihr müsst hierbei eine Strecke von ca. 70 Metern zu Fuß zurücklegen.

Weiter bis zum Rätzsee (5-6 km)

Nach der Fleether Mühle geht es weiter über die, an dieser Stelle, sehr idyllische und kleine Oberbek. Dieser Abschnitt kann durch Seerosen, glasklarem Wasser und einem unglaublichen Fischreichtum punkten. Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, wenn die Fischschwärme direkt unter dem SUP-Board entlang schwimmen.  Ihr werdet an dieser Stelle mit großer Wahrscheinlichkeit auch dem ein oder anderen Ruderer begegnen, der von der anderen Seite die Fleether Mühle anfahren möchte.

Rätzsee (6-10 km)

Nach ca. einem Kilometer auf der Oberbek erreicht ihr den Rätzsee. Auf diesem sind Motorboote ebenfalls verboten, so dass ihr einen riesigen wunderschönen See vorfindet, auf dem absolute Ruhe herrscht – ein Traum! Auf dem Rätzsee könnt ihr etwas Pech mit dem Wind haben. Sollte euch eine steife Brise von vorne entgegen wehen, fahrt unbedingt auf der vom Wind abgewandten Seite weiter Richtung Norden über den See. Ansonsten wird das Paddeln an dieser Stelle zu einem echten Kraftakt. Wir hatten Glück mit dem Wetter und es war nahezu windstill. Die Strecke über den Rätzsee beträgt ca. 4 Kilometer. Nach vier Kilometern stoßt ihr rechts auf die Abzweigung in die Drosedower Bek. Direkt an der Abzweigung befindet sich auch ein FKK-Campingplatz, so dass ihr mit dem Finden keine Probleme haben solltet.

Natur pur in der Drosedower Bek (10-13 km)

Die drei Kilometer auf der Drosedower Bek gehören mit zu den schönsten auf dem gesamten Rundkurs. Auch hier sind Motorboote verboten, wodurch ihr entspannt entlang von Bänken aus Seerosen paddeln und die Natur genießen könnt. Auch hier ist das Wasser wieder sehr klar und es ist kein Problem 1-2 Meter in die Tiefe zu schauen. Neben vielen Fischen, hatten wir das Glück das Reptil des Jahres 2017 bestauen zu dürfen – eine Blindschleiche schlängelte sich über den Kanal auf die andere Uferseite. In diesem Tour-Abschnitt werdet ihr euch wieder auf viele Kanufahrer stoßen, welche die Verbindung zwischen Rätzsee und Gobenowsee nutzen.

Über den Gobenowsee und die Dollbek (13-15)

Ganz geflasht von der Natur erreicht ihr irgendwann den Gobenowsee. Der dritte See eurer Tour ist ein kleiner ruhiger See, auf welchem Motorboote ebenfalls verboten sind. Den See überquert ihr strikt ca. einen Kilometer geradeaus.

Danach seht ihr zwischen Schilf rechtsseitig die Einfahrt in die Dollbek. Die Dollbek bringt euch entspannt wieder Richtung Labussee, wo ihr eure Tour gestartet habt.

Über den Labussee bis zum Ausgangspunkt (15-17 km)

Die letzten Kilometer eurer Tour führen direkt über den Labussee. Hier werdet ihr erstmals wieder viele Schiffe sehen, die vom Ort Canow u.a. in Richtung Diemitzer Schleuse über den See fahren. Ihr fahrt am Ort Canow vorbei bis zum Start- und Zielpunkt eurer Stand Up Paddling Tour auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Ihr findet den Zielpunkt einfach, wenn ihr euch an den Booten des direkt daneben befindlichen Campingplatzes orientiert.

Fazit

Die Drei-Seen-Tour und der damit verbundene Ausflug auf die Mecklenburgische Kleinseenplatte hat sich mehr als gelohnt. Die Tour ist durch die ruhigen Flüsse und Seen auch hervorragend für Anfänger geeignet. Diese SUP-Tour bietet auf den kleinen Flüssen viel Ruhe und Natur, so dass die Kilometer nur so verfliegen. Am Zielpunkt angekommen kommt es einem nicht so vor, als wäre die Tour tatsächlich fast 17 Kilometer lang. Wir können für diese SUP-Tour auf der Mecklenburgischen Seenplatte nur eine klare Empfehlung aussprechen!

Kurzbeschreibung

Start und Ziel ist in Canow. Über den Labussee geht es in Fließrichtung in Richtung Diemitzer Schleuse. Nach der Schleuse geht es über die Oberbek nordwärts zur Fleether Mühle, wo in einem Biergarten eine Pause eingeplant werden sollte. Nach der Fleether Mühle kommt ihr in den Rätzsee, welcher einmal komplett überquert werden muss. Schließlich folgt die Drosedower Bek, welche euch in den Gobenowsee bringt. Von hier gelangt ihr über die Dollbek zurück in den Labussee und zum Start- und Zielpunkt nach Canow.

Streckenverlauf: Labussee – Kleiner Peetchsee – Diemitzer Schleuse – Großer Peetschsee – Oberbek – Fleether Mühle – Rätzsee – Drosedower Bek – Gobenowsee – Dollbek – Labussee

Start: 17255 Canow (Wustrow)

Länge: ca. 17 km

Dauer: 4-5 Stunden

Die Tour beinhaltet eine Schleuse (Diemitzer Schleuse). Für das Umsetzen an der Fleether Mühle und die dortige Überquerung der wenig befahrenen Straße empfiehlt sich leichtes Schuhwerk mitzuführen.

Rundkurs: Ja

Streckenverlauf

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Hey! Ich bin Steffen, 28 Jahre und Autor dieses Beitrags. Hier einige Infos zu mir: Ich bin schon seit ich denken kann vom Sport fasziniert. Ich liebe außergewöhnliche Sportarten, die einem körperlich alles abverlangen und an meine Grenzen bringen. So stecke ich meine sportlichen Ziele immer wieder höher! Ich verbringe viel Zeit bei sportlichen Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur – ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Ich liebe Hindernis- und Extremläufe. Im Jahr 2016 habe ich meinen ersten Marathon mit Hindernissen und ersten 100 km Marsch gefinisht. Ich fahre auch in meiner Freizeit viel Fahrrad, gehe viel laufen und mache seit knapp zwei Jahren Bodyweight-Training. Ich liebe es mich in der Natur (Berge, Seen) zu bewegen, um neue Orte und landschaftliche Highlights zu entdecken. Die Sommer-Monate verbringe ich meist auf dem Stand Up Paddling Board. Auf dem SUP-Board erkunde ich sportlich Flüsse, Seen und Kanäle rund um Hamburg. Sport ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Hier fülle ich meine Energiereserven wieder auf, finde einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und entwickle neue Ideen für diese Seite und meine YouTube-Kanal (FitnessBox). Über Kommentare und Nachrichten von euch hier auf der Seite freue ich mich immer sehr!

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