Stand Up Paddling macht in den warmen Monaten des Jahres besonders viel Spaß. Doch auch im Winter könnt ihr euch auf euer SUP-Board wagen und eine Tour machen. Ihr werdet die Ruhe auf dem Wasser sehr schnell zu schätzen wissen: Keine anderen Wassersportler, keine Schiffe und vom Ufer ertönt nichts als Ruhe. Beim Stand Up Paddling im Winter kann der stressige Arbeitsalltag hervorragend abgestellt werden. Bevor ihr nun aber euer Board nehmt und loslegt, solltet ihr euch erst einmal Gedanken über die richtige Kleidung und die möglichen Gefahren beim SUP im Winter machen. Habt ihr die geeignete Kleidung an, mit welcher ihr bei einem Sturz ins Wasser nicht erfriert? Was kann überhaupt passieren, wenn ihr bei kalten Wassertemperaturen ins Wasser fallt?

Schon bei 15°C Wassertemperatur besteht Lebensgefahr

Wenn wir kaltes Wasser hören gehen wir immer von eisigem Wasser kurz vor dem Gefrierpunkt aus. Doch das Kältereaktionen vom Körper auch schon bei 15°C Wassertemperatur auftreten können, wissen die meisten nicht. Diese Temperatur haben können wir auch noch Anfang Mai haben, wenn die Lufttemperatur bereits wieder angenehm warm ist. Deshalb solltet ihr euch von Oktober bis Mai auf kalte Wassertemperaturen einstellen und entsprechend kleiden. Kleidet euch immer nach der Wassertemperatur und nicht nach der Lufttemperatur. Denn nur so könnt ihr die Gefahren auf ein Minimum reduzieren und seid auch im Winter sicher auf dem SUP-Board unterwegs.

Der See sieht auch im Winter verlockend aus

Kältereaktionen vom Körper

Bei einem Sturz ins Wasser mit der falschen Kleidung kann es zu unterschiedlichen Kältereaktionen vom Körper kommen. Diese können innerhalb von 5-30 Minuten zum Tode führen.

Kälteschock

Wenn die Haut mit dem kalten Wasser in Berührung kommt kann es zu lebensbedrohlichen Reflexen kommen – der sogenannte “Kälteschock” wirkt auf den Körper. In dieser Phase kommt es im ersten Moment zu einer tiefen und verstärkten Atmung, welches schon nach kurzer Zeit in ein unkontrolliertes flaches Atmen übergeht (Hecheln, Hyperventilieren). In Verbindung mit dem Schockmoment und der Panik setzt schon nach kurzer Zeit ein Gefühl der Atemnot und Luftknappheit ein. Hinzu kommt, dass die Möglichkeit die Luft anzuhalten im kalten Wasser im ein Vielfaches geringer ist, als bei warmen Wassertemperaturen. Sollte der Körper Unterwasser geraten, besteht so nicht mehr die Möglichkeit die Luft anzuhalten. Durch den Atem-Reflex kann es schnell zu einem Einatmen des Wassers kommen, was schon bei geringen Wassermengen zum Ertrinken führen kann. Außerdem kommt es zu einer Verengung der Blutgefäße und einer Verlagerung des Blutvolumens zum Brustkorb und Herzen hin. Das Herz muss in diesem Moment mehr arbeiten, der Blutdruck und die Herzfrequenz steigen stark an. Bei Vorerkrankungen am Herzen kann es hierbei schnell zu einem Herzversagen kommen.

Schwimmversagen

Bei kalten Wassertemperaturen ist es selbst von erfahrenen Schwimmern nur schwer möglich die Atmung unter Kontrolle zu bringen und wieder ruhig und kontrolliert zu atmen. Beim nächsten Stadium, dem Schwimmversagen, werden die Muskeln, Nerven und Gelenke heruntergekühlt. Die verengten Blutgefäße sorgen dafür, dass die Extremitäten (Arme, Beine) nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden – eine Wärmeproduktion, durch erhöhten Blutfluss, kann nicht mehr stattfinden. Die motorischen Fähigkeiten, besonders an den Händen, lassen im kalten Wasser sehr stark nach. Es ist schon nach kurzer Zeit nicht mehr möglich die Hände effektiv einzusetzen – die Koordination lässt stark nach. Schwimmbewegungen werden immer unkontrollierter und bringen schon nach wenigen Momenten keinen Vorschub mehr. Durch das Herunterkühlen der Muskulatur kommt der Körper irgendwann automatisch in eine vertikale Lage, Schwimmbewegungen werden wirkungslos, es gibt keinen Vortrieb mehr, der Körper taucht unter Wasser.

Die richtige Kleidung beim SUP im Winter

Je kälter das Wasser ist, desto stärker sind auch die Kältereaktionen vom Körper. Um das Schwimmversagen und auch den Kälteschock zu verhindern, müsst ihr beim Stand Up Paddling im Winter die richtige Kleidung tragen. Ein Neopren-Anzug ist hierbei nicht die beste Wahl, da er für Aktivitäten IM Wasser gedacht sind und auch in erster Linie dort seine Vorteile bietet. Beim Stand Up Paddling, gerade in den Wintermonaten, soll ein Sturz ins Wasser aber möglichst vermieden werden. Ihr steht eigentlich auf dem Board und seid nicht im Wasser sondern an der Luft. Ein Neopren-Anzug ist zwar immer noch besser als Nichts, für das Stand Up Paddling aber nicht die beste Wahl. Besser ist ein Trockenanzug, der den Körper trocken hält. Hierfür hat der Anzug an den Armen, Beinen und im Halsbereich Latex-Manschetten, die ein Eindringen von Wasser verhindern.

Trocken-Neoprenanzug

Der Körper bleibt so trocken und warm. In Kombination mit wasserdichten Socken oder Neopren-Schuhen, seid ihr für das Stand Up Paddling im Winter schon sehr gut gerüstet. Achtet beim Kauf von Trockenanzügen darauf, dass diese atmungsaktiv sind. Beim Stand Up Paddling arbeitet der Körper und es kommt zur Schweißbildung. Bei der atmungsaktiven Variante eines Trockenanzugs kann Schweiß abtransportiert werden und der Körper bleibt bei einem Sturz ins Wasser nahezu trocken wodurch Kältereaktionen verhindert werden.

Seid ihr auch bei kalten Temperaturen auf eurem SUP-Board unterwegs? Wie sind eure Erfahrungen? Schreibt diese gerne als Kommentar unter diesen Beitrag.

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Hey! Ich bin Steffen, 28 Jahre und Autor dieses Beitrags. Hier einige Infos zu mir: Ich bin schon seit ich denken kann vom Sport fasziniert. Ich liebe außergewöhnliche Sportarten, die einem körperlich alles abverlangen und an meine Grenzen bringen. So stecke ich meine sportlichen Ziele immer wieder höher! Ich verbringe viel Zeit bei sportlichen Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur – ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“. Ich liebe Hindernis- und Extremläufe. Im Jahr 2016 habe ich meinen ersten Marathon mit Hindernissen und ersten 100 km Marsch gefinisht. Ich fahre auch in meiner Freizeit viel Fahrrad, gehe viel laufen und mache seit knapp zwei Jahren Bodyweight-Training. Ich liebe es mich in der Natur (Berge, Seen) zu bewegen, um neue Orte und landschaftliche Highlights zu entdecken. Die Sommer-Monate verbringe ich meist auf dem Stand Up Paddling Board. Auf dem SUP-Board erkunde ich sportlich Flüsse, Seen und Kanäle rund um Hamburg. Sport ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Hier fülle ich meine Energiereserven wieder auf, finde einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und entwickle neue Ideen für diese Seite und meine YouTube-Kanal (FitnessBox). Über Kommentare und Nachrichten von euch hier auf der Seite freue ich mich immer sehr!

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